Politik

Trump-Ultimatum im Iran-Krieg: Lage verschärft sich nach Drohungen rund um die Straße von Hormus

Im Iran-Krieg spitzt sich die Lage weiter zu: Ultimaten, militärische Drohungen und strategische Engpässe sorgen für wachsende Unsicherheit. Besonders die Straße von Hormus rückt in den Fokus. Welche Konsequenzen hätte eine vollständige Blockade für Wirtschaft und Sicherheit?
23.03.2026 09:02
Aktualisiert: 23.03.2026 09:02
Lesezeit: 3 min
Trump-Ultimatum im Iran-Krieg: Lage verschärft sich nach Drohungen rund um die Straße von Hormus
Nach einem Ultimatum von US-Präsident Donald Trump verschärft sich die Lage im Iran-Krieg weiter. (Foto: dpa) Foto: Alex Brandon

Iran-Krieg: Teheran droht nach Trump-Ultimatum mit harter Vergeltung

Trump verschärft im Iran-Krieg seine Drohungen gegenüber Teheran. Wird der Iran die Straße von Hormus bis Dienstag tatsächlich freigeben - oder droht im Iran-Krieg eine neue Eskalationsspirale?

Der Iran droht im Iran-Krieg nach einem Ultimatum von US-Präsident Donald Trump mit der vollständigen Schließung der Straße von Hormus, falls die USA iranische Kraftwerke angreifen. Die für den weltweiten Ölhandel zentrale Meerenge werde dann komplett gesperrt und erst wieder geöffnet, wenn die zerstörten Anlagen wieder aufgebaut seien, erklärten die iranischen Revolutionsgarden über den Staatssender Irib. Der von den USA und Israel angegriffene Iran hat seit Beginn im Iran-Krieg wiederholt Schiffe in der Straße von Hormus per Funk dazu aufgefordert, diese nicht zu durchqueren. Teheran griff in der Region seither mehrfach auch Schiffe an. Einzelne Schiffe passieren die wichtige Route jedoch weiterhin.

Trump hatte dem Iran in der Nacht zum Sonntag (MEZ) im Iran-Krieg mit der Zerstörung seiner Energieanlagen gedroht, sollte das Land nicht innerhalb von 48 Stunden die Straße von Hormus vollständig und "ohne Drohungen" öffnen. Andernfalls würden die USA Irans Kraftwerke angreifen und zerstören, "beginnend mit dem größten!", schrieb Trump auf seiner Plattform Truth Social.

Der Iran hatte im Gegenzug bereits angekündigt, in diesem Fall sämtliche Energieinfrastrukturen und Entsalzungsanlagen mit Verbindungen zu den USA in der gesamten Golfregion ins Visier zu nehmen. Nun drohten die Revolutionsgarden zusätzlich, alle Kraftwerke, Energieanlagen sowie Informations- und Kommunikationstechnologie Israels anzugreifen - und "alle vergleichbaren Unternehmen in der Region mit US-Anteilseignern".

Iran-Krieg: Konflikt um Hormus belastet Weltwirtschaft massiv

Damit droht der vor drei Wochen von den USA und Israel gestartete Iran-Krieg weiter zu eskalieren - mit kaum absehbaren Folgen für die Region und die Weltwirtschaft. Bereits jetzt zeigt der Konflikt um die Straße von Hormus erhebliche Auswirkungen auf die globalen Märkte.

Die Meerenge ist die einzige Verbindung des Persischen Golfs mit den Weltmeeren und gilt als eine der wichtigsten Schifffahrtsrouten weltweit. Rund ein Fünftel des globalen Ölbedarfs wird durch diese Passage transportiert. Der größte Anteil davon geht nach China, Indien und in weitere asiatische Staaten. Auch etwa 20 Prozent des weltweiten Flüssiggashandels verlaufen durch diese Route. Die Menschen in Deutschland spüren die Folgen der faktischen Blockade unter anderem an den Tankstellen, da die Preise für Benzin und Diesel deutlich gestiegen sind. Fachleute gehen davon aus, dass auch Lebensmittelpreise weiter anziehen könnten.

Iran-Krieg: Bedrohung für Europa durch iranische Raketen?

Nach dem iranischen Raketenangriff auf den US-britischen Stützpunkt Diego Garcia forderte der israelische Regierungschef Benjamin Netanjahu weitere Staaten auf, sich im Iran-Krieg dem Vorgehen gegen den Iran anzuschließen. "Welchen weiteren Beweis brauchen Sie noch, dass dieses Regime, das die ganze Welt bedroht, gestoppt werden muss?", sagte er bei einem Besuch in der israelischen Wüstenstadt Arad. Es sei an der Zeit, "dass die Staats- und Regierungschefs der übrigen Länder sich anschließen", erklärte Netanjahu, ohne konkrete Länder zu benennen.

Der Stützpunkt Diego Garcia liegt rund 4.000 Kilometer südöstlich der iranischen Küste – und damit etwa doppelt so weit entfernt, wie die bislang offiziell bestätigte Reichweite des iranischen Raketenarsenals. Die beiden Raketen trafen laut US-Medien die Basis nicht. Demnach versagte eine während des Fluges und eine wurde abgefangen.

