Politik

Trump will gigantischen Milliardenbetrag für den Krieg in Iran fordern

Die Kosten für den Krieg gegen Iran steigen rasant. Nun will Donald Trump weitere 200 Milliarden Dollar vom Kongress fordern. Die Debatte darüber entwickelt sich zu einem politischen Machtkampf in Washington.
23.03.2026 15:13
Lesezeit: 7 min

200 Milliarden Dollar zusätzlich für das Pentagon

Tag für Tag steigt die Rechnung für den Krieg in Iran weiter an. Nun bereitet Donald Trump vor, einen neuen milliardenschweren Scheck für das Verteidigungsministerium Pentagon zu fordern. Das dänische Wirtschaftsportal Borsen berichtet unter Berufung auf die Washington Post und das Wall Street Journal, dass die Trump-Regierung den Kongress konkret um weitere 200 Milliarden US-Dollar bitten wird. Geld soll zur Finanzierung der militärischen Operation dienen. Ein Teil der Mittel soll dazu verwendet werden, die Munitionsbestände wieder aufzufüllen, die nach knapp vier Wochen Krieg deutlich reduziert wurden. Es handelt sich um eine erhebliche Aufstockung, da das Pentagon-Budget für 2026 bei rund 1.000 Milliarden US-Dollar liegt.

Verteidigungsminister Pete Hegseth erklärte auf einer Pressekonferenz, dass die Regierung zusätzliche Mittel benötige, um die Operation Epic Fury zu finanzieren. Die Summe könne sich noch ändern, könne aber auch bei 200 Milliarden US-Dollar liegen. „Es kostet Geld, Bösewichte zu töten. Deshalb gehen wir zurück zum Kongress und zu unseren Vertretern, um sicherzustellen, dass wir ausreichend finanziert sind für das, was getan wird und was wir möglicherweise noch tun müssen.“

Kriegskosten steigen rasant

Donald Trump hat wiederholt betont, dass der Krieg in Iran kurz sein werde. Gleichzeitig hat er den Amerikanern keinen konkreten Zeitrahmen genannt. Im Oval Office wurde der Präsident am Donnerstag von einem Journalisten gefragt, warum ein kurzer Krieg einen zusätzlichen Finanzbedarf in dieser Größenordnung erfordere. „Wir fordern das Geld aus vielen Gründen, auch über das hinaus, was wir im Zusammenhang mit Iran besprechen“, antwortete Trump.

Im Klartext: Das Weiße Haus hat sich nicht konkret zu den Kosten des Krieges geäußert. Laut New York Times informierte das Pentagon in einer vertraulichen Sitzung den Kongress darüber, dass in den ersten sechs Tagen 11,3 Milliarden US-Dollar ausgegeben wurden.

Die Denkfabrik Center for Strategic and International Studies schätzt auf Grundlage verfügbarer Daten, dass die ersten sechs Kriegstage insgesamt 12,9 Milliarden US-Dollar gekostet haben, wenn Schäden an militärischer Infrastruktur einbezogen werden. Gleichzeitig betont die Denkfabrik, dass es an detaillierten Informationen fehlt, um eine präzisere Einschätzung zu liefern. Für einen längeren Zeitraum berechnet die Denkfabrik, dass das Pentagon nach zwölf Tagen rund 16,5 Milliarden US-Dollar für den Krieg in Iran ausgegeben hat.

Die ersten Tage waren somit die teuersten. Laut Schätzungen steigen die Kosten im Durchschnitt um rund 0,5 Milliarden US-Dollar pro Tag. Die tatsächlichen Kosten hängen stark davon ab, welche Munition eingesetzt wird und in welchem Umfang Verbündete zur Luftverteidigung beitragen.

Politischer Streit um Finanzierung

Bislang steht der Großteil der Republikaner hinter Trumps Angriff auf Iran. Zu Beginn des Krieges lehnten sie einen Vorschlag ab, der den Präsidenten verpflichtet hätte, für eine Fortsetzung des Krieges die Zustimmung des Kongresses einzuholen. Doch Politiker beider Parteien zeigen sich zurückhaltend gegenüber einer langfristigen militärischen Verstrickung der USA im Nahen Osten. Damit ist die Grundlage für einen intensiven politischen Konflikt im Kongress gelegt. Republikanische Abgeordnete unterstützen nicht automatisch die Idee, dem Pentagon weitere Mittel zuzuweisen. Erst im vergangenen Jahr wurde das Budget bereits um 150 Milliarden US-Dollar erhöht. Donald Trump hatte zuvor ein Gesamtverteidigungsbudget von 1.500 Milliarden US-Dollar ins Spiel gebracht.

