Technologie

Ostsee-Stromprojekt: Baltic-German PowerLink geplant

Das Ostsee-Stromprojekt zwischen Deutschland, Lettland und Litauen nimmt konkrete Formen an. Mit dem Baltic-German PowerLink entsteht ein ambitioniertes Energieprojekt in der Ostsee. Doch welche Chancen bietet die neue Stromverbindung – und welche Herausforderungen bleiben bislang ungelöst?
18.02.2026 18:57
Lesezeit: 2 min

Deutschland, Lettland und Litauen kooperieren beim Ostsee-Stromprojekt

Im Januar hatten Deutschland und Dänemark eine Vereinbarung zum Ausbau einer Partnerschaft bei einem Energieprojekt bekanntgegeben. Auch mit anderen Ländern treibt Deutschland das Ostsee-Stromprojekt voran und setzt dabei auf enge Kooperation bei zentralen Infrastrukturvorhaben.

Eine Stromleitung soll künftig Deutschland, Lettland und Litauen sowie Windparks vor der Küste des Baltikums miteinander verbinden. Im Kern geht es um das Ostsee-Stromprojekt "Baltic-German PowerLink", wie der Übertragungsnetzbetreiber 50Hertz mitteilte. 50Hertz wurde demnach gemeinsam mit Übertragungsnetzbetreibern in Lettland und Litauen beauftragt, bis zum Herbst ein Umsetzungskonzept für dieses Energieprojekt zu erarbeiten.

50Hertz sieht Ostsee-Stromprojekt als Brücke zu günstigem Ökostrom

Eine entsprechende Absichtserklärung hätten Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) und ihre beiden Amtskollegen aus Litauen und Lettland am Rande eines Ministertreffens der Internationalen Energieagentur in Paris unterzeichnet, hieß es. Damit erhält das Ostsee-Stromprojekt auf politischer Ebene zusätzliche Unterstützung.

"Die baltischen Länder haben ein großes Potenzial, mehr Strom aus Windenergie an Land und auf dem Meer zu erzeugen, als sie zur Deckung ihres eigenen Bedarfs benötigen", sagte 50Hertz-Chef Stefan Kapferer. "Dieses Projekt kann dazu beitragen, dass Deutschland Zugang zu günstiger Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien erhält und die Strommärkte des Baltikums näher an den kontinentaleuropäischen Strommarkt mit seiner großen Liquidität heranrücken können." Das Ostsee-Stromprojekt Baltic-German PowerLink gilt dabei als zentrales Energieprojekt für die Integration der Märkte.

Ausbau der Offshore-Windkraft im Fokus des Ostsee-Stromprojekts

Nach bisherigen Studien und Vorplanungen besteht der "Baltic-German PowerLink" im Rahmen des Ostsee-Stromprojekts aus einer rund 600 Kilometer langen Seekabelverbindung zwischen Deutschland und einem Anlandungspunkt entweder im Südwesten von Lettland oder im Nordwesten von Litauen. Dort soll an Land ein Stromdrehkreuz errichtet werden, über das rund 2 Gigawatt Offshore-Windenergieleistung sowohl Richtung Deutschland als auch in die Höchstspannungsnetze an Land in Lettland und Litauen eingespeist werden können. Das Energieprojekt stärkt damit die Netzintegration in der Ostsee-Region.

Ende Januar hatten Deutschland und Dänemark eine Vereinbarung zur "Bornholm Energy Island" getroffen: Auf der dänischen Insel Bornholm soll ein Stromdrehkreuz entstehen, das Offshore-Windstrom aus der Ostsee nach Deutschland und Dänemark weiterleitet. Dieses Vorhaben ergänzt das Ostsee-Stromprojekt und ist Teil der Bemühungen, die grenzüberschreitende Zusammenarbeit bei Windkraft auf See weiter zu verstärken.

Strategisches Energieprojekt mit Signalwirkung

Das Ostsee-Stromprojekt und der geplante Baltic-German PowerLink markieren einen wichtigen Schritt für die europäische Energieintegration. Mit einer rund 600 Kilometer langen Verbindung und 2 Gigawatt Offshore-Leistung entsteht ein strategisches Energieprojekt, das wirtschaftliche Chancen und mehr Versorgungssicherheit verspricht. Gleichzeitig zeigt die Kooperation zwischen Deutschland, Lettland und Litauen, wie grenzüberschreitende Infrastrukturpolitik in der Praxis aussehen kann. Entscheidend wird sein, wie schnell Planung und Umsetzung voranschreiten. Denn nur wenn Netzausbau, Marktintegration und politische Abstimmung reibungslos funktionieren, kann das Ostsee-Stromprojekt sein volles Potenzial entfalten und langfristig stabile Strommärkte sichern.

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