Unternehmen

Stillstand auf der Schiene: Milliarden verpuffen im maroden Netz

Deutschlands Schieneninfrastruktur tritt trotz massiver Finanzspritzen auf der Stelle. Der aktuelle Netzzustandsbericht offenbart eine ernüchternde Bilanz: Die Milliardeninvestitionen der Deutschen Bahn konnten den Verfall der Anlagen bisher lediglich bremsen, aber nicht umkehren. Das Ergebnis ist ein Netz, das die Mobilitätswende eher ausbremst als beschleunigt.
07.05.2026 13:31
Lesezeit: 1 min
Stillstand auf der Schiene: Milliarden verpuffen im maroden Netz
Trotz 23 Milliarden Euro Investitionen 2026 bleibt Deutschlands Schienennetz marode. Warum der Verfall kaum zu stoppen ist und welche Bereiche am kritischsten sind (Foto: dpa). Foto: Silas Stein

Bahn-Manager: 2026 sollte sich der Netzzustand verbessern

2025 wurden rund 19,9 Milliarden Euro in die Sanierung des Schienennetzes gesteckt - so viel Geld ist nötig, damit der Sanierungsstau nicht noch größer wird. Dieser liegt laut Philipp Nagl, Chef der für die Infrastruktur zuständigen Bahntochter DB InfraGo, bei rund 130 Milliarden Euro.

Im laufenden Jahr sollen 23 Milliarden Euro in das Netz gesteckt werden, 28.000 Baustellen sind geplant. Die Bahn-Manager erwarten, dass mit dieser Investitionssumme der Zustand des Netzes zumindest ein bisschen besser wird. Hinzu kommt, dass in diesem Jahr vier sogenannten Generalsanierungen besonders wichtiger Strecken abgeschlossen werden sollen.

Welche Bereiche in besonders kritischem Zustand sind

Die Bahn unterteilt im Netzzustandsbericht in rund 9.000 Kilometer Hochleistungsnetz und rund 24.000 Kilometer Flächennetz. Das Hochleistungsnetz erhielt die Note 3,04, das Flächennetz die Note 2,96. "Wenn man gut fahren will, muss man auf dem Hochleistungsnetz Richtung 2,5 oder 2,6 kommen", sagte Nagl zur Einordnung. Alle Anlagen mit einer Note von 4 oder schlechter gelten als erneuerungsbedürftig.

In besonders schlechtem Zustand sind weiterhin die Stellwerke mit einer Note von 4,02 im Gesamtnetz - 01 Punkte besser als vor einem Jahr. "Jedes zweite der rund 4.000 Stellwerke ist erneuerungsbedürftig", teilte die Bahn mit. Die Brücken, deren Wiederbeschaffungswert sehr hoch ist, erhielten die Note 2,64 (2024: 2,78). Die Stellwerke sind besonders wichtig für den Bahnbetrieb, sie stellen zum Beispiele Weichen und Signale, damit die Züge sicher fahren können.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Ist die Ära der Niedrigzinsen vorbei? Wie Bull DeFi ungenutzte Ersparnisse in aktive Renditen verwandelt – bis zu 3.700 US-Dollar pro Tag.

Wir beleuchten die unterschiedlichen Mechanismen von Bull Market DeFi im Vergleich zu traditionellen Anlagen – und warum es sich lohnt,...

 

X

DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Finanzen
Finanzen Zalando-Aktie gerät kräftig unter Druck
04.08.2026

Die Zalando-Aktie gerät nach Quartalszahlen und einer angepassten Jahresprognose kräftig unter Druck. Schwächere Ergebnisse und...

DWN
Finanzen
Finanzen Lufthansa-Aktie: Unternehmen schneidet schlechter ab, als befürchtet
04.08.2026

Der Iran-Krieg, hohe Kerosinpreise und Streiks setzen der Lufthansa schwer zu. Die Lufthansa-Aktie gerät unter Druck, während der Konzern...

DWN
Politik
Politik So will Finnland die Russen aufhalten
04.08.2026

Sümpfe, die Panzer verschlingen, und zugewachsene Forstwege. Weltweit wächst die Erkenntnis, dass unberührte Natur als nationale...

DWN
Finanzen
Finanzen Bayer-Aktie springt an: Quartalszahlen überraschen
04.08.2026

Die Bayer-Aktie legt nach starken Quartalszahlen deutlich zu, denn der Konzern übertrifft mit seinem Agrargeschäft die Erwartungen der...

DWN
Politik
Politik Sperrklausel bei Wahlen: Soll die Fünf-Prozent-Hürde fallen?
04.08.2026

Die Parteienlandschaft in Deutschland ist im Umbruch: Alte Volksparteien verlieren, kleine Parteien legen zu, doch die sind nicht im...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Analyse: China stößt auf eine wirtschaftliche Mauer
04.08.2026

Während Chinas Fortschritte bei der Herstellung hochentwickelter Computerchips die Börsenmärkte erschüttern, gibt es in China eine...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Selbstbedienungskassen: Der stille Milliardenverlust an der Kasse
04.08.2026

Avocados werden zu Gurken, Garnelen zu Karotten und teure Waren zu billigen Produkten. An Selbstbedienungskassen verschwinden Millionen...

DWN
Politik
Politik Russlands stille Mobilisierung: Putins gefährliches Spiel auf Zeit
04.08.2026

Russland verliert Monat für Monat Zehntausende Soldaten, doch eine neue Massenmobilisierung könnte Putins Macht gefährden. Nun greift...