Finanzen

Paypal-Aktie: Stripe und Advent wollen Bezahldienst kaufen

Die angeschlagene Paypal-Aktie rückt plötzlich wieder ins Rampenlicht: Ein milliardenschweres Übernahmeangebot von Stripe und Advent könnte den angeschlagenen Bezahldienst grundlegend verändern. Nach dem dramatischen Kursverfall hoffen Anleger nun auf eine Wende – doch PayPal schweigt bislang.
15.07.2026 08:53
Aktualisiert: 15.07.2026 08:53
Lesezeit: 5 min
Paypal-Aktie: Stripe und Advent wollen Bezahldienst kaufen
Nach dem Kursverfall könnte die Paypal-Aktie neuen Schwung erhalten: Stripe und Advent legen ein milliardenschweres Übernahmeangebot vor. (Foto: dpa) Foto: Sebastian Kahnert

Paypal vor Übernahme? Stripe und Advent bieten 53 Milliarden US-Dollar

Der Zahlungsabwickler Stripe und der Finanzinvestor Advent International wollen den Bezahldienst PayPal übernehmen. Wie die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf mehrere mit der Angelegenheit vertraute Personen berichtet, haben die beiden Unternehmen Anfang Juli ein gemeinsames Übernahmeangebot vorgelegt. Demnach bieten sie 60,50 US-Dollar je PayPal-Aktie – ein Aufschlag von rund 28 Prozent auf den Schlusskurs vom Dienstag. Insgesamt würde PayPal damit mit rund 53 Milliarden US-Dollar bewertet.

Übernahmeangebot: Paypal-Aktie mit deutlichem Aufschlag

Nach Angaben der Insider ist das Angebot durch Finanzierungszusagen von Banken über rund 50 Milliarden US-Dollar abgesichert. Stripe und Advent wollen PayPal künftig zu gleichen Teilen besitzen. Bereits Anfang April soll es erste Gespräche zwischen den Interessenten und dem Unternehmen gegeben haben. Bislang hat PayPal jedoch nicht auf das Angebot reagiert. Die Bieter wollen in den kommenden Wochen Gespräche mit dem Unternehmen aufnehmen.

Verkaufsgerüchte: PayPal hält sich bedeckt

PayPal, Stripe und Advent wollten sich zu den Berichten zunächst nicht äußern.

Stripe zählt zu den wichtigsten Wettbewerbern von PayPal, konzentriert sich jedoch stärker auf Geschäftskunden. PayPal dagegen positioniert sich als digitaler Bezahldienst für Verbraucher. Advent International gehört zu den weltweit größten Private-Equity-Gesellschaften und investiert branchenübergreifend in Unternehmen.

Sollte die Übernahme zustande kommen, würden Stripe und Advent gemeinsam einen Anteil an dem weiter bestehenden PayPal halten.

Börsenabsturz: Paypal-Aktie gerät massiv unter Druck

Die Übernahmepläne folgen auf den drastischen Kursverfall der Paypal-Aktie. Vor rund fünf Jahren kostete eine Aktie zeitweise fast 300 US-Dollar, während das Unternehmen in der Corona-Pandemie einen Börsenwert von rund 360 Milliarden US-Dollar erreichte. In diesem Jahr fiel die Bewertung zeitweise auf nur noch rund 36 Milliarden US-Dollar. Allein in den vergangenen zwölf Monaten verlor PayPal mehr als 40 Prozent seines Börsenwerts.

Als Ursachen gelten der wachsende Konkurrenzdruck durch Apple Pay und Google Pay, verlorene Marktanteile sowie der Vorwurf, PayPal habe seine Technologie nicht schnell genug modernisiert. Trotz seiner weltweit starken Marktposition gilt der Konzern deshalb nach Einschätzung vieler Marktbeobachter als deutlich unterbewertet.

Konzernumbau: Neuer Chef setzt auf Wachstum

Angesichts der schwachen Geschäftsentwicklung leitete PayPal im Frühjahr einen Führungswechsel ein. Seit März steht Enrique Lores an der Spitze des Unternehmens. Er kündigte eine umfassende Restrukturierung an, um PayPal wieder profitabler zu machen und langfristig auf Wachstumskurs zu bringen.

Im April gliederte der Vorstandschef das operative Geschäft in drei Bereiche. Dazu zählen unter anderem der Bezahldienst Venmo sowie das Geschäft mit Zahlungsdiensten und Kryptowährungen. Ergänzt wird der Umbau durch Sparmaßnahmen und eine strategische Neuausrichtung.

An der Börse konnten diese Schritte die Anleger bislang jedoch nicht überzeugen. Die Paypal-Aktie blieb trotz des Konzernumbaus unter Druck. Ob das Übernahmeangebot von Stripe und Advent nun Bewegung in die Zukunft des Bezahldienstes bringt, dürfte sich in den kommenden Wochen zeigen.

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