Goldpreis aktuell: Fed-Zinssorgen belasten den Goldkurs
Der Goldpreis zeigt sich am Dienstagmorgen zunächst kaum verändert. Mit rund 4.290 US-Dollar je Feinunze verbucht der Goldpreis aktuell leichte Abschläge und bewegt sich somit nahe einem Einmonatstief. Steigende Anleiherenditen und die Aussicht auf eine Zinserhöhung der US-Notenbank Fed dämpfen die Nachfrage.
Rund eine Stunde vor Eröffnung des regulären Börsenhandels in Europa kostete eine Feinunze Gold zeitweise etwa 4.290 US-Dollar - gegenüber dem Schlusskurs des Vortages ist das ein kleines Minus von rund 0,2 Prozent. Aktuelle Indikationen bewegten sich zuletzt zwischen rund 4.285 und 4.295 Dollar. In Euro lag der Goldpreis bei etwa 3.724 Euro je Feinunze.
Goldpreis fällt auf tiefsten Stand seit Anfang August
Bereits am Montag lasteten Zinssorgen auf dem gelben Edelmetall, der Goldkurs war deutlich gefallen. Der Spotpreis gab zeitweise um 1,8 Prozent auf 4.271,59 Dollar nach und erreichte damit den niedrigsten Stand seit dem 7. August. Gegenüber dem vorangegangenen Freitag belief sich das Minus zeitweise auf mehr als zwei Prozent. Damit hat sich die kurzfristige Goldpreis-Entwicklung spürbar eingetrübt, so der Tenor eines Reuters-Berichts bei Business Recorder.
Auslöser des Rückgangs ist vor allem eine Neubewertung der amerikanischen Zinsperspektiven. Robuste Konjunkturdaten und ein Anstieg der US-Verbraucherpreise um 0,4 Prozent gegenüber dem Vormonat haben die Erwartung verstärkt, dass die Federal Reserve ihre Geldpolitik wieder straffen könnte.
Höhere Renditen und starker Dollar belasten Gold
Die Fed berät am Dienstag und Mittwoch über ihren Leitzins. Eine Mehrheit der von Reuters befragten Ökonomen rechnet mit einer Zinserhöhung. Auch die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen ist im Vorfeld der Entscheidung über die Marke von fünf Prozent gestiegen, wie das Portal FXStreet berichtet.
Höhere Marktzinsen sind für Gold grundsätzlich nachteilig, weil das Edelmetall keine laufenden Erträge abwirft. Steigen die Renditen sicherer Staatsanleihen, erhöhen sich die Opportunitätskosten einer Goldanlage. Gleichzeitig kann ein festerer US-Dollar den in Dollar gehandelten Rohstoff für Käufer aus anderen Währungsräumen verteuern.
Zusätzlicher Druck kommt vom Ölmarkt. Höhere Energiepreise schüren Inflationssorgen und könnten die Fed zu einem restriktiveren Kurs bewegen. Die US-Notenbank steht damit vor einem schwierigen Abwägungsprozess: Eine Zinserhöhung könnte den Preisdruck begrenzen, zugleich aber Wirtschaft und Finanzmärkte belasten. Die Entscheidung wird am Mittwoch um 20 Uhr mitteleuropäischer Sommerzeit veröffentlicht; eine Pressekonferenz folgt 30 Minuten später.
Goldpreis-Prognose: Erhöhte Schwankungen wahrscheinlich
Für Anleger bleibt die Fed-Kommunikation kurzfristig der entscheidende Faktor. Eine Zinserhöhung zusammen mit weiteren restriktiven Signalen könnte den Goldpreis erneut belasten. Sollte die Notenbank dagegen abwarten oder einen weniger straffen Ausblick geben, wären eine Entlastung bei den Renditen und eine Gegenbewegung des Goldkurses denkbar.
Trotz seiner Rolle als Krisenschutz reagiert Gold derzeit stärker auf Zins- und Währungserwartungen. Bis zur Fed-Entscheidung müssen Marktbeobachter deshalb mit erhöhten Kursschwankungen rechnen.
Fed bestimmt kurzfristig die Richtung beim Goldpreis
Die weitere Goldpreis-Entwicklung hängt kurzfristig vor allem von der US-Notenbank ab. Eine Zinserhöhung und ein zugleich restriktiver Ausblick könnten Renditen und Dollar zusätzlich stärken und den Goldkurs weiter belasten. Verzichtet die Fed auf diesen Schritt oder signalisiert sie Zurückhaltung, ist dagegen eine technische Erholung möglich.
Anleger sollten neben der eigentlichen Zinsentscheidung besonders die Aussagen zum künftigen Kurs beachten. Trotz der aktuellen Schwäche bleibt Gold als Absicherung gegen geopolitische und wirtschaftliche Risiken grundsätzlich gefragt. Kurzfristig dominiert jedoch die Geldpolitik. Entsprechend dürften die Ausschläge hoch bleiben, bis mehr Klarheit über Inflation, Energiepreise und den weiteren amerikanischen Zinspfad besteht.
