Politik

Finanzielle Lage von Eltern: Alleinerziehende sind trotz Vollzeitjob armutsgefährdet

Sie arbeiten, kümmern sich um ihre Kinder, doch ihre finanzielle Lage ist prekär und führt immer mehr in Armut. Die Folge: Deutschland hat zu wenig Kinder, die Geburtenrate sinkt seit 2017. Warum werden alleinerziehende Mütter und Väter vom Staat nicht mehr unterstützt?
11.12.2025 09:23
Lesezeit: 1 min

Viele Alleinerziehende trotz Vollzeitjob armutsgefährdet

Alleinerziehende sind trotz Vollzeitjob überdurchschnittlich häufig armutsgefährdet. Betroffen seien 14 Prozent dieser Elternteile, teilte Sebastian Will vom Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung (BiB) in Wiesbaden unter Verweis auf eine neue Studie mit. Bei Alleinerziehenden ohne Arbeitsstelle liege das Armutsrisiko sogar bei über 70 Prozent. Als armutsgefährdet gilt, wer weniger als 60 Prozent des bundesweiten mittleren Einkommens zur Verfügung hat.

Essenziell für diese Familien seien verlässliche und flexible Betreuungsplätze für ihre Kinder, sagte Will. Jedoch würden laut früherer Analysen 27 Prozent der alleinerziehenden Eltern von Kindern im Alter bis zu drei Jahren einen solchen Platz nicht finden. Bei Familien mit drei oder mehr Kindern – auch sie sind besonders armutsgefährdet - liege der Anteil bei 33 Prozent. Zur Senkung des Armutsrisikos sollten diese beiden Gruppen laut BiB gezielt staatlich unterstützt und die Kinderbetreuung weiter ausgebaut werden, so das BiB.

Psychisch belastet

Untersucht wurde in der Studie auch die subjektive Einschätzung der Menschen zu ihrer finanziellen Lage. Das Ergebnis: Vor allem Alleinerziehende, die ihr Einkommen als zu gering empfinden, haben das Gefühl, ihrer Elternrolle nicht gerecht zu werden. Sie könnten sich Dinge nicht leisten, die sie als wichtig empfänden, erklärte Jan Brülle vom BiB. Dies könne zu Stress und psychischer Belastung führen.

Für die repräsentative Stichprobe wurden seit 2020 regelmäßig etwa 20.000 Menschen im Alter zwischen 18 und 49 Jahren befragt.

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