Finanzen

Erdgas-Preis aktuell: Iran-Krieg lässt europäischen Erdgas-Preis um fast 50 Prozent steigen

Nach dem Angriff auf den Iran steigt der europäischer Erdgas-Preis um fast 50 Prozent nach Produktionsstopp. Analysten warnen vor weiteren Preissprüngen, sollte der Konflikt andauern. Aktuell sind die deutschen Gasspeicher nach dem kalten Winter deutlich weniger gefüllt als vor einem Jahr. Was das für Gasspeicher und Verbraucher bedeutet.
02.03.2026 18:23
Lesezeit: 2 min

Europäischer Erdgas-Preis steigt um fast 50 Prozent - Produktionsstopp

Ein Produktionsstillstand für Flüssigerdgas in Katar hat den europäischen Gaspreis am Montagmittag weiter in die Höhe getrieben. Bereits am Morgen hatte die Furcht vor Versorgungsengpässen wegen des Iran-Krieges und der Einschränkung des Schiffverkehrs in der Straße von Hormus, einem Nadelöhr für Öl- und Gastransporte, die Gasnotieren nach oben schnellen lassen. Wie die staatliche katarische Nachrichtenagentur Qatar News Agency nun am späten Mittag auf X mitteilte, wurde die Produktion von Flüssigerdgas und verwandten Produkten aufgrund eines Angriffs auf die Anlagen von QatarEnergy in der Industriezone Ras Laffan und im Industriegebiet Mesaieed eingestellt.

An der Börse in Amsterdam zog daraufhin der Preis für den richtungweisenden Erdgas-Terminkontrakt TTF zur Lieferung im Mai auf zuletzt 45,32 Euro je Megawattstunde (MWh) an. Das sind etwa 44 Prozent mehr als am Freitag. Eigentlich sollte Katar ab 2026 reichlich Erdgas nach Deutschland liefern, auch wenn es hierbei zuletzt einige Unstimmigkeiten gab. Aktuell sind die deutschen Gasspeicher nach dem kalten Winter deutlich weniger gefüllt als vor einem Jahr.

Erdgas-Preis aktuell: Iran-Krieg lässt Erdgas-Preis nach oben schnellen

Der Großhandelspreis für Erdgas ist nach dem Angriff Israels und der USA auf den Iran kräftig gestiegen. Zum Handelsauftakt am Montag sprang die Notierung für den richtungweisenden Terminkontrakt TTF zur Auslieferung in einem Monat an der Börse in Amsterdam bis auf 39,85 Euro je Megawattstunde (MWh). Das sind etwa 25 Prozent mehr als am Freitag und der stärkste Preissprung seit August 2023.

Damit ist europäisches Erdgas so teuer wie zuletzt im Januar, als niedrige Temperaturen in weiten Teilen Europas und vergleichsweise niedrige Füllstände der Gasspeicher den Preis zeitweise über 40 Euro getrieben hatten. Im Februar waren die Notierungen wieder spürbar bis auf etwa 30 Euro je Mwh zurückgegangen. Wegen langfristiger Kontrakte dauert es üblicherweise eine Weile, bis Energieversorger Preisänderungen im Großhandel an Privatkunden weiterreichen.

Weltweiter Energiehandel von Krieg betroffen

Am Wochenende hatten Israel und die USA den Iran angegriffen und dabei unter anderem das Staatsoberhaupt und den Religionsführer des Landes Ajatollah Ali Chamenei getötet. Der Iran reagierte mit Gegenangriffen und schränkte außerdem den Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus ein, eine der wichtigsten Engstellen des weltweiten Energiehandels.

Marktbeobachter sehen das Risiko weiterer Preisanstiege und halten Dimensionen wie beim Einmarsch Russlands in die Ukraine 2022 für möglich, falls der Konflikt länger andauert und weiter eskaliert. Zwar wird ein Großteil des Erdgases aus der Region am Persischen Golf nach Asien geliefert. Eine Unterbrechung der Lieferungen von Flüssiggas durch die Straße von Hormus dürfte aber den Wettbewerb um alternative Bezugsquellen verschärfen und die Preise weltweit, auch in Europa, in die Höhe treiben.

Straße von Hormus im Blickpunkt

In Europa sind die Gasvorräte nach dem Winter vergleichsweise niedrig, und die Region muss in diesem Sommer große Mengen an Flüssiggas importieren, um sie vor dem nächsten Winter wieder aufzufüllen. Analysten der US-Investmentbank Goldman Sachs schließen einen weiteren Anstieg des Gaspreises nicht aus. Sollte der Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus für einen Monat eingestellt werden, könnten sich der europäische Gaspreis nach Einschätzung von Goldman Sachs mehr als verdoppeln.

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