Hensoldt-Aktie: Auftragsboom zum Jahresstart - Prognose bestätigt
Der Rüstungsboom hat Hensoldt einen starken Jahresstart beschert. Im ersten Quartal habe sich der Auftragseingang verglichen mit dem Vorjahreszeitraum auf knapp 1,5 Milliarden Euro mehr als verdoppelt, teilte der im Index der mittelgroßen Unternehmenswerte MDax notierte Radar-Spezialist am Mittwoch mit. Damit sitzt Hensoldt auf einem Auftragsbestand von 9,8 Milliarden Euro - so voll war das Orderbuch noch nie.
Der Umsatz des Rüstungszulieferer stieg um mehr als ein Viertel auf 496 Millionen Euro, hier hatten Analysten im Schnitt aber noch etwas mehr erwartet. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) schnellte um knapp 47 Prozent auf 44 Millionen Euro nach oben, was den Erwartungen der Experten entsprach. Die entsprechende Marge legte damit von zuvor 7,6 Prozent auf 8,9 Prozent zu.
Die Aktie gab am Vormittag zunächst um mehr als zwei Prozent nach, konnte ihre Verluste dann aber deutlich auf 0,5 Prozent reduzieren.
Aktie im Minus
Bei Hensoldt habe zum Jahresauftakt die Auftragsstärke herausgeragt, kommentierte Ben Brown vom Analysehaus Jefferies. Auch der Umsatz habe die Schätzungen merklich übertroffen. Barclays-Experte Afonso Osorio erwähnte zudem das leicht über den Erwartungen liegende operative Ergebnis. Er bemängelte aber den freien Barmittelzufluss, der den Marktkonsens trotz der starken Auftragslage verfehlt habe.
Analyst David Perry von der US-Bank JPMorgan sieht in einem attraktiven deutschen Rüstungssektor zudem mehr Aufwärtspotenzial bei Rheinmetall und Renk . Auch Jens-Peter Rieck vom Analysehaus MWB Research verwies auf die bereits hohe Bewertung der Hensoldt-Aktie. Im laufenden Jahr hat das Papier schon fast acht Prozent zugelegt, auf Sicht von fünf Jahren hat sich der Börsenwert angesichts zahlreicher Kriege in der Welt fast versechsfacht.
Auf Basis der Quartalszahlen bestätigte Hensoldt seine Jahresziele und verwies auf eine "unverändert konservative Planung". 2026 soll der Umsatz weiterhin auf etwa 2,75 Milliarden Euro steigen. Analysten haben im Schnitt 2,77 Milliarden auf dem Zettel. Im vergangenen Jahr betrugen die Erlöse 2,46 Milliarden. Die bereinigte Ebitda-Marge soll 2026 auf 18,5 bis 19,0 Prozent steigen. Hier trauen die Fachleute Hensoldt das obere Ende dieser Spanne zu, nachdem 2025 noch 18,4 Prozent zu Buche standen.
Hensoldt-Aktie: Operative Exzellenz führt zu deutlichem Ergebnissprung
Haupttreiber waren neue Aufträge der Bundeswehr zur Ausstattung der Panzermodelle Puma und Schakal. Hinzu kamen Vertragserweiterungen für Radare des Kampfflugzeugs Eurofighter. Neben der größten Sparte rund um Sensoren entwickelte sich vor allem das Segment Optronics blendend. Hier hatte Hensoldt bereits im März die Übernahme des niederländischen Spezialisten Nedinsco angekündigt. Mit dem Kauf will der Rüstungszulieferer kritische Lieferketten absichern, technologische Fähigkeiten stärken und den Ausbau der Produktion unterstützen.


