Technologie

Wind- und Solarenergie in EU übertrifft fossile Brennstoffe

Wind- und Solarenergie haben 2025 in der EU erstmals mehr Strom erzeugt als fossile Brennstoffe. Gut 30 Prozent des Stroms stammten aus Sonne und Wind, während Kohle und Gas zusammen nur 29 Prozent lieferten. Experten warnen jedoch, dass die EU trotz des Fortschritts weiterhin stark von Gas abhängig bleibt.
22.01.2026 17:32
Lesezeit: 2 min

Mehr Strom in EU aus Wind und Solar als aus fossiler Energie

Wind und Sonne erzeugen in der EU erstmals mehr Strom als alle fossilen Brennstoffe zusammen. Die Denkfabrik Ember sieht darin einen richtigen Weg, mahnt jedoch gleichzeitig.

Wind- und Solarkraft erstmals vor fossilen Brennstoffen

Wind- und Solarkraft haben im vergangenen Jahr einer Analyse zufolge in der EU erstmals mehr Strom produziert als fossile Brennstoffe. Gut 30 Prozent des EU-Strommixes 2025 stammten aus Sonnen- und Windenergie, 29 Prozent aus fossilen Brennstoffen, wie aus einem Bericht der Denkfabrik Ember hervorgeht.

Insgesamt deckten Erneuerbare – also auch etwa Wasserkraft und Energie aus Biomasse – mit 47,7 Prozent fast die Hälfte der Stromproduktion. 23,4 Prozent wurden dem Bericht zufolge durch Kernkraft erzeugt.

Stromerzeugung aus Kohle erreichte 2025 mit einem Anteil von 9,2 Prozent einen historischen Tiefstand, heißt es weiter von Ember. Weiterhin erheblich abhängig sei die EU jedoch von Gas: Im Vergleich zu 2024 stieg der Anteil von Gas im Strommix auf 16,7 Prozent, rund 8 Prozent mehr als im Vorjahr.

EU beschließt Einfuhrverbot von Gas aus Russland

2025 seien die Risiken einer energiepolitischen Erpressung durch Exporteure fossiler Brennstoffe weiterhin hoch gewesen, schreiben die Autoren. "Investitionen in heimische erneuerbare Energien sind eine zentrale Strategie, um dieses Risiko zu senken, da geopolitische Entwicklungen weiterhin für Instabilität sorgen", so Ember.

Ende letzten Jahres hatte sich die EU darauf verständigt, bis spätestens Ende 2027 vollkommen unabhängig von russischem Erdgas zu sein. Demnach soll die Einfuhr von russischem Gas über Pipelines auf Grundlage langfristiger Verträge bis spätestens 1. November 2027 komplett eingestellt werden. Das Importverbot soll bereits bestehende Sanktionen mit Einfuhrbeschränkungen ergänzen und sicherstellen, dass sich die EU-Staaten langfristig unabhängig von Energieimporten aus Russland machen und damit weniger erpressbar sind.

Autoren warnen vor Abhängigkeiten

Ember warnt vor Abhängigkeiten, auch mit Blick auf die USA: «Eine starke Abhängigkeit von einem einzelnen Lieferanten gefährdet die Sicherheit der EU und schwächt ihre Verhandlungsposition in geopolitischen Auseinandersetzungen und Handelskonflikten», heißt es in dem Bericht. Der Ausbau von Batteriespeichern, die Stärkung der Stromnetze und die Ausweitung der Nachfragesteuerung könnten einen höheren Anteil von Solar- und Windenergie im Energiemix ermöglichen. «Dies erhöht nicht nur die Versorgungssicherheit, sondern ist auch entscheidend für stabile und verlässliche Energiepreise.»

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
X
DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Europa unter Zugzwang: Was im globalen KI-Wettlauf auf dem Spiel steht
06.05.2026

Europas Rückstand im KI-Wettlauf wird für Wirtschaft und Politik zunehmend zu einem strategischen Risiko. Kann der Kontinent seine...

DWN
Finanzen
Finanzen US-Börsenbericht: Rekordschlussstände für S&P 500 und Nasdaq, während der Waffenstillstand hält
05.05.2026

Erfahren Sie, welche Faktoren die Märkte aktuell antreiben und warum die Anleger trotz globaler Spannungen optimistisch bleiben.

DWN
Politik
Politik Misstrauensvotum in Rumänien: Prowestliche Regierung stürzt
05.05.2026

Rumäniens Regierung ist nach einem überraschenden Bündnis aus Rechtsextremen und Sozialdemokraten gestürzt. Hinter dem Misstrauensvotum...

DWN
Politik
Politik Trump erhöht Druck auf Grönland: US-Experte warnt vor Folgen für Europa
05.05.2026

Trump verschiebt die geopolitischen Machtlinien der USA und verbindet den Zugriff auf Grönland mit Energiefragen und Zugeständnissen an...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Teilkrankschreibung gegen hohe Fehlzeiten: Ist die Regelung sinnvoll?
05.05.2026

Krank, aber nicht ganz arbeitsunfähig – das soll künftig möglich sein: Im Zuge der neuen Gesundheitsreform hat die Bundesregierung die...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Europas Stromnetz im Kostencheck: Welche Technologien langfristig überzeugen
05.05.2026

Europas Stromversorgung steht vor einer neuen Kostenlogik, in der erneuerbare Energien, Speichertechnologien und verlässliche Grundlast...

DWN
Finanzen
Finanzen Rheinmetall-Aktie steigt trotz schwachem Quartal
05.05.2026

Die Zahlen fallen schwächer aus als erwartet, doch die Aktie reagiert überraschend robust. Statt Abverkauf setzt Rheinmetall auf eine...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Unicredit greift Commerzbank an: Übernahme rückt näher
05.05.2026

Unicredit macht Ernst und treibt die Übernahme der Commerzbank mit Tempo voran. Doch Widerstand aus Berlin und Frankfurt könnte den Deal...