Wirtschaft

Mittelstand setzt auf „Made in Germany“: Rückzug vom US-Geschäft:

Angesichts drohender US-Zölle forcieren deutsche Mittelständler eine Rückbesinnung auf den heimischen Markt und europäische Lieferketten. Laut einer aktuellen Umfrage der DZ Bank planen über 50 Prozent der Unternehmen, Absatz und Einkauf künftig verstärkt regionaler auszurichten, um globale Handelsrisiken zu minimieren.
09.02.2026 12:23
Lesezeit: 1 min
Mittelstand setzt auf „Made in Germany“: Rückzug vom US-Geschäft:
Der aufgesprühte Schriftzug „Made in Germany“ ist auf abgepackten Rohholzbrettern in einem Sägewerk zu sehen (Foto: dpa). Foto: Jens Büttner

Nur 12 % berichten von direkten Auswirkungen

Als Reaktion auf die US-Zölle setzen mittelständische Unternehmen aus Deutschland verstärkt auf den Heimatmarkt. In einer aktuellen Firmenumfrage der genossenschaftlichen DZ-Bank geben 53 Prozent der Unternehmen an, ihre Produkte verstärkt im eigenen Land absetzen zu wollen. Auch beim Einkauf setzt eine Mehrheit verstärkt auf Lieferanten aus Europa (53 Prozent) oder Deutschland (51 Prozent). Etwas geringer fallen die Bestrebungen aus, direkt vor der eigenen Haustür lokal oder regional Kunden oder Lieferanten zu finden.

Insgesamt scheint der Mittelstand etwas schwächer als befürchtet von den US-Zöllen getroffen worden zu sein. So berichten nur 12 Prozent der rund 1.000 befragten Unternehmen von direkten Auswirkungen auf ihr Geschäft. Vor einem Jahr hatten bei der vorherigen Umfrage des genossenschaftlichen Spitzeninstituts noch 15 Prozent derartige Befürchtungen geäußert.

Elektro-, Auto- und Chemieindustrie besonders betroffen

Dennoch spüren viele Firmen indirekte Auswirkungen durch die Zölle wie etwa höhere Preise oder Nachfragerückgänge bei Kunden und Lieferanten. Nur 44 Prozent der Unternehmen gaben daher an, keinerlei Auswirkungen der Trump-Zölle zu spüren. Überdurchschnittlich betroffen von den Zöllen zeigten sich Unternehmen aus der Elektro, Auto- und Chemieindustrie sowie aus dem Maschinenbau.

Die Rückbesinnung auf den Heimatmarkt reicht aber aus Sicht von 41 Prozent der Unternehmen nicht aus, um sich unabhängiger von großen Einzelmärkten wie den USA oder China zu machen. Während das Interesse an Geschäften mit US-Partnern deutlich zurückgegangen ist, rücken Westeuropa, Mittel- und Osteuropa sowie Indien verstärkt ins Interesse.

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