Immobilien

Immobilienförderung: Wie neue Bauförderungen die Deutschen zum Hausbau motivieren sollen

Die Bundesregierung hat sich bezahlbares Wohnen mit Rotstift auf die Fahne geschrieben. Nach Erlass des Bauturbos sollen auch neue oder erweiterte Förderungen die Deutschen näher an ihren Traum vom Haus bringen. Was es gibt und geben wird.
Autor
avtor
19.03.2026 12:10
Lesezeit: 4 min
Immobilienförderung: Wie neue Bauförderungen die Deutschen zum Hausbau motivieren sollen
Neubaugebiet in der Region Hannover: Staatliche Fördermittel sollen dabei helfen, Hausträume erfüllbar zu machen. (Foto: dpa) Foto: Julian Stratenschulte

Steigende Bauzinsen: Ist 2026 noch der richtige Zeitpunkt für den Immobilienkauf?

Aktuelle Prognosen von Experten sagen voraus, dass die Baukredite im laufenden Jahr 2026 noch auf bis zu 4,3 Prozent steigen werden. Während sich der Immobilienmarkt im Vergleich zu 2022 zu erholen, beziehungsweise zu stabilisieren, scheint, stellen sich immer mehr Interessenten die Frage, ob die Zeit für den Immobilienkauf nach ein paar brisanten Jahren endlich gekommen ist.

Aus der Kostenperspektive sieht sich der Markt mit einigen Fragezeichen konfrontiert; darunter steigende Energiekosten, explodierende Nebenkosten und eins instabiles internationales politisches Gefüge – allesamt Faktoren, die potenzielle Käufer verunsichert. Man munkelt zudem, dass der Leitzins 2026 noch steigen soll – es stellt sich also die Frage, ob nun der letzte Zeitpunkt gekommen ist, um halbwegs bezahlbar zu bauen oder zu kaufen, bevor es zu spät ist.

Immobilienförderung: Diese Optionen gibt es

Die meisten Immobilienkäufer werden nicht um eine Baufinanzierung herum kommen. Reduziert man diese durch Eigenkapital, können sich die Zins-Bedingungen bereits zum Besseren verändern, was Experten auch explizit empfehlen. Eine weitere Möglichkeit, sich den Traum vom Haus zu erfüllen, ist eine Immobilienförderung.

Die Bundesregierung spricht schon seit geraumer Zeit über eine Reform ein der Förderung von Sanierungen und Neubau. So soll zum Beispiel das Heizungsgesetz, was Teil des Gebäudeenergiegesetzes (GEG) ist, in ein "Gebäudemodernisierungsgesetz" umgewandelt werden. Die genauen Eckpunkte der Reform sollen bis Ende Februar vorliegen.

Neuauflagen für Zuschüsse rund um Barrierefreiheit von KFW werden bereits im Frühjahr 2026 in neuer Form freigegeben. Zudem stehen der KFW seit Mitte Dezember 2025 wieder 800 Millionen Euro für energieeffiziente Neubauten nach Standard 55 zur Verfügung. Zum Verständnis: KFW-55 steht für Gebäude, die 55 Prozent der Energie eines Standardhauses verbrauchen, also besonders sparsam mit wertvollen Ressourcen umgehen. Einige Jahre wurde die Förderung ausgesetzt, da die 55 von der Ampel-Regierung als bereits etablierter Standard gewertet wurde. Zum aktuellen Zeitpunkt soll das eine befristete Förderungen sein, jedoch wird von Experten vermutet, dass die Bundesregierung plant, den 55-Standard wieder vollumfassend einzuführen.

KFW-Förderprogramme

KFW-Chef Stefan Wintels sagt, dass die Wohnförderung zukünftig besonders einfach gestaltet werden soll, um die Herausforderungen am kriselnden Markt mit zu stemmen. Die Rahmenbedingungen der Förderkredite bleiben gleich, das Angebot soll aber einfacher und übersichtlicher verfügbar sein. 2025 wurden bereits 750.000 Wohneinheiten durch KFW gefördert. Vor allem im Bereich Heizung sieht Wintels gute Ergebnisse.

Heizungsförderung Wohngebäude (458)

Unter KFW-458 unterstützt die Förderbank den Kauf und Einbau einer neuen, klimafreundlichen Heizung mit bis zu 70 Prozent der förderfähigen Kosten.

Klimafreundlicher Neubau im Niedrigpreissegment (296)

Wohnen ist ein teures Thema, egal wie man es angeht. So will KFW-296 beim Neubau von besonders flächeneffizienten und klimafreundlichen Wohnobjekten unterstützen. 296 fördert Neubau und Erstkauf mit bis zu 100.000 Euro je Wohnung beziehungsweise Wohneinheit bei 10 Jahren Zinsbindung und einer Laufzeit von maximal 35 Jahren.

Klimafreundlicher Neubau – Wohngebäude (297, 298)

Bei diesem Programm fördert die KFW den Neubau und Erstkauf von klimafreundlichen Wohngebäuden und Eigentumswohnungen, beginnend bei der Planung, über die Baubegleitung durch Experten bis hin zur Fertigstellung. Je Wohneinheit sind bis 150.000 Euro Förderkredit bei einer Laufzeit von bis zu 35 Jahren und 10 Jahren Zinsbindung veranschlagt.

