Politik

Koalitionstreffen zum Reformpaket: Welche geplanten Änderungen auf Widerstand stoßen

Am Mittwoch trifft sich der Koalitionsausschuss zu einer voraussichtlich wegweisenden Sitzung. Ein ganzes Paket an Reformen soll vor Beginn der Sommerpause noch vereinbart werden.
01.07.2026 09:55
Lesezeit: 1 min
Koalitionstreffen zum Reformpaket: Welche geplanten Änderungen auf Widerstand stoßen
Die Spitzen der Koalition beraten an diesem Mittwoch bei einem Koalitionsausschuss über weitere Reformschritte, unter anderem über eine Einkommensteuerreform. (Foto: dpa) Foto: Michael Kappeler

Koalitionstreffen: SPD-Abgeordnete warnen vor Einschnitten

Vor dem Treffen des Koalitionsausschusses haben mehrere SPD-Abgeordnete vom linken Flügel vor einem Reformkurs mit sozialen Belastungen gewarnt. «Wir brauchen Reformen nicht um der Reformen willen. Wir brauchen Reformen, die das Leben der Menschen in schwierigen Zeiten besser machen», heißt es in einer «Stellungnahme zum Koalitionsausschuss» der SPD-Politiker Sanae Abdi, Jan Dieren, Annika Klose, Ruppert Stüwe und Carolin Wagner, über die zuerst das ARD-Hauptstadtstudio berichtete.

Die fünf Abgeordneten wenden sich in dem Schreiben gegen Reformen, «die zu längeren Arbeitszeiten führen, Wohngeld und andere Unterstützungsleistungen kürzen oder auf mehr private Vorsorge statt organisierte Solidarität setzen». Auch «Angriffen auf die Beschäftigten» bei Streikrecht, Kündigungsschutz oder Karenztagen im Krankheitsfall stelle man sich entschieden entgegen.

Forderung nach höherer Besteuerung Reicher

Die SPD-Politiker plädieren dafür, «die extrem Reichen in diesem Land und ihre Vermögen stärker heranzuziehen», und sprechen sich für Preis-Obergrenzen für Sprit, Strom, Energie und Lebensmittel sowie eine sogenannte Übergewinnsteuer aus. Kosteneinsparungen in den Sozialsystemen werden von der Abgeordnetengruppe unterstützt, wenn sie ohne Leistungskürzungen auskommen.

Man wolle den «düsteren Prognosen und der Schwarzmalerei, der Forderung nach mehr und mehr Anstrengung, die doch nur Schlimmeres verhindern soll, eine positive Aussicht gegenüberstellen, eine Perspektive auf eine gute Zukunft eröffnen», heißt es in dem Schreiben.

Dieren sagte der Deutschen Presse-Agentur, es sei der Gruppe wichtig, eine Alternative aus sozialdemokratischer Sicht gegenüberzustellen. «Es gibt andere Optionen, dieser Weg ist nicht alternativlos. Auch wo wir jetzt Kompromisse machen, ist doch wichtig aufzuzeigen: Leistungskürzungen und Belastungen für alle sind nicht unumgänglich. Wir jedenfalls wollen etwas anderes.»

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Panorama
Panorama Cartier Tank oder Santos – welche ist zeitloser?

Eine pauschale Antwort gibt es nicht: Design-Kenner sehen in der klar reduzierten Tank das zeitlosere Statement, während die vielseitigere...

DWN
Finanzen
Finanzen US-Börsenbericht: US-Indizes schließen uneinheitlich, da Trump ein Iran-Abkommen nach den Zwischenwahlen für möglich hält
22.09.2026

Politische Signale und starke Einzelwerte bewegen die Märkte im späten Handel.

DWN
Politik
Politik Mehrheit fordert Rücktritt von Kanzler Merz
22.09.2026

Mehr als die Hälfte der Befragten spricht sich für einen Rücktritt des Kanzlers aus. Unter den Anhängern einer Partei ist der Anteil...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Planet Labs: Berlin bekommt eine neue Satellitenfabrik
22.09.2026

In der Hauptstadt soll ein neuer Produktionsstandort für Satelliten entstehen. Das Unternehmen hat seinen Hauptsitz in den USA, will aber...

DWN
Politik
Politik Ehemaliger Topberater des Weißen Hauses: Trump gibt Tech-Milliardären beängstigend viel Macht
22.09.2026

Künstliche Intelligenz könnte die Welt ähnlich tiefgreifend verändern wie einst das Manhattan-Projekt. Doch diesmal liegt die...

DWN
Finanzen
Finanzen Heizkosten steigen 2026: So teuer wird das Heizen
22.09.2026

Für viele Haushalte wird das Heizen 2026 teurer – besonders bei Öl und Holzpellets. Eine neue Prognose zeigt, welche Heizarten stärker...

DWN
Finanzen
Finanzen Bitcoin-Kurs springt über 85.000 Dollar. Was hat die Erholung ausgelöst?
22.09.2026

Der Bitcoin-Kurs ist wieder deutlich gestiegen und kletterte über 85.000 Dollar. Bemerkenswert ist der Rebound, da kurz zuvor zwei...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Insolvenz: So schützen Unternehmer ihr Privatvermögen
22.09.2026

Gerät die Firma ins Wanken, kann es schnell um mehr gehen als das Unternehmen. Plötzlich stehen auch Haus, Depot und Ersparnisse auf dem...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Mercedes-Benz-Aktie: Arbeitszeit in der Diskussion – Konzern setzt deutsche Werke unter Druck
22.09.2026

Mercedes hält seine deutschen Werke für zu teuer und fordert mehr Arbeit für das gleiche Geld. Um den Druck zu erhöhen, legt der...