Unternehmen

Firmenpleiten 2026: Entspannung in Sicht oder nur die Ruhe vor dem Sturm?

Nach der massiven Pleitewelle zu Beginn des Vorjahres verzeichnet das Statistische Bundesamt für den November einen moderateren Anstieg der Unternehmensinsolvenzen. Besonders auffällig: Die finanziellen Forderungen der Gläubiger liegen deutlich unter dem Vorjahresniveau. Doch trotz dieser leichten Abkühlung bleibt die wirtschaftliche Lage für viele Betriebe in Deutschland angespannt.
13.02.2026 09:45
Lesezeit: 1 min
Firmenpleiten 2026: Entspannung in Sicht oder nur die Ruhe vor dem Sturm?
Die Pleitewelle in Deutschland schwächt sich ab: 1.794 Insolvenzen im November, 10 Prozent mehr als im Vorjahr. Experten rechnen mit über 23.000 Pleiten im Gesamtjahr (Foto: dpa). Foto: Sven Hoppe

Weniger Insolvenzen in den letzten Monaten

Die Pleitewelle unter deutschen Unternehmen hat sich im November 2025 etwas abgeschwächt. Die Amtsgerichte haben in dem Monat 1.794 Anträge auf Unternehmensinsolvenzen registriert, wie das Statistische Bundesamt berichtet. Das waren zwar 0,4 Prozent mehr als im gleichen Vorjahresmonat, aber auch gleichzeitig knapp 15 Prozent weniger als im Oktober, als es 2.108 entsprechende Verfahren gab.

Die Insolvenzfälle waren durchschnittlich deutlich kleiner als ein Jahr zuvor. Die Gläubiger müssen aktuell um 1,5 Milliarden Euro bangen, während ein Jahr zuvor ihre Forderungen noch 2,8 Milliarden Euro betragen hatten.

60 Betriebe geben täglich auf

Im vorherigen Verlauf des Jahres 2025 waren die Zahlen für die Firmenpleiten teils stark angestiegen. Für den Zeitraum von Januar bis November 2025 ergibt sich damit eine Steigerung der Fallzahlen um 10,0 Prozent auf gut 22.000 beantragte Unternehmensinsolvenzen. Die Forderungen betrugen 44,3 Milliarden Euro nach 52,3 Milliarden Euro im gleichen Zeitraum des Vorjahres.

Die Deutsche Industrie- und Handelskammer rechnet nun für das Gesamtjahr mit deutlich mehr als 23.000 Unternehmensinsolvenzen - mehr als 60 Betriebsaufgaben pro Tag. "Hinter diesen Zahlen steht nicht nur der Verlust von unternehmerischem Herzblut und Innovationsgeist, sondern auch viele verlorene Arbeitsplätze, ausbleibende Investitionen und eine Schwächung ganzer Regionen", sagte DIHK-Chefvolkswirt Volker Treier.

Auf Grundlage vorläufiger Zahlen hatte die Statistikbehörde für den Dezember 2025 wieder einen Anstieg der Unternehmensinsolvenzen prognostiziert. Seit diesem Jahr verzichtet das Amt aber auf diese Angaben.

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