Unternehmen

TAG Immobilien stabilisiert sich im ersten Halbjahr - Ziele bestätigt

TAG Immobilien hat es im ersten Halbjahr dank stabiler Vermietungen und zahlreicher Verkäufe fast zurück in die schwarzen Zahlen geschafft. Unter dem Strich fiel ein Verlust von 7,1 Millionen Euro an, wie das im MDax notierte Unternehmen mitteilte. Im Vorjahreszeitraum lag das Minus noch bei 304,7 Millionen Euro.
14.08.2024 08:45
Aktualisiert: 14.08.2024 09:00
Lesezeit: 2 min

TAG Immobilien hat die operativen Gewinnkennziffern im ersten Halbjahr verglichen mit dem Vorjahr nahezu stabil gehalten bis leicht gesteigert. Diese Jahresprognosen bestätigte TAG. Die Aktie verlor zuletzt rund zwei Prozent auf 13,83 Euro. Die auch von gestiegenen Zinsen ausgelöste Flaute am Immobilienmarkt hatte den Aktienkurs bis zum Frühjahr 2023 schwer belastet und auf ein Zwischentief von 5,41 Euro gedrückt. Seither hat sich der Kurs mehr als verdoppelt. Die Hoffnung auf bald wieder sinkende Zinsen hatte der Aktie in den vergangenen Monaten tendenziell geholfen.

Gute operative Entwicklung setzt sich zum Halbjahr 2024 fort

Claudia Hoyer, COO und Co-CEO der TAG, kommentiert die Ergebnisse des ersten Halbjahres 2024 wie folgt: „Mit der bisherigen operativen Entwicklung im Jahresverlauf 2024 können wir sehr zufrieden sein. Der Anstieg des Mietwachstums in Deutschland zeigt, dass die von uns angebotenen bezahlbaren Wohnungen auch in B-Standorten auf eine starke Nachfrage stoßen. Gleichzeitig wächst unser polnisches Vermietungsportfolio und die Verkäufe in Polen liefern weiter gute Ergebnisse. Auf dieser Basis können wir die Prognosen für das Gesamtjahr 2024, einschließlich der FFO I- und FFO II-Prognosen, vollumfänglich bestätigen.“

TAG: Verkauf von 880 Wohnungen (Januar-Juni 2024)

In Deutschland wurden seit Anfang des Jahres Verträge zum Verkauf von insgesamt rund 880 Wohnungen beurkundet. Der komplette Verkaufspreis betrage 78,4 Millionen Euro, hieß es weiter. Der überwiegende Teil der Verkäufe wurde im Juli abgeschlossen. Trotz der Immobilienverkäufe blieb der operative Gewinn (FFO 1), der sowohl das deutsche als auch das polnische Vermietungsgeschäft umfasst, beinahe stabil bei 88,1 Millionen Euro im Vergleich zu 89,1 Millionen ein Jahr zuvor. Dazu trugen vor allem die höheren Mieteinnahmen in Deutschland bei. Die Nettomieteinnahmen stiegen insgesamt um gut 2,3 Prozent auf 178,2 Millionen Euro. Für 2024 peilt der Immobilienkonzern weiterhin einen operativen Gewinn zwischen 170 und 174 Millionen Euro an.

Moderate Marktwertanpassung des Immobilienportfolios

Außerdem habe sich die Wertkorrektur des deutschen Portfolios in der von gestiegenen Zinsen ausgelösten Immobilien-Flaute verlangsamt. Die Bewertung liege nun im deutschen Portfolio im Schnitt bei 1.040 Euro pro Quadratmeter. Das Management erwartet „keine weiteren wesentlichen Wertkorrekturen“. Aus der Bewertung des Vermietungsportfolios in Polen resultierte hingegen ein Gewinn. Der Wert des polnischen Immobilienportfolios betrage 2.800 Euro pro Quadratmeter, hieß es.

TAG war mit dem Kauf des Projektentwicklers Vantage Development Ende 2019 in den polnischen Markt eingestiegen und baute das Geschäft 2022 mit dem Kauf des Wohnungsentwicklers Robyg aus. Zuletzt gründete der Immobilienkonzern zudem mit einer Fondsgesellschaft des Finanzinvestors Centerbridge Partners ein Gemeinschaftsunternehmen, das für den Kauf von Grundstücken, den Bau und die Veräußerung von Wohneinheiten zuständig ist. In Polen plant TAG langfristig den Aufbau eines Portfolios von etwa 20.000 Mietwohnungen.

