Wirtschaft

Teilzeitbeschäftigung in Deutschland: Höchststand erreicht

So viele Beschäftigte wie noch nie arbeiten in Teilzeit. Was steckt dahinter?
04.03.2026 07:23
Lesezeit: 1 min
Teilzeitbeschäftigung in Deutschland: Höchststand erreicht
Immer mehr Menschen arbeiten in Deutschland Teilzeit. (Foto: dpa) Foto: Sebastian Kahnert

Teilzeitbeschäftigung Deutschland: Branchen mit hohem Anteil wachsen weiter

Die Teilzeitbeschäftigung in Deutschland erreichte 2025 nach Berechnungen des Nürnberger Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) einen Höchststand. Gleichzeitig arbeiteten Teilzeitkräfte pro Woche etwas mehr als im Vorjahr. Dadurch blieb die durchschnittliche Wochenarbeitszeit aller Beschäftigten auf dem Niveau von 2024 und lag über dem früherer Jahre.

Mehr Teilzeit, weniger Vollzeit

Laut der IAB-Arbeitszeitberechnung stieg die Zahl der Teilzeitbeschäftigten im Vergleich zu 2024 um ein Prozent auf 16,88 Millionen. Die Zahl der Vollzeitbeschäftigten sank hingegen um 0,6 Prozent auf 25,43 Millionen. Die Teilzeitquote erhöhte sich damit um 0,4 Prozentpunkte auf 39,9 Prozent – ein Rekordwert bei den Jahreszahlen, so das IAB.

Beschäftigung in typischen Teilzeit-Branchen wächst

Ein Grund für den Anstieg liegt laut IAB in der zunehmenden Beschäftigung in Branchen mit hohem Teilzeitanteil, etwa im Gesundheits- und Sozialwesen. In Branchen mit überwiegend Vollzeitstellen, wie der Industrie, sank die Beschäftigung gleichzeitig.

"Teilzeit war bisher kein Verlustgeschäft. Dennoch gibt es hier noch viel zu gewinnen, vor allem bei einer stärkeren beruflichen Entwicklung von Frauen", erklärt IAB-Experte Enzo Weber. CDU-Politikerinnen und -Politiker fordern seit Monaten, dass die Menschen in Deutschland mehr arbeiten sollten. Zuletzt hatte die Mittelstands- und Wirtschaftsunion von CDU/CSU den Rechtsanspruch auf Teilzeit teilweise infrage gestellt.

Arbeitsvolumen leicht gesunken

Die Zahl der Erwerbstätigen blieb 2025 mit 45,98 Millionen in etwa stabil (minus 5.000 Personen). Sie leisteten zusammen rund 61,26 Milliarden Stunden Arbeit, 0,2 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Durchschnittlich arbeiteten die Beschäftigten in Deutschland 30,4 Stunden pro Woche – genauso viel wie 2024. Zum Vergleich: 2016 betrug die durchschnittliche Wochenarbeitszeit noch 30,12 Stunden.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
DWN
Politik
Politik Energiewende-Pläne: Umweltminister Schneider stoppt Entwurf von Reiche
07.05.2026

Im Streit um die Energiewende zeigt sich die Bundesregierung tief gespalten. Umweltminister Carsten Schneider (SPD) lehnte die Pläne von...

DWN
Finanzen
Finanzen US-Börsenbericht: Wall Street gibt leicht nach, da sich die Ölpreise erholen
07.05.2026

Geopolitische Unsicherheiten und überraschende Gewinner: Erfahren Sie, welche Faktoren die Märkte aktuell in Atem halten.

DWN
Politik
Politik Friedenssignale aus Teheran: Warum Trump den Iran-Krieg kaum als Sieg verkaufen kann
07.05.2026

Die Märkte setzen auf Entspannung im Iran-Konflikt, doch Trump steht vor einer politischen Niederlage und die Zukunft der Straße von...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Rohstoffmärkte unter Druck: Was den Kupferpreis jetzt bewegt
07.05.2026

Der Kupferpreis steht im Zentrum neuer Machtverschiebungen an den Rohstoffmärkten. Wie stark kann KGHM davon profitieren, wenn Geopolitik,...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Effizienz-Schock bei DeepL: Kölner KI-Aushängeschild entlässt 250 Mitarbeiter
07.05.2026

Das Kölner Vorzeige-Startup DeepL galt lange als die deutsche Antwort auf das Silicon Valley. Doch trotz technischer Erfolge zieht das...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Kraftwerksgesetz: Kartellamt warnt vor Einschränkung des Wettbewerbs
07.05.2026

Das Kartellamt äußert massive Kritik am geplanten Kraftwerksgesetz (StromVKG) des Wirtschaftsministeriums. Laut einer aktuellen...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Warsteiner Brauerei: Konzern schließt Standorte und bündelt Bierproduktion
07.05.2026

Die Warsteiner Brauerei (Haus Cramer Gruppe) reagiert auf den sinkenden Bierkonsum in Deutschland mit einem drastischen Kapazitätsabbau....

DWN
Technologie
Technologie KI-Gesetz der EU: Neues Verbot für Missbrauch-Deepfakes beschlossen
07.05.2026

Die EU verschärft das KI-Gesetz und verbietet künftig sexualisierte Deepfakes sowie KI-Inhalte, die Kindesmissbrauch darstellen....