Unternehmen

Hensoldt-Aktie: Auftragsboom zum Jahresstart - Aktie im Minus

Deutscher Rüstungskonzern feiert Auftragsrekord: Hensoldt hat im ersten Quartal angesichts der hohen Nachfrage nach Rüstungselektronik sowohl den Umsatz als auch das Ergebnis wie erwartet gesteigert.
06.05.2026 11:28
Lesezeit: 2 min
Hensoldt-Aktie: Auftragsboom zum Jahresstart - Aktie im Minus
Sensor- und Radar-Spezialist Hensoldt mit Rekord-Auftragseingang und steigender Profitabilität für das Geschäftsjahr 2026. (Foto: dpa) Foto: Sebastian Gollnow

Hensoldt-Aktie: Auftragsboom zum Jahresstart - Prognose bestätigt

Der Rüstungsboom hat Hensoldt einen starken Jahresstart beschert. Im ersten Quartal habe sich der Auftragseingang verglichen mit dem Vorjahreszeitraum auf knapp 1,5 Milliarden Euro mehr als verdoppelt, teilte der im Index der mittelgroßen Unternehmenswerte MDax notierte Radar-Spezialist am Mittwoch mit. Damit sitzt Hensoldt auf einem Auftragsbestand von 9,8 Milliarden Euro - so voll war das Orderbuch noch nie.

Der Umsatz des Rüstungszulieferer stieg um mehr als ein Viertel auf 496 Millionen Euro, hier hatten Analysten im Schnitt aber noch etwas mehr erwartet. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) schnellte um knapp 47 Prozent auf 44 Millionen Euro nach oben, was den Erwartungen der Experten entsprach. Die entsprechende Marge legte damit von zuvor 7,6 Prozent auf 8,9 Prozent zu.

Die Aktie gab am Vormittag zunächst um mehr als zwei Prozent nach, konnte ihre Verluste dann aber deutlich auf 0,5 Prozent reduzieren.

Aktie im Minus

Bei Hensoldt habe zum Jahresauftakt die Auftragsstärke herausgeragt, kommentierte Ben Brown vom Analysehaus Jefferies. Auch der Umsatz habe die Schätzungen merklich übertroffen. Barclays-Experte Afonso Osorio erwähnte zudem das leicht über den Erwartungen liegende operative Ergebnis. Er bemängelte aber den freien Barmittelzufluss, der den Marktkonsens trotz der starken Auftragslage verfehlt habe.

Analyst David Perry von der US-Bank JPMorgan sieht in einem attraktiven deutschen Rüstungssektor zudem mehr Aufwärtspotenzial bei Rheinmetall und Renk . Auch Jens-Peter Rieck vom Analysehaus MWB Research verwies auf die bereits hohe Bewertung der Hensoldt-Aktie. Im laufenden Jahr hat das Papier schon fast acht Prozent zugelegt, auf Sicht von fünf Jahren hat sich der Börsenwert angesichts zahlreicher Kriege in der Welt fast versechsfacht.

Auf Basis der Quartalszahlen bestätigte Hensoldt seine Jahresziele und verwies auf eine "unverändert konservative Planung". 2026 soll der Umsatz weiterhin auf etwa 2,75 Milliarden Euro steigen. Analysten haben im Schnitt 2,77 Milliarden auf dem Zettel. Im vergangenen Jahr betrugen die Erlöse 2,46 Milliarden. Die bereinigte Ebitda-Marge soll 2026 auf 18,5 bis 19,0 Prozent steigen. Hier trauen die Fachleute Hensoldt das obere Ende dieser Spanne zu, nachdem 2025 noch 18,4 Prozent zu Buche standen.

Hensoldt-Aktie: Operative Exzellenz führt zu deutlichem Ergebnissprung

Haupttreiber waren neue Aufträge der Bundeswehr zur Ausstattung der Panzermodelle Puma und Schakal. Hinzu kamen Vertragserweiterungen für Radare des Kampfflugzeugs Eurofighter. Neben der größten Sparte rund um Sensoren entwickelte sich vor allem das Segment Optronics blendend. Hier hatte Hensoldt bereits im März die Übernahme des niederländischen Spezialisten Nedinsco angekündigt. Mit dem Kauf will der Rüstungszulieferer kritische Lieferketten absichern, technologische Fähigkeiten stärken und den Ausbau der Produktion unterstützen.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Panorama
Panorama Treiben Geschenkkarten insgeheim einen Boom in den lokalen Geschäften an?

In der Innenstadt herrscht diesen Monat eine ganz andere Stimmung. Geschäfte, in denen es nach dem Weihnachtsrummel einst etwas zu ruhig...

Jede Anlage am Kapitalmarkt ist mit Chancen und Risiken behaftet. Der Wert der genannten Aktien, ETFs oder Investmentfonds unterliegt auf dem Markt Schwankungen. Der Kurs der Anlagen kann steigen oder fallen. Im äußersten Fall kann es zu einem vollständigen Verlust des angelegten Betrages kommen. Mehr Informationen finden Sie in den jeweiligen Unterlagen und insbesondere in den Prospekten der Kapitalverwaltungsgesellschaften.

 

X
DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Finanzen
Finanzen So haben die Börsenprofis ihre Portfolios in der Iran-Krise angepasst
21.05.2026

Die Iran-Krise und hohe Bewertungen im Technologiesektor spalten die größten Investoren der Welt. Besonders die Microsoft-Aktie zeigt,...

DWN
Finanzen
Finanzen Ubisoft-Aktie stürzt ab: Anleger enttäuscht über Milliardenverlust – wie geht es weiter?
21.05.2026

Nach der aktuellen Zahlenvorlage steht die Ubisoft-Aktie am Donnerstag unter massivem Druck. Der französische Spielekonzern meldet...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Rohstoffpreise explodieren und Deutschland zahlt den Preis des Iran-Kriegs
21.05.2026

Erst blockiert der Krieg im Iran eine der wichtigsten Handelsrouten der Welt, dann springen Öl, Gas, Metalle und Düngemittel an. Was nach...

DWN
Politik
Politik Straße von Hormus: Nato prüft Eingreifen bei anhaltender Blockade
21.05.2026

Eine blockierte Meerenge reicht aus, um die Weltwirtschaft nervös zu machen. In der Straße von Hormus entscheidet sich, ob Öl und Gas...

DWN
Politik
Politik NATO-Hilfe schrumpft und Deutschland wird zur Schwachstelle Europas
21.05.2026

Trump rüttelt an einem Kernversprechen des westlichen Bündnisses. Die USA wollen ihre NATO-Hilfe für Krisenfälle reduzieren, Europa...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Deutschland verliert Investoren – EY schlägt Alarm
21.05.2026

Der Standort Deutschland verliert weiter an Zugkraft: Immer weniger ausländische Unternehmen investieren hierzulande, während andere...

DWN
Politik
Politik Merz schlägt EU-Sonderstatus für die Ukraine vor: Kein schneller EU-Beitritt, dennoch mehr Nähe zu Europa
21.05.2026

Die Ukraine drängt auf eine schnelle Aufnahme in die Europäische Union – doch ein regulärer Beitritt dürfte noch Jahre dauern....

DWN
Finanzen
Finanzen SpaceX-IPO: Mega-Börsengang steht für SpaceX-Aktie bevor – trotz Milliardenverlusten
21.05.2026

Mit der SpaceX-Aktie könnte der größte Börsengang aller Zeiten bevorstehen. Elon Musk verspricht nicht weniger als die Zukunft der...