Goldpreis aktuell unter Druck: Goldpreis verliert mehr als ein Prozent
Der Goldpreis hat seine Verluste am 23. September 2026 im Tagesverlauf ausgeweitet. Gegen 17 Uhr kostete eine Feinunze Gold rund 4.294 US-Dollar. Damit lag der Goldkurs etwa 1,5 Prozent beziehungsweise 64 Dollar unter dem Vortageswert. In Euro notierte die Feinunze bei rund 3.767 Euro, ein Rückgang um gut ein Prozent.
Die Handelsspanne war vergleichsweise groß: Der Goldpreis bewegte sich zwischen einem Tagestief von etwa 4.278 Dollar und einem Tageshoch von 4.366 Dollar. Seit Monatsbeginn hat das Edelmetall in US-Dollar rund 3,5 Prozent verloren. Die Jahresbilanz liegt derzeit leicht im Minus. In Euro steht bei der Goldpreis-Entwicklung wegen des Wechselkurses dagegen weiterhin ein kleines Plus zu Buche.
Damit bleibt die kurzfristige Goldpreis-Entwicklung von hoher Volatilität geprägt. Am Markt gilt der Bereich zwischen 4.300 und 4.400 Dollar derzeit als wichtige Handelsspanne. Am Mittwoch fiel der Kurs zeitweise an deren untere Begrenzung und darunter.
Starker Dollar und restriktive Fed belasten den Goldpreis
Als wichtigster Belastungsfaktor gilt der starke US-Dollar. Der Dollarindex stieg auf den höchsten Stand seit fast zwei Monaten. Der Euro fiel zeitweise auf rund 1,14 Dollar. Weil Gold international in US-Dollar gehandelt wird, verteuert eine stärkere amerikanische Währung das Edelmetall für Käufer außerhalb des Dollarraums und kann die Nachfrage bremsen. (Reuters)
Zusätzlicher Druck kommt von der amerikanischen Geldpolitik. Mehrere Vertreter der Federal Reserve signalisierten, dass weitere Zinsschritte nötig werden könnten, falls die Inflation nicht rasch genug sinkt. Marktteilnehmer bezifferten die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung im Oktober zuletzt auf 53 Prozent. Für Dezember wurde eine Anhebung sogar mit einer Wahrscheinlichkeit von 91 Prozent eingepreist. (Reuters)
Richmond-Fed-Präsident Tom Barkin begründete die jüngste Zinserhöhung um 25 Basispunkte mit den weiterhin größeren Inflationsrisiken. Die US-Inflation liege seit mehr als fünf Jahren über dem Zwei-Prozent-Ziel, während Konjunktur und Arbeitsmarkt solide blieben. Ob weitere Erhöhungen erforderlich seien, ließ Barkin offen.
Höhere Zinsen sind für Gold grundsätzlich ungünstig: Das Edelmetall wirft weder Zinsen noch Dividenden ab. Steigen die Renditen festverzinslicher Anlagen, erhöhen sich daher die Opportunitätskosten einer Goldanlage.
Geopolitische Risiken bieten nur begrenzte Unterstützung
Die Spannungen im Nahen Osten bleiben zwar ein möglicher Stützungsfaktor für den Goldkurs. Der damit verbundene Anstieg der Energiepreise schürt jedoch zugleich Inflationsängste und verstärkt die Erwartung einer strafferen Geldpolitik. Dieser Zinseffekt überlagert derzeit offenbar die klassische Nachfrage nach Gold als sicherem Hafen.
Fazit: Kurzfristig dürften vor allem der Dollar, die Zinserwartungen und die Ölpreisentwicklung die Richtung bestimmen. Solange die Fed weitere Zinserhöhungen nicht ausschließt, bleibt der Goldpreis anfällig für Rückschläge. Anleger sollten deshalb neben geopolitischen Nachrichten insbesondere Äußerungen der US-Notenbank und neue Inflationsdaten im Blick behalten.
Goldpreis aktuell: Zinsen geben vorerst den Takt an
Der Goldpreis bleibt zwischen geopolitischer Unsicherheit und restriktiver Geldpolitik gefangen. Der starke Dollar und die Aussicht auf weitere US-Zinserhöhungen sprechen kurzfristig gegen eine schnelle Erholung. Zugleich können neue Spannungen oder überraschend schwächere Konjunkturdaten die Nachfrage nach dem Edelmetall jederzeit wieder beleben.
Entscheidend wird sein, ob die Inflation nachlässt und die Federal Reserve ihren Kurs lockern kann. Anleger sollten deshalb weniger auf einzelne Tagesschwankungen als auf Dollar, Anleiherenditen und kommende Preisdaten achten. Solange die Zinserwartungen hoch bleiben, dürfte der Goldkurs anfällig bleiben. Eine nachhaltige Trendwende braucht klare geldpolitische Signale, nicht allein den Ruf des Goldes als sicherer Hafen.


