Panorama

Verkehrs-Umfrage: Über ein Drittel meidet Züge wegen Pannen

Alljährlich lässt die HUK Coburg abfragen, welche Verkehrsmittel die deutsche Bevölkerung bevorzugt. Die neue Ausgabe offenbart vor allem den Vertrauensverlust der Bahn.
23.04.2026 09:54
Lesezeit: 2 min

Verkehrs-Umfrage: Über ein Drittel meidet Züge wegen Pannen

Mehr als ein Drittel der deutschen Bevölkerung vermeidet laut einer neuen Umfrage wegen der chronischen Verspätungen und Pannen die Fahrt mit der Bahn. Und über ein Viertel geht Zugfahrten zumindest vor wichtigen Terminen aus dem Weg, um nicht unpünktlich zu sein. Das sind die Hauptergebnisse der diesjährigen Mobilitätsstudie der HUK Coburg.

Ständige Verspätungen und Pannen im Zugverkehr schrecken viele ab

«Haben sich Planungen für Bahnfahrten bei Ihnen durch die verbreiteten Pünktlichkeitsprobleme verändert», lautete die entsprechende Frage an die 4.114 Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Das beantworteten 35 Prozent mit: «Ich versuche Bahnfahrten wenn irgend möglich zu vermeiden.» 28 Prozent gaben an, bei Bahnfahrten mittlerweile einen größeren Zeitpuffer zu kalkulieren, und 26 Prozent antworteten, dass sie wichtige Termine nicht mehr mit der Bahn planen.

Das Umfrageinstitut Yougov befragte die Teilnehmerinnen und Teilnehmer im Auftrag der HUK im Januar und Februar, etwaige Auswirkungen des mit dem Iran-Krieg einhergehenden Anstiegs der Benzinpreise sind daher in der Umfrage nicht abgebildet. Die Ergebnisse sind laut HUK repräsentativ für die Bevölkerung ab 16 Jahren sowohl bundesweit als auch in jedem einzelnen Bundesland.

Öffentlicher Verkehr generell nicht sehr beliebt

Am beliebtesten bleibt mit weitem Abstand der eigene Wagen: Über drei Viertel (76 Prozent) sagten, dass das Auto - unabhängig von der Art des Motors - auch in den nächsten fünf Jahren ihre Kriterien für die Wahl des Verkehrsmittels am besten erfüllen werde. Der öffentliche Verkehr gilt einer großen Mehrheit offenkundig nach wie vor als weniger komfortabel: 16 Prozent nannten die Bahn, 13 Prozent Tram und S-Bahn, und 12 Prozent den Bus. Laut Umfrage ist sogar das Fahrrad - das ebenso wie die Bahn von 16 Prozent genannt wurde, beliebter als der ÖPNV.

Gleichzeitig finden große Mehrheiten, dass der Staat den öffentlichen Verkehr verbessern beziehungsweise attraktiver machen sollte: Jeweils gut zwei Drittel befürworteten kostenlosen Nahverkehr und eine höhere Taktung im Bus- und Bahnverkehr.

Yougov befragte im Auftrag der HUK Coburg vom 21. Januar bis 18. Februar insgesamt 4.114 Menschen ab 16.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Finanzielle Freiheit braucht einen starken Partner

Vermögen eröffnet Möglichkeiten – und bringt zugleich Entscheidungen mit sich: Wie lässt sich das Erreichte bewahren, gezielt...

DWN
Politik
Politik China macht seine Grenzen dicht: Ein neuer Eiserner Vorhang
24.10.2026

China macht seine Grenzen dicht, und längst trifft es nicht mehr nur politisch unbequeme Bürger. Lehrer, Ärzte und KI-Ingenieure dürfen...

DWN
Finanzen
Finanzen US-Marktbericht: KI-Aktien im Fokus, während die Wall Street im Minus bleibt
23.10.2026

Spannung an den Finanzmärkten: Warum Technologiewerte und Rohstoffe die Anleger derzeit in Atem halten.

DWN
Unternehmensporträt
Unternehmensporträt Erfolgreich mit Bio-Erdnüssen: Zwei Bauern sparen mit KI 90 Prozent der Arbeitskosten
23.10.2026

Trockenheit wird für Europas Landwirtschaft zum immer größeren Problem. Zwei Brüder aus Österreich reagieren darauf mit einer...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Firma gründen in 24 Stunden: Was jetzt wirklich möglich ist – und was nicht
23.10.2026

Ein eigenes Unternehmen an nur einem Tag gründen: Das neue Bundesportal G24 soll dem behördlichen Zickzackkurs ein Ende setzen. Seit Ende...

DWN
Finanzen
Finanzen Größter Verkauf russischen Goldes seit der Finanzkrise 1998: Weitere Tonnen verschwinden aus den Tresoren
23.10.2026

Die neuesten Daten der russischen Zentralbank zeigen, dass die Verkäufe aus den Goldreserven seit Jahresbeginn bereits 62 Tonnen erreicht...

DWN
Finanzen
Finanzen Warum Frankreich weniger Schulden hat als die USA, dafür aber härter bestraft wird
23.10.2026

Die neuesten Eurostat-Daten für das zweite Quartal zeigen, dass die französische Staatsverschuldung im Verhältnis zur...

DWN
Politik
Politik Bundeswehr: Wehrdienst-Fragebogen ignoriert? Dann droht ein Bußgeld
23.10.2026

Seit Januar werden in Deutschland junge Menschen ab 18 von der Bundeswehr zu ihrer Bereitschaft eines möglichen Wehrdiensts angeschrieben....

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft DWN-Podcast Folge 48: Die Woche im Rückblick – KW 43
23.10.2026

Unser neuer Podcast ist da: Die ganze Woche in wenigen Minuten. Der DWN-Wochenrückblick bringt die Themen, die zählen – eingeordnet,...