Ikea schließt erstmals seit 40 Jahren ein Einrichtungshaus
Nach zwei großen weltweiten Entlassungsrunden hat die schwedische Möbelhauskette Ikea mitgeteilt, dass sie erstmals seit 40 Jahren ein Einrichtungshaus schließt. Damit steht der Konzern vor einem Schritt, der in der Unternehmensgeschichte zuletzt Anfang der achtziger Jahre vorkam.
Ikea schließt im schwedischen Borlänge ein 31.000 Quadratmeter großes Einrichtungshaus, das 2013 eröffnet wurde. Nach Angaben von Ikea gab es eine solche Situation zuletzt 1983, als das Unternehmen das Geschäft in Köping nach zehn Jahren Betrieb schloss.
Der kommissarische Leiter des schwedischen Marktes, Michael Parker, erklärte, das Unternehmen müsse sich an das veränderte Verbraucherverhalten anpassen. Hintergrund ist, dass inzwischen rund 20 Prozent der Käufe online getätigt werden.
Onlinehandel verändert das Ikea-Geschäft
Derzeit arbeiten im Einrichtungshaus in Borlänge rund 230 Menschen. Einigen von ihnen soll eine Stelle in einem neuen und kleineren Ikea-Geschäft angeboten werden, das in einem nahegelegenen Einkaufszentrum geplant ist.
Noch ist jedoch nicht klar, wie vielen Beschäftigten ein neues Jobangebot gemacht wird und wie viele sich auf den Verlust ihres Arbeitsplatzes einstellen müssen. Gleichzeitig schloss Parker derzeit aus, dass weitere Schließungen von Einrichtungshäusern bevorstehen.
Stellenabbau belastet Ikea zusätzlich
Der neue Vorstandschef der Ingka Group, die Ikea-Einrichtungshäuser weltweit betreibt, Juvencio Meaztu, hatte erst vor Kurzem mitgeteilt, dass das Unternehmen 945 Stellen abbauen muss. Die meisten dieser Stellen entfallen auf Schweden. Weltweit beschäftigt der Konzern insgesamt rund 222.000 Mitarbeiter.
Ikea, dessen letztes Geschäftsjahr im August 2025 endete, erzielte im letzten Finanzzeitraum bei einem Umsatz von knapp 44,6 Milliarden Euro einen Gewinn von 1,5 Milliarden Euro. Der Umsatz des Konzerns ging binnen eines Jahres um mehr als 1 Prozent zurück, der Gewinn sank um mehr als 30 Prozent.
