Technologie

KI-Wettbewerb: Experten wollen mehr Rechenzentren für Europa

Die USA haben sechsmal mehr Rechenpower als China, Europa liegt weit dahinter. Experten raten zu großen Investitionen, um im KI-Rennen nicht den Anschluss zu verlieren.
14.02.2026 09:33
Lesezeit: 1 min
KI-Wettbewerb: Experten wollen mehr Rechenzentren für Europa
Deutschland und die EU sollten nach Expertenansicht in großem Stil in Rechenzentren investieren, um im KI-Wettbewerb nicht ins Hintertreffen zu geraten. (Foto: dpa) Foto: Marijan Murat

Experten: Europa braucht deutlich mehr Rechenzentren

Deutschland und die EU sollten nach Expertenansicht in großem Stil in Rechenzentren investieren, um im KI-Wettbewerb nicht ins Hintertreffen zu geraten. "Um international Anschluss zu halten, sollte sich die EU zum Ziel setzen, innerhalb der nächsten fünf Jahre 10 bis 15 Prozent der weltweiten Rechenkapazität bereitzustellen", heißt es im Jahresgutachten der Expertenkommission Forschung und Innovation (EFI), das die Kommission in Berlin an Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) übergab.

"Investitionen im globalen Vergleich niedrig"

"Wenngleich in Deutschland im Jahr 2025 die Investitionen in Rechenzentren ein Allzeithoch erreichten, sind sie im globalen Vergleich niedrig", schreibt die Kommission. Die USA liegen demnach bei den Rechenkapazitäten deutlich an der Spitze, etwa mit der sechsfachen Kapazität Chinas. Die europäischen Länder lägen um Größenordnungen darunter. Für einen Ausbau sind nach Ansicht der Experten in Deutschland vereinfachte und beschleunigte Zulassungsverfahren für Rechenzentren und ein Ausbau der Energienetze erforderlich.

In dem Gutachten wird auf die sogenannte digitale Souveränität verwiesen. Diese sei zentral für Deutschland und die EU, "da technologische Abhängigkeiten politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Handlungsräume unmittelbar beeinflussen".

Experten: Forschung in Deutschland stark

Deutschland und Europa verfügten zwar über starke Forschungslandschaften und erste Erfolge bei der Anwendung von Künstlicher Intelligenz, lägen aber im internationalen Vergleich, vor allem gegenüber den USA und China, bei der Entwicklung von KI-Modellen und der Umsetzung von KI in die Wertschöpfung zurück.

Die EFI wurde 2006 von der Bundesregierung eingesetzt, um regelmäßig Optimierungsvorschläge für die nationale Forschungs- und Innovationspolitik zu erarbeiten. Es geht um Antworten auf die Frage, wie "innovative Güter und Dienstleistungen" die Wirtschaft in Gang halten, hohe Einkommen schaffen und die Lebensqualität steigern können, wie es in der eigenen Aufgabenbeschreibung der EFI heißt. "Bildung und Technologie sind für hoch entwickelte und rohstoffarme Länder wie Deutschland unersetzlich.

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