Panorama

DWN-Podcast Folge 29: Die Woche im Rückblick – KW 24

Unser neuer Podcast ist da: Die ganze Woche in sieben Minuten. Der DWN-Wochenrückblick bringt die Themen, die zählen – eingeordnet, nicht nur aufgezählt.
12.06.2026 09:24
Aktualisiert: 12.06.2026 09:24
Lesezeit: 6 min
DWN-Podcast Folge 29: Die Woche im Rückblick – KW 24
DWN-Wochenrückblick Podcast KW 24 2026. (Illustration: DWN)

Der Wind in der Wirtschaft hat sich gedreht – und er weht eiskalt. Vielleicht betrachten auch Sie die aktuellen Schlagzeilen mit einem wachsenden Unbehagen: Heimische Traditionsunternehmen werden nach China verkauft, der Staat refinanziert sich zu horrenden Kosten, und Kündigungen passieren heute oft brutal formal in unter fünf Minuten. Die wirtschaftlichen Gewissheiten von gestern zerbröseln spürbar.

Das nehmen wir in der aktuellen Folge unseres Wochenrückblicks unter die Lupe. Ohne Fachchinesisch, ohne Beschönigung. Wir zerlegen für Sie die Fakten hinter der drohenden Deindustrialisierung und dem EU-Kostendruck, damit Sie genau verstehen, wer da draußen gerade die Fäden zieht und was diese Entwicklungen konkret für Ihr Geld und Europas Zukunft bedeuten.

Die Themen im Überblick

1 Ukraine-Krieg zeigt neue Gefahr aus Russland

Geopolitische Risiken im Osten: Die zunehmende innenpolitische und militärische Schwäche Wladimir Putins könnte ihn unkalkulierbar machen, was Deutschland und die NATO zwingt, ihre eigene Abschreckungsfähigkeit politisch und wirtschaftlich massiv zu stärken.

2 Kostenfalle für deutsche Steuerzahler

Der teure EU-Haushalt: Die Europäische Union forciert ehrgeizige Ziele bei Wettbewerbsfähigkeit und Verteidigung, deren Finanzierung durch drohende Budgetkürzungen und neue EU-weite Unternehmensabgaben zu einer Zerreißprobe für die 27 Mitgliedsstaaten wird.

3 EU verbietet Einwegportionen in Gastronomie und Handel

Radikales Aus für Einwegverpackungen: Eine strenge neue EU-Verordnung verbannt schrittweise alle Einweg- und Portionsverpackungen, wodurch Gastronomie, Handel und Logistik zu tiefgreifenden und kostenintensiven Umstrukturierungen auf Mehrwegsysteme gezwungen werden.

4 Ein halbes Dutzend aufsehenerregender Übernahmen

Chinas europäische Einkaufstour: Mit milliardenschweren Übernahmen sichern sich chinesische Investoren gezielt europäische Schlüsselunternehmen in strategischen Sektoren wie Robotik, Halbleiter und Automobil, was zunehmend den Brüsseler Prüfungsdruck wegen unfairer Subventionen erhöht.

5 Wie Staaten den Preis des Krieges zahlen

Das Ende des billigen Geldes: Durch geopolitische Energieschocks und eine hartnäckige Inflation schießen die Renditen von Staatsanleihen weltweit in die Höhe, was die Staatsfinanzierung extrem verteuert und den finanziellen Spielraum für Investitionen und Entlastungen massiv schrumpfen lässt.

6 Deutscher Weltmarktführer geht an China

Ausverkauf im deutschen Mittelstand: Exemplarisch für die historische Krise der deutschen Chemieindustrie – geplagt von immensen Energiekosten und schwachen Märkten – steht die Insolvenz des Kunststofffaser-Weltmarktführers Perlon-Gruppe, der nun an einen chinesischen Konzern verkauft wurde.

7 Entlassungswelle: Kurz und schmerzhaft

Die neue Kündigungswelle in Deutschland: Eine wachsende Zahl von Arbeitnehmern wird derzeit überraschend, rein formal und oft ohne Abfindung entlassen, wobei Künstliche Intelligenz vermehrt als Kündigungsgrund auftaucht und in der Politik bereits eine Aufweichung des Kündigungsschutzes diskutiert wird.

Warum diese Woche entscheidend war

Diese Woche war deshalb so entscheidend, weil sich hier die ganzen globalen Krisen – von Putins zunehmender Unkalkulierbarkeit bis hin zum dramatischen Ende des billigen Geldes – zu einem echten Wendepunkt für unsere heimische Wirtschaft verdichtet haben. Man merkt jetzt einfach extrem, wie Europa in die Zange genommen wird: Uns schnüren die horrenden neuen EU-Ziele und teuren Umweltauflagen finanziell die Luft ab, während gleichzeitig chinesische Investoren die Schwäche unserer Industrie eiskalt für sich nutzen und strategisch wichtige Firmen aufkaufen.

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Als Head of Operations verantwortet Julia Jurrmann die zentralen Abläufe hinter den Kulissen der Deutschen Wirtschafts Nachrichten. Ihre Tätigkeit hat sie bereits 2012 in der Redaktion von BF Blogform Social Media begonnen, wechselte 2019 aber zum Abonnenten-Management. Mittlerweile koordiniert sie redaktionelle, technische und organisatorische Prozesse im eigenen Haus sowie in anderen Unternehmen der Bonnier Verlagsgruppe. Ihr Master-Studium der Latinistik absolvierte sie an der Humboldt-Universität zu Berlin.
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