Politik

„Die Roten säubern“: In Spanien sind die Militärs gegen die linke Regierung

In Spanien herrscht in Militärkreisen eine große Unzufriedenheit mit der Regierung. Ehemalige hochrangige Ex-Militärs gehen sogar soweit, dass sie über eine „Säuberung der Roten“ sprechen. Die Lage ist besorgniserregend, zumal zuvor Putsch-Pläne geschmiedet wurden.
16.01.2021 19:32
Lesezeit: 1 min
„Die Roten säubern“: In Spanien sind die Militärs gegen die linke Regierung
Ein Mann zeigt ein Banner mit der Aufschrift „Jesus Cano. Franco, der des Völkermords schuldig war, tötete ihn. Er war 27 Jahre alt. Franco hat sie für das Verbrechen getötet, das er begangen hat. (Foto: dpa) Foto: Paco Campos

Die konservative Volkspartei Spaniens (PP) hat spanische Ex-Militärs, die offenkundig Position gegen die linksgerichtete spanische Regierung ergriffen hatte, in einer Anfrage an Verteidigungsministerin Margarita Robles in Schutz genommen.

Die PP fragt: „Was ist der Grund für die Verteidigungsministerin, das Recht des pensionierten Militärpersonals als Vollbürger, seinen Standpunkt in einer Angelegenheit im Rahmen der Gesetze öffentlich zu äußern, in Frage zu stellen? Welche rechtlichen Vorschriften könnten nach Ansicht der Verteidigungsministerin von den pensionierten Beamten verletzt worden sein, als sie öffentlich ihre Standpunkte äußerten? Ist die Verteidigungsministerin der Ansicht, dass die Bürgerrechte pensionierter Beamter aufgrund ihrer früheren beruflichen Laufbahn eingeschränkt werden sollten?“

Die Fragen wurden vom PP-Sprecher der Verteidigungskommission, dem ehemaligen Generalmajor der Armee Fernando Gutiérrez Díaz de Otazu, und weiteren 12 PP-Gesetzgebern unterzeichnet. Sie wurden in den Zeitungen „Vozpópuli“ und „El Confidencial Digital“ veröffentlicht.

Es gibt sehr viele Hinweise darauf, dass es innerhalb des spanischen Militärs eine große Unzufriedenheit mit der linken Regierung in Madrid gibt. Dabei dienen Ex-Militärs offenbar als Sprachrohr für aktive Militärs (HIER).

Zuvor wurde auch enthüllt, dass spanische Ex-Militärs in einer Whatsapp-Gruppe zum Putsch gegen die Regierung aufgerufen hatten. In einer weiteren Nachricht prahlt der pensionierte Oberst González Espinar damit, dass er seine Verschwörung des Putsches unter Luftwaffenoffizieren ausführlich diskutiert habe: „Ich habe es bereits in einer Rede vor den Chefs des Luftwaffenstabs Lombo, Gallarza usw. gesagt - und bei mehr als hundert Abendessen bei der Luftwaffe (HIER).“

Die spanische Regierung reagierte schockiert auf die Putsch-Pläne. „Der spanische Verteidigungsminister hat die Staatsanwaltschaft gebeten, eine strafrechtliche Untersuchung gegen eine WhatsApp-Gruppe hochrangiger Militäroffiziere im Ruhestand einzuleiten, die davon sprachen, einen Staatsstreich auszulösen, ,26 Millionen zu vernichten‘ und ,die Roten zu säubern‘. Die Gruppe von 40 Teilnehmern, allesamt pensionierte Luftwaffenoffiziere, tauschte die jetzt überprüften Nachrichten aus. Einer schrieb: ,Bereit für den Kampf!‘, berichtet „The Times“ in einem gesonderten Artikel.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Welche Funktionen sind 2026 bei Trading-Plattformen wirklich wichtig?

Trading-Plattformen entwickeln sich rasant weiter. Im Jahr 2026 geht es längst nicht mehr nur darum, Wertpapiere oder andere...

X

DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft In europäischen Fabriken gehen die Lichter aus: Wer schließt sie, wer entlässt Mitarbeiter?
01.08.2026

VW, Bosch, BASF, Evonik, ThyssenKrupp, Michelin: In der Automobil-, Chemie- und Stahlindustrie reihen sich Werksschließungen, Entlassungen...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Der beste Freund des Recruiters: Tiere im Büro ziehen Talente stärker an als Boni
01.08.2026

Viele Unternehmen holen ihre Beschäftigten zurück ins Büro. Doch klassische Benefits verlieren an Zugkraft. Eine neue Studie zeigt: Für...

DWN
Unternehmen
Unternehmen BYD Sealion 5 im Test: Viel Auto für vergleichsweise wenig Geld
01.08.2026

Der BYD Sealion 5 verbindet viel Platz, hohen Komfort und einen erstaunlich großen Aktionsradius. Als Plug-in-Hybrid schafft er im Test 80...

DWN
Politik
Politik EU in Gefahr: Wie Großmächte Europas Vetorecht ausnutzen
01.08.2026

Orbáns Wahlniederlage eröffnet der EU eine seltene Reformchance. Doch neue Blockierer könnten schon bald nachrücken. Experten warnen:...

DWN
Finanzen
Finanzen KI-Aktien: China löst nächste Panikwelle aus – was Anleger jetzt beachten müssen
01.08.2026

Chipaktien brechen ein, China holt technologisch auf und Anleger fürchten die nächste große Blase. Doch hinter der neuen Börsenpanik...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Massenverrentung: Die Ruhestandswelle bedroht ganze Unternehmen
01.08.2026

Die Ruhestandswelle rollt auf die Unternehmen zu, doch viele Betriebe sind kaum vorbereitet. Mit jedem erfahrenen Mitarbeiter drohen...

DWN
Finanzen
Finanzen US-Börsenbericht: Rally bei Tech-Aktien beendet volatile Woche
31.07.2026

Erfahren Sie, welche Kräfte die Wall Street derzeit bewegen und was das für Anleger bedeutet.

DWN
Finanzen
Finanzen Intel-Aktie: Der Chip-Hersteller, dessen Aktienkurs raketenartig gestiegen ist, hat einen hohen Preis
31.07.2026

Intel ist an der Börse wieder auf der Startrampe. Die Intel-Aktie ist seit Jahresbeginn explodiert, die Quartalszahlen überraschten...