Finanzen

Rheinmetall-Aktie verliert Rückenwind nach F126-Aus

Das Aus für das milliardenschwere F126-Projekt zwingt Rheinmetall zu einer Korrektur der Umsatzprognose. Trotz der niedrigeren Erwartungen hält der Rüstungskonzern an seiner Gewinnmarge fest.
06.08.2026 10:44
Lesezeit: 2 min
Rheinmetall-Aktie verliert Rückenwind nach F126-Aus
Die Fregatte "Nordrhein-Westfalen" (F 223) läuft in den Hafen am Marinestützpunkt Wilhelmshaven ein. (Foto: dpa) Foto: Hauke-Christian Dittrich

Rheinmetall-Aktie reagiert gelassen auf gekappte Umsatzprognose

Nach dem Stopp des milliardenschweren F126-Fregattenprojekts durch das Verteidigungsministerium hat Rheinmetall <DE0007030009> wie erwartet den Umsatzausblick für das laufende Jahr gesenkt. Der Vorstand rechnet nun mit einem Konzernumsatz von 13,7 bis 14,2 Milliarden Euro nach 9,94 Milliarden Euro im Jahr 2025, wie der Dax-Konzern am Donnerstag mitteilte. Damit liegt die neue Prognose am oberen und unteren Ende der Spanne jeweils 300 Millionen Euro unter der bisherigen Erwartung. Die operative Ergebnismarge soll weiterhin rund 19 Prozent erreichen. Die Rheinmetall-Aktie reagierte zunächst mit leichten Kursgewinnen.

Rheinmetall-Aktie bleibt trotz Schwankungen deutlich über Jahrestief

Der Kurs der Rheinmetall-Aktie tat sich zunächst schwer mit einer klaren Richtung und pendelte zwischen Gewinnen und Verlusten. Zuletzt verlor das Papier rund ein Prozent auf 1188,40 Euro. Vom Ende Juni erreichten Tief bei rund 900 Euro – dem niedrigsten Stand seit Februar 2025 – hat sich die Rheinmetall-Aktie dennoch um rund ein Drittel erholt. Seit Jahresbeginn summiert sich das Minus allerdings weiterhin auf fast ein Viertel.

Analysten bewerten neue Ziele unterschiedlich

Die neuen Ziele könnten auf den ersten Blick enttäuschen, schrieb UBS-Analyst Sven Weier. Seiner Einschätzung nach spiegeln sie jedoch vor allem eine vorsichtigere Planung von Rheinmetall wider. Addiere man die entscheidenden Faktoren, ergebe sich ein vergleichbares Umsatzpotenzial wie bislang.

JPMorgan-Experte David Perry sieht dagegen erheblichen Klärungsbedarf für Anleger. Er erwartet moderat sinkende Umsatzschätzungen für 2026. Besonders hob er das gesenkte Ziel für den Auftragsbestand hervor: Beim sogenannten Backlog peilt Rheinmetall nun nur noch mehr als 100 Milliarden Euro an, nachdem zuvor rund 135 Milliarden Euro erwartet worden waren. In diesem Wert sind sowohl feste Aufträge als auch Rahmenverträge enthalten.

F126-Aus belastet die Umsatzprognose

Bereits Anfang Juli hatte Rheinmetall angekündigt, dass die Stornierung des F126-Fregattenprogramms die Geschäftsentwicklung belasten werde. Demnach könnte der Umsatz im laufenden Jahr um bis zu 300 Millionen Euro geringer ausfallen. Das Verteidigungsministerium hatte das Projekt nach jahrelangen Verzögerungen und Kostensteigerungen gestoppt und sich stattdessen für eine kleinere Variante des Konkurrenten TKMS <DE000TKMS001> entschieden.

Konzernchef Armin Papperger verwies dennoch auf eine solide Grundlage für weiteres Wachstum. „Auch im Marinebereich schauen wir nach vorn und arbeiten mit Hochdruck daran, als zuverlässiger Partner mit hoher Expertise unsere vorhandenen maritimen Aufträge zu erfüllen und auch im internationalen Umfeld neue Bestellungen zu generieren“, sagte Papperger laut Mitteilung.

Rheinmetall bestätigt starke Quartalszahlen

Die bereits Ende Juli veröffentlichten Eckdaten zum zweiten Quartal bestätigte Deutschlands größter Rüstungskonzern. Der Umsatz stieg im Jahresvergleich um 69 Prozent auf 3,29 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis mehr als verdoppelte sich auf 562 Millionen Euro. Die operative Marge verbesserte sich von 13,4 auf 17,1 Prozent. Analyst Sam Burgess von Goldman Sachs sprach von starken Zahlen, die den Vorabdaten entsprächen.

Auftragsbestand wächst weiter – Barmittelfluss verschlechtert sich

Trotz des Rückschlags im Marinegeschäft versechsfachte sich die sogenannte Nomination nahezu auf 11,37 Milliarden Euro. Diese Kennziffer umfasst neben dem klassischen Auftragseingang auch das Volumen neu abgeschlossener Rahmenverträge. Der Auftragsbestand liegt dadurch inzwischen bei mehr als 80 Milliarden Euro.Bereits Ende Juli hatte Rheinmetall seine Investoren auf einen deutlichen Abfluss freier Barmittel vorbereitet. Hintergrund sind verschobene Anzahlungen sowie höhere Vorratsbestände für die kommenden Quartale. Zudem investiert der Konzern weiter in den Ausbau seiner Produktionskapazitäten. Der operative freie Barmittelfluss verschlechterte sich im zweiten Quartal von minus 874 Millionen Euro im Vorjahr auf minus 1,33 Milliarden Euro.

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