Politik

Schmerzhafte Reformen für Deutschland: Merz lobt Klingbeil für Vorschläge

Mit warmen Worten lobt der Bundeskanzler die Reformrede des SPD-Chefs und stellt sich damit demonstrativ hinter Finanzminister Klingbeil. Er habe dessen Rede „mit einiger Sympathie“ aufgenommen. Besonders dankbar sei er dafür, dass Klingbeil „an keiner Stelle gesagt hat, was nicht geht“.
27.03.2026 08:11
Lesezeit: 1 min
Schmerzhafte Reformen für Deutschland: Merz lobt Klingbeil für Vorschläge
Bundeskanzler Friedrich Merz habe die Rede Kingbeils nach der Ost-Ministerpräsidentenkonferenz in Berlin "mit einiger Sympathie" aufgenommen. (Foto: dpa)

Merz lobt Klingbeil - und ermahnt indirekt Söder

Bundeskanzler Friedrich Merz hat die Reformrede von SPD-Chef Lars Klingbeil begrüßt - und gleichzeitig indirekt CSU-Chef Markus Söder kritisiert. Er habe die Rede Kingbeils «mit einiger Sympathie» aufgenommen, sagte der CDU-Vorsitzende nach der Ost-Ministerpräsidentenkonferenz in Berlin. «Ich bin vor allen Dingen dankbar dafür, dass er an keiner Stelle gesagt hat, was nicht geht.»

Diese Bitte wolle er an alle Koalitionspartner richten, betonte Merz: «Dass wir nämlich die Diskussion, die wir jetzt führen, nicht unter dem Aspekt führen, was wir uns gegenseitig nicht zumuten wollen.» Stattdessen sollte man an einer gemeinsamen Lösung arbeiten, um aus der strukturellen Wachstumsschwäche herauszukommen.

Söder schließt unter anderem höheren Spitzensteuersatz aus

Der Appell richtet sich offensichtlich an CSU-Chef Markus Söder, der dem «Stern» Anfang der Woche gesagt hatte, was mit ihm bei einer großen Steuer-, Gesundheits- und Sozialreform nicht geht. So erteilte der bayerische Ministerpräsident einer Erhöhung des Spitzensteuersatzes eine Absage: Das «wäre ein Schlag ins Gesicht für die Leistungsträger im Mittelstand». Eine Reform der Einkommensteuer sei sicher wünschenswert, aber nur mit «kleinen Entlastungen».

Klingbeil für Rente nach Beitragsjahren

Klingbeil hatte sich am Mittwoch in seiner Reformrede unter anderem für eine Abschaffung des Ehegattensplittings in seiner jetzigen Form für künftige Ehen ausgesprochen. Damit sollen mehr Frauen veranlasst werden, in Vollzeit zu arbeiten. Außerdem ist er dafür, sich beim Renteneintritt an den Beitragsjahren zu orientieren.

Mit einer Reform der Einkommensteuer sollten 95 Prozent der Beschäftigten entlastet werden - «und zwar merklich, mit einigen hundert Euro im Jahr», forderte der SPD-Chef. Dazu müssten Menschen mit hohem Einkommen und viel Vermögen «einen Beitrag leisten», die Erbschaftsteuer müsse reformiert werden.

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