Wirtschaft

Teure Energie treibt Inflation auf fast drei Prozent

Der Iran-Krieg hat Tanken und Heizen erheblich verteuert. Mit der vom Staat verordneten Entlastung an Deutschlands Tankstellen ist es vorerst vorbei. Die Inflationsrate könnte noch weiter steigen.
10.09.2026 09:05
Lesezeit: 2 min
Teure Energie treibt Inflation auf fast drei Prozent
Die Inflation in Deutschland steigt. Vor allem teures Tanken und Heizen treiben die Verbraucherpreise nach oben. (Bild: dpa) Foto: Sebastian Kahnert

Teure Energie treibt Inflation an die Drei-Prozent-Marke

Der Iran-Krieg treibt die Energiepreise in die Höhe und verteuert das Leben in Deutschland. Im August lagen die Verbraucherpreise um 2,9 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats, wie das Statistische Bundesamt bestätigte. Einen stärkeren Anstieg gab es in Europas größter Volkswirtschaft zuletzt im Dezember 2023 mit damals 3,7 Prozent Inflation.

Ökonomen erwarten auch für die nächsten Monate erhöhte Teuerungsraten. Das Ifo-Institut rechnet für das Gesamtjahr 2026 mit 2,8 Prozent Inflation in Deutschland, 2027 könnte die Rate auf 3,0 Prozent steigen. Denn der Konflikt am Persischen Golf ist nicht beendet, Schiffe können die für den Öl- und Gashandel wichtige Straße von Hormus weiterhin nicht ungehindert passieren. Autofahrer hierzulande bekommen das an der Tankstelle zu spüren, Hausbesitzer bei den Heizkosten. Der Tankrabatt, mit dem die Bundesregierung für zwei Monate Autofahrer etwas entlastet hat, ist Ende Juni ausgelaufen. Es könnte sogar zu einer Stagflation kommen, wenn sich nicht bald etwas zum Positiven ändert.

Energie: Preistreiber Nummer eins

Im August mussten Verbraucherinnen und Verbraucher in Deutschland fürs Tanken und Heizen nach Berechnungen der Wiesbadener Statistiker 10,5 Prozent mehr zahlen als ein Jahr zuvor. "Besonders deutlich hat sich die vor allem durch den Iran-Krieg verursachte Teuerung der Energie bei den Kraftstoffen gezeigt", erläuterte die Präsidentin des Statistischen Bundesamtes, Ruth Brand. Im Vergleich zum Vorjahresmonat verteuerten sich Kraftstoffe im August um 27,7 Prozent. Heizöl war fast 50 Prozent teurer.

Je länger die Energiepreise hoch bleiben, umso größer das Risiko, dass auch andere Preise steigen, weil unter anderem Transport und Kühlung von Lebensmitteln teurer werden. Unternehmen werden nach Einschätzung von Volkswirten gezwungen sein, den Kostenschub bei Energie an ihre Kundschaft weiterzugeben. Dazu kommen Hitze und Trockenheit, die die Ernte schmälern, sowie die Auswirkungen des Niedrigwassers, das Lieferungen verteuert.

Lebensmittel im Schnitt kaum teurer als vor einem Jahr

Zuletzt zogen die Nahrungsmittelpreise kaum an, im August lagen sie nur um 0,1 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats. Allerdings kosten manche Waren deutlich mehr als noch vor einigen Jahren. Denn schon der russische Angriffskrieg auf die Ukraine, der im Februar 2022 begann, hatte Energie- und Lebensmittelpreise sprunghaft nach oben getrieben.

Von Juli auf August des laufenden Jahres zogen die Verbraucherpreise in Deutschland um 0,2 Prozent an. Die Kerninflation ohne Nahrungsmittel und Energie verharrte im August bei 2,4 Prozent. Je höher die Teuerungsrate, umso geringer die Kaufkraft der Menschen: Sie können sich für einen Euro dann weniger leisten und halten sich mit größeren Anschaffungen zurück. Der private Konsum, der in guten Zeiten eine wichtige Stütze der Konjunktur ist, schwächelt seit Monaten.

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