Diplomatische Wende beflügelt die Börse
Die Wall Street verzeichnete am Mittwoch eine Erholungsrallye, während die Ölpreise drastisch fielen. Die Anleger zeigten sich erleichtert über eine Einigung in letzter Minute zwischen den USA und dem Iran auf einen zweiwöchigen Waffenstillstand.
Die Vereinbarung, die US-Präsident Donald Trump nur 88 Minuten vor Ablauf seiner selbst gesetzten Frist bekannt gab, konnte jedoch einige Angriffe auf eine saudi-arabische Ölpipeline sowie das Abfangen von Raketen über einer Reihe von Golfstaaten nicht verhindern.
Luftfahrt-, Technologie- und Bankaktien verzeichneten die stärksten Zuwächse, während auch Rohstoffe wie Gold und Silber zulegen konnten.
Ein neuer zweiwöchiger Waffenstillstand ließ die Aktien in verschiedenen Sektoren in die Höhe schnellen. Insbesondere Luftfahrtunternehmen, die in den vergangenen Wochen besonders stark gebeutelt worden waren, verzeichneten zweistellige prozentuale Zuwächse.
Deutliche Ausschläge bei Öl und Leitindizes
Der Preis für die Rohölsorte Brent fiel drastisch auf seinen tiefsten Stand seit vier Wochen und notierte bei Börsenschluss bei über 96 US-Dollar pro Barrel – wenn auch immer noch höher als der Preis von 70 US-Dollar, der vor Ausbruch des Krieges Ende Februar verzeichnet wurde.
Der Dow Jones Industrial Average stieg um 2,85 Prozent und kletterte um 1.326 Punkte auf 47.910,79, während der Nasdaq Composite mit einem Plus von 2,8 Prozent bei 22.635 Punkten schloss.
Unterdessen notierte der S&P 500 bei Börsenschluss 2,51 Prozent im Plus bei 6.782,96 Punkten.
Der VIX-Index, der als Angstbarometer gilt, sank auf das Vorkriegsniveau und gab um über 17 Prozent nach.
Einzeltitel im Fokus: Luftfahrt hebt ab, Ölriesen straucheln
Luftfahrtaktien waren die großen Gewinner der Wall-Street-Rallye. JetBlue verzeichnete mit einem Plus von 11 Prozent den stärksten Anstieg, gefolgt von United Airlines mit einem Zuwachs von 7,8 Prozent.
Southwest sprang um 6,6 Prozent nach oben und American Airlines legte um 5,7 Prozent zu.
Technologieaktien verzeichneten ebenfalls einen ordentlichen Aufschwung. Intel verbuchte ein Plus von 11 Prozent, da die Anleger weiterhin positiv auf die Entscheidung des Unternehmens reagierten, sich dem Terafab-Chip-Projekt von Elon Musk anzuschließen.
Exxon Mobil gab um über 6 Prozent nach, nachdem das Unternehmen mitteilte, im ersten Quartal 4,7 Prozent seiner weltweiten Produktion verloren zu haben, da der Iran-Krieg die Öl- und Gasförderung in der Golfregion lahmlegte.
Levi Strauss legte kräftig zu, nachdem das Unternehmen seine Jahresprognosen angehoben und besser als erwartete Quartalszahlen gemeldet hatte. Die Aktie beendete den Handel mit einem Plus von 10,6 Prozent.
Paramount rutschte ab, nachdem berichtet wurde, dass sein Präsident Jeff Shell nach einem brisanten Rechtsstreit, in dem ihm die Weitergabe von Insiderinformationen vorgeworfen wurde, zurücktreten werde. Die Aktie schloss mit einem Minus von 0,7 Prozent.