Wohneigentum für Familien – Neubau (300)

Für Familien mit Kindern bietet sich der Förderkredit 300 von KFW an. Dieser fördert den Bau und Erstkauf eines Wohnobjekts für Familien mit Kindern mit 170.000 bis 270.000 Euro. Das Programm spricht speziell Familien mit niedrigem bis mittlerem Einkommen an. Das bedeutet: 90.000 Euro Haushaltseinkommen bei einem Kind mit einer Erweiterung der Grenze um 10.000 Euro für jedes weitere Kind.

Erneuerbare Energien – Standard (270)

Dieser Förderkredit unterstützt den Kauf und Bau von Anlagen rund um Strom und Wasser, zum Beispiel Photovoltaik. Ein Kredit wird hier zu einem effektiven Jahreszins ab 3,23 Prozent vergeben.

Altersgerechtes Umbauen (159)

Um bestehende Wohngebäude altersgerecht und barrierefrei zu gestalten, sowie einen besseren Einbruchschutz zu gewährleisten, bietet die KFW Förderkredite von bis 50.000 Euro an.

BEG: Energetische Sanierung

Eine ausreichende Dämmung ist ein bedeutender Faktor in der tatsächlichen Klimafreundlichkeit einer Heizung, beziehungsweise eines Gebäudes. Eigentümer von Bestandsbauten sind deswegen dazu aufgerufen, ihre Objekte energetisch zu sanieren. Das dient nicht nur dem Klima, sondern spart auch Geld: Eine optimale Wärmedämmung bedeutet bei den Außenwänden ein Ersparnis von 25 Prozent, beim Dach 15 und beim Tausch von Fenstern und Türen je 15 Prozent.

Bevor man diese Ersparnisse jedoch genießen darf, müssen passende Sanierungen aber erst mal bezahlt werden. Über die BEG-Einzelmaßnahmen werden Sanierungen wie diese mit Fördersätzen um 15 Prozent unterstützt. Je mach Programm liegen die förderfähigen Kosten bei bis zu 60.000 Euro pro Wohneinheit. Über die Sanierung selbst hinweg sind auch Beratungen förderfähig.

Förderung der BAFA

Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) bietet sowohl für den Hauskauf als auch für Maßnahmen rund um das bestehende Objekt staatliche Förderungen an. Das Hauptaugenmerk wird hierbei auf Investitionen in erneuerbare Energien gelegt. Das betrifft zum Beispiel Eigentümer, die an einer Modernisierung ihrer Heizungsanlage interessiert sind.

Geografisch spezifische Fördermittel

Jedes Bundesland, sowie viele Gemeinden und Kommunen, bieten örtlich verankerte Förderung zum Hausbau- und kauf, sowie Sanierungsmaßnahmen, an. So vergibt zum Beispiel der Freistaat Bayern unter dem Titel des "Bayerischen Zinsverbilligungsprogramms" zinsvergünstigte Darlehen an.

Die genannten Förderungen sind ein positives Mittel, um finanzielle Vorhaben rund um Bauen und Wohnen zu stemmen. Jedoch gibt es einen Wermutstropfen: Die Bundesregierung hat im Etat für 2026 vorgesehen, dass die Förderung für effiziente Gebäude (BEG) im laufenden Jahr von rund 15,2 Milliarden auf 12 bis 12,6 Milliarden Euro sinken soll. Besonders betroffen von den Kürzungen sind Komplettsanierungen, was Eigentümer auf horrenden Kosten für Dämmung, Fenster und Co. sitzen lässt.

Immobilienförderung: Chancen in einem volatilen Markt

Trotz einiger turbulenter Jahre reißt das Interesse an Immobilien in Deutschland nicht ab. Insbesondere in Ballungsgebieten und in guter Lage sind Immobilien nach wie vor clevere Investment-Objekte. Aufgrund der hohen Bau- und Materialkosten, sowie Fragen rund um Bauzinsen und Branche insgesamt, lohnt es sich jedoch, mit guter Vorbereitung in den Hauskauf und oder -bau hinein zu gehen. Ein Immobilienkauf ist nicht mit dem Erstehen von Objekt oder Bauplatz getan; Kosten rund um Notar, Steuern und Finanzierung kommen schwer zu tragen. Insbesondere deswegen sind auch Förderungen wie die der KFW so wertvoll, um den Traum vom eigenen Haus dennoch zu ermöglichen.

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Nataly Sesic

Nataly Sesic ist seit 2023 als freie Autorin im Bereich Immobilien bei den Deutschen Wirtschaftsnachrichten. Zuvor war sie als Producerin bei Galileo beschäftigt und hat frei für internationale Marken wie Apple Music und The Walt Disney Company gearbeitet. Neben Immobilien ist ihr Steckenpferd Musik – der Spagat zwischen Kunst und Politik macht ihr dabei besonders Spaß. Sie ist studierte Literaturwissenschaftlerin und macht aktuell ihren Master in Buchwissenschaft.
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