Wirtschaft

Globale Konjunkturerholung gewinnt an Breite: Asien stark, Deutschland überrascht

Immer mehr Indikatoren sprechen dafür, dass die Weltwirtschaft in eine Phase breiterer Erholung eintritt. Die ersten Einkaufsmanagerindizes für Februar zeigen in mehreren großen Industrieländern deutliche Verbesserungen. Besonders stark fällt das Signal in Japan aus, doch auch in Deutschland zeichnet sich ein möglicher Wendepunkt ab. Selbst in Polen mehren sich Anzeichen einer Stabilisierung.
23.02.2026 18:31
Lesezeit: 2 min

Japan mit kräftigem Aufschwung

Noch vor wenigen Wochen konzentrierten sich positive Signale vor allem auf Asien, das vom globalen Nachfrageboom nach elektronischen Komponenten profitierte. Inzwischen verdichten sich die Hinweise, dass die Erholung nicht mehr regional begrenzt ist. Auch Europa scheint stärker in Bewegung zu geraten, wenngleich ähnliche Wendepunkte in den vergangenen Jahren mehrfach ausgerufen wurden.

In Japan stieg der vorläufige PMI für das verarbeitende Gewerbe im Februar auf 52,8 Punkte, nach 51,5 im Januar. Das ist der höchste Wert seit Mai 2022 und einer der stärksten Werte der vergangenen Jahre. Besonders dynamisch entwickeln sich die Auslandsaufträge, die so schnell wachsen wie seit acht Jahren nicht mehr. Unternehmen berichten zudem von zunehmender Preissetzungsmacht, was in der traditionell inflationsschwachen japanischen Wirtschaft bemerkenswert ist. Zusätzlichen Rückenwind erhält die Konjunktur durch politische Impulse. Nach dem Wahlsieg von Premierministerin Sanae Takaichi wird eine stärkere Förderung der Binnennachfrage erwartet, was die Zuversicht in der Industrie weiter stützt.

Zur Einordnung: Der PMI basiert auf Umfragen unter Einkaufsmanagern. Werte über 50 signalisieren Expansion, Werte darunter einen Rückgang der wirtschaftlichen Aktivität. Da der Index sehr früh im Monat vorliegt, gilt er als wichtiger Frühindikator für die konjunkturelle Entwicklung.

Deutschland überschreitet die 50-Punkte-Marke

Während sich die asiatische Erholung bislang nur begrenzt in Europa widerspiegelte, kam aus Deutschland nun ein überraschend positives Signal. Der deutsche Industrie-PMI stieg erstmals seit Juni 2022 wieder über die Marke von 50 Punkten und erreichte 50,7. Beobachter führen dies unter anderem auf höhere öffentliche Ausgaben für Infrastruktur und Verteidigung zurück.

Bemerkenswert ist jedoch, dass auch die Auslandsaufträge zulegen. Die Erholung scheint daher nicht ausschließlich auf fiskalische Impulse zurückzuführen zu sein, sondern Teil eines breiteren globalen Trends zu sein.

Für die Eurozone insgesamt stieg der PMI im verarbeitenden Gewerbe auf 51,5 Punkte. Laut den Studienautoren könnte dies ein Wendepunkt für den Industriesektor sein. Mehrere Teilindikatoren, darunter Einkaufsvolumen, Produktionsausblick und Lagerbestände, liegen höher als bei früheren Erholungsversuchen. Neue Aufträge wachsen nach drei Monaten Rückgang wieder moderat.

Ist die Industrie vor dem Wendepunkt?

Insgesamt deutet die Kombination aus starken Daten aus Asien, einer Stabilisierung in der Eurozone und verbesserten Erwartungen in Mittelosteuropa darauf hin, dass die weltweite Industrieproduktion an Dynamik gewinnt. Die jüngsten PMI-Daten sprechen für eine breitere globale Konjunkturerholung. Besonders Japan liefert starke Impulse, während Deutschland erstmals seit fast zwei Jahren wieder Expansionssignale sendet. Ob es sich tatsächlich um einen nachhaltigen Wendepunkt handelt, wird sich in den kommenden Monaten zeigen. Die Grundlage für weiteres Wachstum scheint jedoch solider als bei früheren Zwischenhochs.

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