Der republikanische Mehrheitsführer im Senat, John Thune, erklärte, dass er zunächst mehr Details benötige. Die Regierung müsse dem Kongress genau darlegen, wie die zusätzlichen Mittel verwendet werden sollen. Er fügte hinzu, dass sich zeigen werde, ob der zusätzliche Finanzantrag im Senat eine Mehrheit finde. Die Republikaner verfügen zwar über eine Mehrheit im Senat, diese reicht jedoch nicht aus, um ohne Stimmen der Demokraten eine Debatte zu beenden.

Die Demokraten lehnen den Vorschlag ab. Der Minderheitsführer im Senat, Chuck Schumer, bezeichnete die Forderung nach zusätzlichen Mitteln als absurd und inakzeptabel. „Wenn Trump 200 Milliarden US-Dollar fordert, bedeutet das, dass er davon ausgeht, dass wir sehr, sehr lange im Krieg mit Iran bleiben werden“, sagte Schumer.

Die Debatte um die Krieg Iran Kosten entwickelt sich zu einem zentralen politischen Konflikt in den USA. Während die Regierung auf zusätzliche Mittel drängt, wächst der Widerstand im Kongress. Die Höhe der geforderten Summe deutet darauf hin, dass Washington sich auf einen längeren Konflikt einstellen könnte. Damit steigen sowohl die finanziellen als auch die geopolitischen Risiken erheblich.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
X
DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Finanzen
Finanzen In Luxusuhren investieren: „Ziemlich furchtbar, wenn unter dem Anzug eines Mannes eine riesige Garmin hervorschaut“
11.07.2026

Eine Luxusuhr verbindet Status, Leidenschaft für Uhren und in manchen Fällen auch die Hoffnung, Geld zu vermehren. Erfahrene...

DWN
Unternehmen
Unternehmen BMW iX3 im Test: Elektrischer SUV mit erstaunlicher Reichweite
11.07.2026

Der neue BMW iX3 50 xDrive verbindet kräftige Fahrleistungen mit einer Reichweite, die im Alltag wirklich überzeugt. Zwei Elektromotoren,...

DWN
Politik
Politik Politik und Gesellschaft: Warum die Geburtenrate in Deutschland weiter sinkt
11.07.2026

Die durchschnittliche Zahl der Kinder, die eine Frau in Deutschland zur Welt bringt, ist auf den niedrigsten Wert seit rund 30 Jahren...

DWN
Panorama
Panorama Trump verdiente im vergangenen Jahr mehr als eine Milliarde, den größten Teil davon mit Kryptowährungen
11.07.2026

Der Vermögensbericht des US-Präsidenten und des Vizepräsidenten wurde veröffentlicht.

DWN
Unternehmen
Unternehmen Was passiert, wenn eine Kuh eine Smartwatch bekommt?
11.07.2026

HeroLabs, das slowenische Start-up des Jahres, hat fast sechstausend Kühe mit den MooHero-Smart-Halsbändern ausgestattet; nun...

DWN
Finanzen
Finanzen Schuldenweltmeister Deutschland: Regierung plant noch mehr Schulden - wird die Defizitgrenze gekillt?
10.07.2026

Die Staatsverschuldung wächst unter Bundesfinanzminister Klingbeil rasant und die Regierung hat bisher keinen Plan gegen steigende...

DWN
Politik
Politik Mammutsitzung vor der Sommerpause: Bundesrat beschließt zahlreiche Gesetze nach turbulenten Debatten
10.07.2026

Die Länderkammer hat sich mit einer außergewöhnlich dynamischen und dicht gedrängten Sitzung in die parlamentarische Sommerpause...

DWN
Unternehmensporträt
Unternehmensporträt 22 Euro pro Kasten: Wie eine Allgäuer Familienbrauerei die Branche aufmischt
10.07.2026

Der Bierabsatz in Deutschland stürzt auf ein historisches Rekordtief. Doch statt die Preise zu senken, verlangt die Meckatzer Löwenbräu...