Finanzen

Börsenfonds halten erstmals mehr Gold als der deutsche Staat

Erstmals in der Geschichte halten die weltweiten Gold-ETFs mehr physisches Gold als die Deutsche Bundesbank. Denn Investoren haben in diesem Jahr massiv in die mit Gold besicherten Börsenfonds investiert.
05.08.2020 16:21
Aktualisiert: 05.08.2020 16:21
Lesezeit: 1 min
Börsenfonds halten erstmals mehr Gold als der deutsche Staat
Die Deutsche Bundesbank präsentiert am 23.08.2017 in ihrer Zentrale in Frankfurt am Main Goldbarren. (Foto: dpa) Foto: Arne Dedert

Die Goldbestände der weltweiten mit Gold besicherten börsengehandelten Fonds (ETFs) sind am Montag auf 3.365,6 Tonnen gestiegen, so die vorläufigen Daten von Bloomberg. Dies ist ein Anstieg um 30,5 Prozent seit Jahresbeginn. Damit halten die weltweiten Gold-ETFs nun erstmals mehr Gold als die Deutsche Bundesbank. Nur die offiziellen Goldreserven der USA liegen mit rund 8.000 Tonnen noch höher.

In der vergangenen Woche hat der Goldpreis sein bisheriges Allzeithoch aus dem Jahr 2011 übertroffen. Die Goldinvestoren treffen Vorsorge dagegen, dass die enormen Gelddruckprogramme der globalen Zentralbanken die Papierwährungen entwerten könnten. Hinzu kommen die schwelenden geopolitischen Spannungen, steigende Staatsschulden und hohe Aktienkurse - vor dem Hintergrund einer globalen Rezession.

Am Dienstag hat der Goldpreis erstmals in der Geschichte die Marke von 2.000 Dollar pro Unze überschritten, und viele Analysten prognostizieren einen weiteren Anstieg. So sagt Goldman Sachs, dass der Goldpreis auf 2.300 Dollar klettern könnte, da Anleger "auf der Suche nach einer neuen Reservewährung" sind. Und RBC Capital Markets sieht die Chancen eines Anstiegs auf 3.000 Dollar bei 40 Prozent.

ETFs ermöglichen den Anlegern den Handel mit Gold, ohne dass das Edelmetall physisch geliefert werden muss. Daher sind sie kein Schutz gegen eine Bankenkrise. Denn aufgrund der Struktur von Gold-ETFs dürften viele der Investoren im Falle einer schweren Finanzkrise kein physisches Gold oder wenigstens den baren Gegenwert "ihres" Goldes erhalten.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Damit Sie sich auf Ihr Unternehmen konzentrieren können

Ein Unternehmen zu führen, bedeutet, täglich Verantwortung zu übernehmen und Entscheidungen zu treffen. Gleichzeitig soll möglichst...

 

DWN
Finanzen
Finanzen US-Börsenbericht: Wall Street gibt wegen schwacher Chip-Aktien nach
13.10.2026

Erfahren Sie, welche überraschenden Entwicklungen die Wall Street heute bewegt haben.

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Russland erzielt mit Europas Energiekäufen Einnahmen von rund 322 Milliarden Euro
13.10.2026

Europa will seine Energieabhängigkeit von Russland beenden. Doch trotz Sanktionen fließt weiterhin eine große Menge Kapital nach Moskau....

DWN
Finanzen
Finanzen Rente 2026: Fast 2.000 Euro? Für die meisten ein Traum – 5 Zahlen zeigen die Realität
13.10.2026

Die Politik verweist auf ein stabiles Rentenniveau und knapp 2.000 Euro Standardrente. Doch amtliche Zahlen zeigen: Das ist ein...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Deutschland baut neue Bahnstrecke von Hamburg nach Hannover – aber erst 2050
13.10.2026

Überlastete Strecke: Zwischen Hamburg und Hannover fahren täglich rund 200 Güterzüge, dazu ICE- und Regionalzüge. Staus und...

DWN
Politik
Politik Iran-Krieg: Hat Trump den größten Fehler der USA begangen?
13.10.2026

Donald Trump wollte Iran in die Knie zwingen. Stattdessen gerät die amerikanische Supermacht selbst unter Druck. Der Krieg verschlingt...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Präsentismus: Wenn Mitarbeiter trotz Krankheit arbeiten 
13.10.2026

Mit Halskratzen aufgewacht und dennoch zur Arbeit gegangen, „weil es ja nicht so schlimm ist“. Viele Beschäftigte neigen dazu, trotz...

DWN
Finanzen
Finanzen Nel ASA-Aktie hebt ab: Kooperation mit Rheinmetall bei E-Fuels treibt Pennystock nach oben
13.10.2026

Nel ASA und Rheinmetall wollen bei dezentraler Produktion synthetischer Kraftstoffe zusammenarbeiten. Die norwegische Wasserstoff-Aktie...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Stellenabbau in Deutschland: Angebot an Zeitarbeit schrumpft
13.10.2026

Früher war Zeitarbeit ein boomendes Geschäft: 2017 arbeiteten noch mehr als eine Million Deutsche als Zeitarbeiter. Heute kämpft...