Gleichgewicht mit Frankreich: 40-Prozent-Beteiligung angestrebt
Das Ziel der Bundesregierung ist eine strategische Beteiligung in Höhe von 40 Prozent an dem Rüstungskonzern. Der Kaufpreis von maximal 7,2 Milliarden Euro basiert auf einer festgelegten Berechnungsformel. Mit diesem Schritt setzen Berlin und Paris auf eine strikte Partnerschaft: Einer bilateralen Vereinbarung zufolge sollen Deutschland und Frankreich künftig zu jeweils gleichen Teilen Anteile an dem RNDS-Mutterkonzern halten.
Kritik von den Grünen: „Erpressungssituation“ durch Börsengang
Trotz der Zustimmung im Ausschuss ist das Megaprojekt politisch nicht unumstritten. Die Fraktion der Grünen enthielt sich bei der Abstimmung. Der Verteidigungshaushälter Sebastian Schäfer begründete dies mit erheblichen finanziellen und strategischen Risiken. Es sei zwar grundsätzlich richtig, sich an Schlüsseltechnologien zu beteiligen, so Schäfer, allerdings sei der Bund durch den anstehenden Börsengang in eine Art „Erpressungssituation gegenüber der Verkäuferseite“ geraten.
Union und SPD betonen: Beteiligung wichtig für Deutschland
Christian Haase, Chefhaushälter der Unionsfraktion sagte: "Es geht um Arbeitsplätze in Deutschland. Es geht darum, dieses Know-how langfristig auch für Deutschland zu sichern." Der haushaltspolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Thorsten Rudolph, erklärte, es sei "zwingend erforderlich, dass wir bei so einem zentralen Unternehmen für die Bundeswehr dann auch in die Verantwortung gehen als Bundesrepublik".
KNDS produziert Waffensystemen wie den Kampfpanzer Leopard 2 und die Panzerhaubitze 2000. Das Unternehmen entstand durch die Fusion von Krauss-Maffei Wegmann und dem französischen Unternehmen Nexter. Aktuell befindet sich KNDS im Besitz der deutschen Familie hinter Krauss-Maffei Wegmann und des französischen Staates.
In den nächsten Wochen will der Rüstungskonzern an die Börse gehen. Die Aktien sollen in Frankfurt und Paris platziert werden. Das Unternehmen beliefert nach eigenen Angaben mehr als 40 Armeen weltweit. Der Konzern mit gut 11.000 Mitarbeitenden und Hauptsitz in Amsterdam steigerte im vergangenen Jahr seinen Umsatz um 15,9 Prozent auf 4,4 Milliarden Euro.
