Politik

Pistorius zu Hormus-Mission: "Wir sind jedenfalls ready"

Zwei Schiffe der Deutschen Marine haben den Suezkanal passiert. Im Roten Meer sollen sie sich bereithalten, um bei Bedarf schnell in der Straße von Hormus einsatzbereit zu sein.
18.06.2026 11:48
Lesezeit: 2 min
Pistorius zu Hormus-Mission: "Wir sind jedenfalls ready"
Boris Pistorius (SPD), Bundesverteidigungsminister, spricht beim Nato-Verteidigungsministertreffen. (Foto: dpa) Foto: Malin Wunderlich

Kurs aufs Rote Meer: Marine bereitet möglichen Einsatz vor

Die für einen möglichen Minenräumeinsatz in der Straße von Hormus vorgesehenen Schiffe der Deutschen Marine haben den Suezkanal durchfahren und sollen sich nun vor Dschibuti für eine internationale Mission bereithalten.

"Wir wollen, wenn es gefordert ist und Realität wird, schnell handlungsfähig und vor allen Dingen schnell dann in der Straße von Hormus sein", sagte Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) dazu in Brüssel, wo er seine Amtskollegen aus den Nato-Staaten traf.

Das Minenjagdboot "Fulda" und der Tender "Mosel" sind nach Angaben des Verteidigungsministeriums in einem multinationalen Verband unterwegs und benötigen noch fünf bis sieben Tage bis zu ihrem Zwischenziel.

Rund 140 Soldaten an Bord der Schiffe

Die beiden Schiffe wurden für einen möglichen Einsatz mit autonomen Systemen ausgerüstet. Auch Minentaucher und Schutzkräfte für die Schiffe ("Vessel Protection Teams") befinden sich an Bord. Insgesamt sind nach Angaben des Verteidigungsministeriums rund 140 Männer und Frauen auf den Schiffen im Einsatz.

Die 1998 in Dienst gestellte "Fulda" verfügt über eine Druckkammer für Taucher und ist mit Drohnen ausgestattet, die Minen orten können. Minentaucher können die Sprengkörper anschließend unschädlich machen. Neben autonomen Drohnen, die ein bestimmtes Seegebiet selbstständig erkunden, stehen gelenkte Unterwasserdrohnen zur Verfügung, die über eine Kamera und einen Greifer verfügen.

Experten gehen davon aus, dass der Iran kurz nach Beginn des Krieges mehrere Dutzend Seeminen in der Meerenge verteilt haben soll – auch wenn Teheran einen solchen Einsatz nie bestätigt hat. US-Präsident Donald Trump teilte zwischenzeitlich mit, dass einige der Minen bereits geborgen worden seien.

Schiffe zunächst unter EU-Mandat unterwegs

Während des Transits beteiligen sich die Schiffe an der EU-Marinemission "Aspides" und tragen zum maritimen Lagebild im Roten Meer bei. Sie sammeln damit Informationen, die auch als Grundlage für weitere Entscheidungen dienen können.

Die Bundesregierung will zeigen, dass sie in einer internationalen Koalition einen Beitrag zum Schutz der Schifffahrt in der Straße von Hormus leisten will. "Wir sind jedenfalls ready. Wenn es soweit ist, sind wir bereit", sagte Pistorius dazu.

Für die Fahrt näher an das mögliche Einsatzgebiet sei noch kein Mandat des Bundestages nötig, sagte Pistorius. Dieser Schritt sei durch das deutsche Mandat für "Aspides" abgedeckt.

Einsatz hängt von mehreren Voraussetzungen ab

Ob es überhaupt zu einem Minenräumeinsatz in der Straße von Hormus komme, sei noch "offen", so Pistorius. Erforderlich sei ein klarer internationaler völkerrechtlicher Rahmen, der unterschiedliche Ausformungen haben könne. Hinzu komme das Mandat des Bundestages, der sich noch vor der Sommerpause mit dem Thema befassen soll.

Nötig seien zudem die Zustimmung Irans und Omans für Minenräumaktivitäten, sagte Pistorius. Die beiden Anrainerstaaten sollen die Arbeit der deutschen Minenräumer zulassen. Die Bundeswehrsoldaten sollen somit nicht in eine unklare Lage geraten, in der sie selbst zum Ziel werden könnten.

Vieles hänge jetzt davon ab, wie die Verhandlungen zwischen dem Iran und den USA in den nächsten 60 Tagen verliefen, sagte Pistorius. Er sagte: "Sehr zu begrüßen ist jedenfalls der Fortschritt, den es jetzt mit der Verabredung darüber gibt, die Kampfhandlungen sofort einzustellen."

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