Politik

Machado will Präsidentin Venezuelas werden – trotz internationaler Zweifel

Die venezolanische Oppositionsführerin und Friedensnobelpreisträgerin María Corina Machado hat bekräftigt, dass sie Präsidentin von Venezuela werden will. In einem Interview mit dem US-Sender Fox News erklärte die 58‑Jährige, sie wolle ihrem Land „dienen, wo ich am nützlichsten bin“ und sei überzeugt, dass sie gewählt werde, „wenn die Zeit reif ist“. Machado, die in der Vergangenheit aus dem Land ins Exil ging und lange im Untergrund lebte, ist eine zentrale Figur im demokratischen Widerstand gegen das autoritäre Regime – auch wenn ihr innen‑ und außenpolitisch Unterstützung nicht überall gewiss ist.
19.01.2026 08:43
Lesezeit: 1 min

Nach der Ergreifung des autoritären Staatschefs Nicolás Maduro durch US-Elitesoldaten vor knapp zwei Wochen hatte Machado zunächst die Einsetzung des Oppositionspolitikers Edmundo González Urrutia als Nachfolger gefordert. Der 76-jährige Ex-Diplomat hatte nach Auffassung der Opposition und internationalen Beobachtern die Präsidentenwahl 2024 eigentlich gewonnen.

Machado ist starke Frau der venezolanischen Opposition

Trotz der Betrugsvorwürfe ließ sich Maduro für eine dritte Amtszeit vereidigen und González ging nach Spanien ins Exil. Treibende Kraft hinter seiner Kampagne war schon damals die wesentlich populärere Machado, die allerdings wegen angeblicher Unregelmäßigkeiten nicht nur Wahl antreten durfte.

Trump hegt Zweifel an Machados Rückhalt in Venezuela

US-Präsident Donald Trump scheint in Venezuela derweil auf Kontinuität zu setzten und bezeichnete die neue geschäftsführende Präsidentin Delcy Rodríguez - eine enge Vertraute von Maduro - als großartige Person. Machado fehle die Unterstützung und der Respekt in Venezuela, um das Land zu führen, sagte er kurz nach dem US-Angriff auf Caracas.

Am Freitag besuchte Machado Trump im Weißen Haus und überreichte ihm ihre Nobelpreismedaille mit einer Widmung, die den Einsatz des US-Präsidenten für die Freiheit Venezuelas würdigte. Zeitgleich bekräftigte die US-Regierung, dass sie bei ihrer Einschätzung zum mangelnden Rückhalt von Machado in Venezuela bleibe.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
X
DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Mercedes-Aktie: Warum ausgerechnet die C-Klasse über Europas Autozukunft entscheidet
21.07.2026

Mercedes verabschiedet sich von der Idee, Elektroautos wie eine eigene Produktwelt zu verkaufen. Die neue elektrische C-Klasse soll...

DWN
Finanzen
Finanzen Goldpreis aktuell: Edelmetall über Marke von 4.000 Dollar – Zinsausblick bleibt Belastungsfaktor
21.07.2026

Der Goldpreis erholt sich am Dienstag spürbar. Eine Feinunze Gold kostete im frühen Handel annähernd 4.060 US-Dollar. Damit bleibt das...

DWN
Panorama
Panorama DAK-Auswertung: Weniger Krankmeldungen – psychische Leiden rücken in den Fokus
21.07.2026

Weniger Krankschreibungen, aber neue Herausforderungen: Eine aktuelle Auswertung zeigt überraschende Entwicklungen bei den Fehlzeiten in...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Chinas Automarkt kollabiert: Deutsche Autobauer zahlen den Preis
21.07.2026

China war jahrzehntelang die Gewinnmaschine der deutschen Autoindustrie. Nun brechen dort die Verkäufe westlicher Marken ein, während...

DWN
Finanzen
Finanzen US-Märkte im Überblick: Ölpreis steigt auf 91 Dollar, während Trump erklärt, der Iran werde für US-Todesopfer „um ein Vielfaches zahlen“
20.07.2026

Welche Faktoren die Wall Street heute in Atem hielten und wo Anleger jetzt genau hinschauen sollten.

DWN
Technologie
Technologie Atem-Biometrie: Wird unser Atem bald zum neuen Passwort?
20.07.2026

Passwörter lassen sich ändern, ein Atemmuster nicht. Forscher wollen Menschen künftig daran erkennen, wie sie ein- und ausatmen, und...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Median-Entgelt: Einkommen steigen, doch die Lohnlücke besteht weiter
20.07.2026

Mehr Geld auf dem Gehaltszettel, sinkende Unterschiede zwischen Frauen und Männern und deutliche regionale Abweichungen: Die aktuellen...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Yuan in Afrika: Wie Peking den Kontinent an sein Finanzsystem bindet
20.07.2026

Der Dollar dominiert die Weltwirtschaft, doch in Afrika baut China längst eine alternative Zahlungsroute für den Yuan auf. Was Handel und...