Iranische Mittelstreckenraketen könnten mit einer solchen Reichweite theoretisch auch Städte in Deutschland und anderen europäischen Staaten erreichen.

Der Sicherheitsexperte Carlo Masala verwies bei "Bild" darauf, dass Deutschland als Reaktion auf den Ukraine-Krieg das Raketenabwehrsystem Arrow 3 von Israel erworben hat. Dieses sei genau dafür ausgelegt, solche Raketen abzufangen. Die Bundeswehr hatte im Dezember den ersten von drei geplanten Standorten in Betrieb genommen.

Iran-Krieg: Neue Angriffe auf Israel mit Streumunition

In Israel kam es unterdessen zu weiteren Raketenangriffen im Iran-Krieg. Bei einem iranischen Angriff auf die Küstenmetropole Tel Aviv wurden nach Angaben von Sanitätern 15 Menschen verletzt. Ein Armeesprecher teilte mit, der Iran habe erneut Streumunition eingesetzt. Eine Rakete mit Streumunition zerbricht häufig über dem Zielgebiet in der Luft und verteilt anschließend Submunitionen, auch Bomblets genannt, über ein großes Areal.

Am Wochenende wurden außerdem mehr als 100 Menschen bei iranischen Raketenangriffen auf die beiden südlichen israelischen Wüstenstädte Dimona und Arad verletzt, Dutzende davon schwer. Auch die iranischen Angriffe auf Golfstaaten setzten sich fort. Im Iran gab es wie üblich nur begrenzte Informationen über konkrete amerikanisch-israelische Angriffe gegen das Land. Nach offiziellen Angaben sind seit Beginn im Iran-Krieg Ende Februar mehr als 1.500 Menschen getötet worden. 21.000 weitere Menschen seien verletzt, meldete der Staatssender Irib unter Berufung auf das Gesundheitsministerium.

Eskalationsgefahr im Iran-Krieg wächst weiter

Der Iran-Krieg entwickelt sich zunehmend zu einem globalen Risikofaktor mit weitreichenden wirtschaftlichen und sicherheitspolitischen Folgen. Die Straße von Hormus bleibt dabei der zentrale Brennpunkt, dessen mögliche Blockade die Energieversorgung massiv beeinträchtigen könnte. Gleichzeitig zeigen die militärischen Drohungen und Angriffe, wie schnell sich die Lage weiter zuspitzen kann. Auch Europa rückt stärker in den Fokus möglicher Gefahren. Die Unsicherheit an den Märkten wächst bereits spürbar, während politische Lösungen bislang ausbleiben. Entscheidend wird sein, ob es den beteiligten Akteuren gelingt, eine weitere Eskalation im Iran-Krieg zu verhindern.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
X
DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Technologie
Technologie Wasserstofffabrik auf Rädern: Kleine Anlage soll Generatoren und Drohnen versorgen
30.05.2026

In Nord-Tallinn, in der Laevastiku-Straße, steht ein Gebäude aus roten Ziegeln. Von außen wirkt der Ort verlassen, doch im Inneren wird...

DWN
Panorama
Panorama Entwarnung beim Klimawandel? Forscher korrigieren Worst-Case-Szenario
30.05.2026

Die schlimmsten Klima-Prognosen gelten inzwischen als weniger wahrscheinlich. US-Präsident Donald Trump sieht sich dadurch bestätigt.

DWN
Politik
Politik Der übergriffige Staat: Bremst Regulierung Europas Wohlstand?
30.05.2026

Europa verliert an wirtschaftlicher Dynamik. Während die USA Innovationen skalieren und China Märkte strategisch erobert, verstrickt sich...

DWN
Panorama
Panorama Toyota bZ4X Touring im Test: Wenn Reichweite ihren Namen wirklich verdient
30.05.2026

Toyotas elektrisch angetriebenes SUV bZ4X präsentiert sich auch in der Version Touring. Der Einstiegspreis liegt mit Förderung bei 35.990...

DWN
Panorama
Panorama Wie 3D-Drucker aus deutschen Garagen den Ukraine-Krieg beeinflussen
30.05.2026

Kleine Plastikteile aus Deutschland helfen der Ukraine im Krieg gegen Russland. Hinter der Initiative stehen Freiwillige mit 3D-Druckern,...

DWN
Panorama
Panorama Tanken, WM, Shopping: Das ändert sich im Juni
30.05.2026

Der neue Monat bringt gute Nachrichten für Sportfans und schlechte Aussichten für Autofahrer. Welche Änderungen stehen im Juni an?

DWN
Technologie
Technologie KI in der Produktion entscheidet über Deutschlands Industriekraft
30.05.2026

Eine Fabrik von 1961 wird zum Vorbild für die Industrie von morgen. Bei ams OSRAM zeigt sich, dass künstliche Intelligenz nicht nur neue...

DWN
Finanzen
Finanzen US-Börsenbericht: Aktien schließen auf Rekordhoch, angeführt von Tech-Werten, während der Nasdaq im Mai 8 Prozent gewinnt
29.05.2026

Künstliche Intelligenz und überraschende diplomatische Wendepunkte beflügeln die Märkte – erfahren Sie, was die Börsen aktuell...