TAG Wohnen: „Ein Zuhause, das passt!“

Der Hamburger Konzern konzentriert sich mit seinem Portfolio von zuletzt rund 84.400 Immobilien in Deutschland auf sogenannte B- und C-Standorte, die in den weiteren Einzugsgebieten der Metropolen und in mittelgroßen Städten liegen. Der größte Teil der Wohnimmobilien befindet sich in Ostdeutschland in Städten wie Gera, Leipzig, Chemnitz, Erfurt sowie im Umfeld von Berlin.

Martin Thiel, Finanzvorstand und Co-CEO der TAG fügt hinzu: „Wir freuen uns, nun wieder über zwei stabile Investment Grade Ratings zu verfügen. Damit vergrößern wir die Bandbreite attraktiver Finanzierungsoptionen zur Stärkung unserer Kapitalstruktur und für weiteres Wachstum. Gleichzeitig haben wir, trotz des insgesamt herausfordernden Umfelds der vergangenen Quartale, unser LTV-Ziel fast erreicht. Dies belegt die finanzielle Stabilität und Finanzierungsfähigkeit der TAG.“

Weitere Einzelheiten zum ersten Halbjahr 2024 finden Sie hier.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen

Jede Anlage am Kapitalmarkt ist mit Chancen und Risiken behaftet. Der Wert der genannten Aktien, ETFs oder Investmentfonds unterliegt auf dem Markt Schwankungen. Der Kurs der Anlagen kann steigen oder fallen. Im äußersten Fall kann es zu einem vollständigen Verlust des angelegten Betrages kommen. Mehr Informationen finden Sie in den jeweiligen Unterlagen und insbesondere in den Prospekten der Kapitalverwaltungsgesellschaften.

 

DWN
Finanzen
Finanzen US-Marktbericht: Wall Street steigt aufgrund von Hoffnungen auf Iran-Waffenstillstand vor Trump-Ansprache
01.04.2026

Ein plötzlicher Stimmungswandel sorgt für grüne Vorzeichen an den Börsen, doch ein anstehendes politisches Statement könnte alles...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Steigende Spritpreise in Europa: Bekommt das Elektroauto neuen Rückenwind?
01.04.2026

Die stark gestiegenen Kraftstoffpreise rücken Elektroautos und den europäischen Automarkt erneut in den Fokus wirtschaftlicher Debatten....

DWN
Politik
Politik Geht uns der Sprit aus? Deutsche Top-Ökonomin plädiert für Verzicht auf Autofahrten
01.04.2026

Nach Ansicht der Wirtschaftsweisen Monika Schnitzer sollten Verbraucher und Wirtschaft mit Verzicht auf knapperes Öl reagieren:...

DWN
Finanzen
Finanzen Trotz steigender Steuereinnahmen: Kommunen mit Rekordausgaben von 31,9 Milliarden Euro
01.04.2026

Trotz steigender Steuereinnahmen wachsen die Ausgaben der Gemeinden noch schneller. Wofür besonders viel Geld ausgegeben wurde und wie die...

DWN
Politik
Politik Iran-Krieg spitzt sich zu: Erwägt Trump einen Rückzug?
01.04.2026

Die Zustimmungswerte von Präsident Donald Trump sind so niedrig wie seit Beginn seiner zweiten Amtszeit nicht mehr. Das wirkt sich...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Prognose Wirtschaftsinstitute für 2026: Iran-Krieg halbiert Wachstum und treibt Inflation
01.04.2026

Höhere Spritpreise, höhere Inflation: Ifo und DIW sprechen von einem Energiepreisschock - ausgelöst durch den Iran-Krieg. Sie erwarten...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Unternehmer Wolfgang Grupp: Was die Biografie über den Ex-Trigema-Chef verrät
01.04.2026

Wolfgang Grupp spricht in einer Biografie offen über Machtkämpfe in der Familie und den Kampf gegen die Altersdepression. Was das neue...

DWN
Immobilien
Immobilien Bauprojekte im Belastungstest: Wie Investoren und Projektentwickler Verzögerungen und Mehrkosten aktiv vermeiden
01.04.2026

Viele Bauprojekte geraten schleichend unter Termin- und Kostendruck, obwohl Controlling und Statusberichte zunächst Stabilität...