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Tesla-Turbo: Elon Musk beschleunigt Pläne für günstige Modelle - doch ein Produkt wird viel wichtiger

Tesla macht Tempo: Elon Musk verspricht, die günstigeren Modelle schneller als erwartet zu realisieren. Damit reagiert der Tesla-Chef auf den deutlichen Absatz-Rückgang und den Druck der Konkurrenz. Laut Musk werde aber ein ganz anderes Produkt auf lange Sicht wertvoller als alles andere bei Tesla sein.
24.04.2024 07:32
Aktualisiert: 24.04.2024 07:32
Lesezeit: 3 min

Die Produktion für die günstigeren soll nun vor dem ursprünglichen Termin im zweiten Halbjahr 2025 starten. Dieser Schritt erfolgt, da der Elektroauto-Vorreiter durch billigere Konkurrenz aus China und das wachsende Interesse der Käufer an Hybrid-Modellen unter Druck geraten ist. Dennoch bleibt Elon Musk dabei: Die Zukunft gehört rein elektrischen Antrieben. Der Tesla-Chef versicherte erneut am Dienstag, dass Tesla mit selbstfahrenden Autos die Branche revolutionieren werde.

Wann genau und zu welchem Preis die günstigeren Teslas auf den Markt kommen sollen, blieb in einer Telefonkonferenz mit Analysten jedoch unbeantwortet. Auch die Frage, ob es sich um komplett neue Modelle oder angepasste Versionen der bisherigen Bestseller Model 3 und Model Y handeln wird, blieb offen. Elon Musk, der Tech-Milliardär, hielt sich hierzu bedeckt.

Die Frage war berechtigt. Denn ursprünglich sollte ein günstigeres neues Modell von Tesla auf einer neuen Fahrzeug-Plattform entwickelt werden - ebenso wie ein Robotaxi ohne Lenkrad und Pedale. Musk versprach revolutionäre Produktionstechniken, mit denen die Fertigung so effizient wie noch nie sein werde.

Das Robotaxi, das Tesla am 8. August vorstellen will, soll weiterhin auf der neuen Plattform basieren. Die günstigeren Modelle aber sollen auf heutigen Fertigungslinien mit einer Mischung aus alten und neuen Verfahren gebaut werden, kündigte Tesla nun an. So könne man "in unsicheren Zeiten" die Produktion bei niedrigeren Investitionen ausbauen.

Spürbare Abschwächung beim Wachstumstempo erwartet

Für das laufende Jahr gibt Tesla weiterhin keine konkrete Prognose für die Auslieferungen ab, rechnet aber mit einer spürbaren Abschwächung beim Wachstumstempo im Vergleich zu 2023. Musk betonte in einer Telefonkonferenz mit Analysten, dass er dennoch von einem Verkaufsplus ausgehe. Im vergangenen Jahr steigerte Tesla die Auslieferungen um fast 38 Prozent auf gut 1,8 Millionen Fahrzeuge.

Besonders viel sprach Musk in der Telefonkonferenz aber über selbstfahrende Autos. Dabei bekräftigte er seine bereits vor Jahren verkündete Vision, dass Tesla-Besitzer ihre Autos zum autonomen Geldverdienen losschicken können werden, wenn sie diese gerade nicht brauchen. Man müsse sich das wie eine Mischung aus der Apartment-Plattform Airbnb und dem Fahrdienst-Vermittler Uber vorstellen, sagte Musk. Jederzeit könnten sie das Auto auch nur selbst nutzen - so wie man auch ein zeitweise über Airbnb vermietetes Gästezimmer nur für sich haben könne. Bei der Zahlenvorlage zeigte Tesla auch schon, wie der Fahrdienst in der App der Firma aussehen soll.

Dass Musks langjährige Pläne immer noch nicht Wirklichkeit wurden, liegt allerdings daran, dass es seinen Entwicklern bisher nicht gelang, die Teslas wirklich selbstfahrend zu machen. Es gibt bereits komplett fahrerlose Robotaxi-Dienste - etwa von der Google-Schwesterfirma Waymo in San Francisco und Los Angeles. Doch diese Fahrzeuge haben Spezial-Technik wie relativ teure Laser-Radare, die die Umgebung abtasten. Musk beharrt dagegen darauf, autonomes Fahren nur mit Kameras hinzubekommen.

"Autopilot"-Software bisher nur Assistenzsystem

Als Folge ist auch die fortgeschrittene Version von Teslas "Autopilot"-Software mit dem vielversprechenden Namen "Full Self-Driving" (komplett selbstfahrend) bisher nur ein Assistenzsystem, bei dem der Mensch am Steuer jederzeit bereit sein muss, die Kontrolle zu übernehmen. Jüngst ergänzte Tesla die Bezeichnung "Full Self-Driving" in der aktuellen Version mit dem Zusatz "überwacht" in Klammern.

Die meisten Branchenexperten hatten sich immer wieder skeptisch gezeigt, dass autonomes Fahren nur mit Kameras in absehbarer Zukunft möglich sei, Musk gibt sich nach wie vor überzeugt. Erneut sagte er, dass Tesla in Gesprächen mit einem großen Autokonzern über eine Lizenz für die fortgeschrittene "Autopilot"-Technologie sei. Zugleich schränkte Musk aber ein, dass mit den Entwicklungszeiten in der Branche selbst nach einem möglichen Deal mindestens drei Jahre vergehen würden, bis das System im Fahrzeug eines anderen Herstellers auftaucht.

Teslas humanoider Roboter "Optimus" könne aktuell im Labor einfache Fertigungsaufgaben ausführen, sagte Musk. Man wolle die Maschinen bis Ende des Jahres für einen eingeschränkten Einsatz in die Fertigungshallen bringen. Und bis Ende 2025 sollen sie auch anderen Unternehmen zum Kauf angeboten werden. Musk wiederholte, dass nach seiner Meinung "Optimus" auf lange Sicht wertvoller als alles andere bei Tesla sein werde.

Unansehnliche Quartalsergebnisse

Der Wall Street, die die Tesla-Aktie seit Jahresbeginn um mehr als 40 Prozent fallen ließ, gefielen Musks Visionen. Der Kurs stieg im nachbörslichen Handel um gut 13 Prozent.

Dabei fielen die Quartalsergebnisse noch unansehnlicher als erwartet aus. Die Erlöse fielen im Jahresvergleich um neun Prozent auf 21,3 Milliarden Dollar (19,9 Milliarden Euro). Analysten hatten im Schnitt mit 22,15 Milliarden Dollar Umsatz gerechnet. Auch beim Ergebnis pro Aktie lag Tesla unter den Markterwartungen. Unterm Strich fiel der Quartalsgewinn um 55 Prozent auf 1,13 Milliarden Dollar (1,06 Milliarden Euro).

Die Rückgänge bei den Geschäftszahlen zeichneten sich ab, nachdem Tesla im ersten Quartal mit Auslieferungen von rund 387.000 Fahrzeugen die Erwartungen verfehlt hatte. Es waren 8,5 Prozent weniger als im Vorjahresquartal - und ein Einbruch von 20 Prozent im Vergleich zum letzten Vierteljahr 2023. Tesla verwies unter anderem auch darauf, dass im ersten Quartal die Produktion im Werk Grünheide bei Berlin nach einem Anschlag auf die Stromversorgung zeitweise ausgesetzt wurde.

Musk lässt gerade mehr als jeden zehnten Job streichen. Übers Wochenende senkte Tesla abermals die Preise für einige Modellvarianten.

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