Immobilien

Immowelt-Umfrage: So viel kostet die Energiesanierung Immobilienbesitzer

Laut einer Umfrage geben Immobilienbesitzer 2024 im Durchschnitt 37.000 Euro für Energiesanierungen aus. Ein stolzer Betrag, wobei mehr als die Hälfte von Finanzierungen mitgetragen wurde. Was die Umfrage aussagt, welche Möglichkeiten Immobilienbesitzern geboten werden und eine Perspektive auf die Zukunft rund um Energiesanierung gibt es hier.
Autor
avtor
06.10.2024 06:03
Lesezeit: 4 min

Ergebnisse der Umfrage

Die Energiesanierung ist eine Maßnahme zur Verbesserung der Energiebilanz von (Wohn)Immobilien. Das für 2024 überarbeitete Gebäudeenergiegesetz (GEG) verpflichtet Besitzer von Ein- und Zweifamilienhäusern dazu, ihre Immobilien nach gesetzlichen Vorgaben zu sanieren. Davon betroffen sind auch Eigentümer, die eine Altbau-Immobilie gekauft, geerbt oder geschenkt bekommen haben. Wer eine sanierungspflichtige Immobilie kauft, hat ab dem Eintrag ins Grundbuch 2 Jahre lang Zeit, um der Pflicht nachzukommen. Einzig befreit sind Eigentümer, die vor dem 01. Februar 2002 das Haus selbst bewohnt haben, denkmalgeschützte Immobilien, sowie Immobilien bei denen eine Energiesanierung wirtschaftlich schlichtweg untragbar wäre. Man sieht: Kaum jemand ist vor der Sanierungspflicht gefeit. Umso mehr sorgen sich Eigentümer über die Kosten. Sie wollen wissen, worauf sie sich einlassen (müssen).

Zu diesem Zweck hat der Onlineanbieter ImmoWelt eine repräsentative Umfrage erstellt, um herauszufinden, wie hoch die tatsächliche finanzielle Belastung für Immobilienbesitzer ist. Es wurden im Mai 2024 dazu 2.027 Onlinenutzer ab 18 Jahren mit Wohnsitz in Deutschland befragt. Das Ergebnis: Jeder vierte Befragte hat in den letzten 12 Monaten seine Immobilie modernisiert. Durchschnittlich kostet die Energiesanierung 37.000 EUR. Mehr als jeder Zweite nimmt Förderungen in Anspruch, um diese finanzielle Last zu tragen. Etwa 31% dieser Förderungen fanden im Rahmen von direkten Zuschüssen statt, 13,9% waren dagegen vergünstigten Darlehen geschuldet. Am häufigsten werden bei der Sanierung Maßnahmen rund um Dämmung (46,8%), Fenster (37%) oder Heizungstausch in Angriff genommen.

Neben der Sanierungspflicht ist ein weiterer Grund für den Fortschritt von Energiesanierungen auch die CO2-Steuer für Vermieter.

Die CO2-Steuer

Die Steuer verpflichtet Vermieter und Mieter für das Heizen eine Steuer nach dem Stufenmodell abzuführen. Salopp gesagt: Je schlechter die Energieeffizienz der vermieteten Immobilie, umso mehr muss gezahlt werden. Je Tonne CO2 sind das 45 EUR. Produziert der Mieter weniger als 12 kg CO2 im Jahr durch das Heizen, trägt er 100% der Kosten. Bei einem Verbrauch von 32 bis 37 kg teilen sich Vermieter und Mieter die Kosten schon 50:50, bei einem Verbrauch von mehr als 52 kg trägt der Vermieter fast die volle Last (95%). Je schlechter die Energiebilanz ist, desto mehr muss der Vermieter letzten Endes aus der eigenen Tasche zahlen.

Förderungen rund um Energiesanierung

Die wenigsten Immobilienbesitzer haben genug Eigenkapital, um die notwendigen Maßnahmen rund um Energiesanierung zu 100% selbst zu tragen. Um die Pflicht zu erleichtern, gibt es staatliche Fördermittel, die für Sanierungsprojekte in Anspruch genommen werden können.

Die beliebtesten Förderer sind die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) und das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA). Für (den Rest von) 2024 und 2025 wurden bereits weitere Förderprogramme von der Bundesregierung auf den Weg gebracht.

Förderungen der KfW

Unter der Kreditnummer 261 empfiehlt die Kreditanstalt für Wiederaufbau eine Förderung für die energieeffiziente Sanierung von Haus und Wohnung. Zu einem effektiven Jahreszins ab 1,09% können hierbei Immobilien sowohl saniert als auch gekauft werden. Je Wohneinheit werden bis zu 150.000 EUR gefördert, wobei nur zwischen 55 und 95% des Kredits letzten Endes wieder zurückgezahlt werden müssen. Zudem sind auch Förderungen rund um Baubegleitung und Co. “oben drauf” möglich. Grundsätzlich fördert der KfW alle, die klimafreundlich sanieren wollen, jedoch kommt die Förderung auch auf verfügbare Haushaltsmittel an.

Förderungen der BAFA

Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle bietet eine Auswahl an Förderungen je nach Bedürfnis und Bedarf des Antragstellers an. So gibt es Förderungen für Einzelmaßnahmen an der Gebäudehülle (zum Beispiel der Austausch von Fenstern), Anlagetechnik außer Heizung, Heizungstechnik und Heizungsoptimierung. Auch die Baubegleitung und Fachplanung kann gefördert werden. Untersucht man exemplarisch die Förderung für Einzelmaßnahmen, sehen die Konditionen wie folgt aus: Bei einem Mindestinvestitionsvolumen von 3000 EUR brutto liegt der Grundfördersatz bei 15% der förderfähigen Ausgaben. Pro Wohneinheit können maximal 30.000 EUR an energetischen Maßnahmen gefördert werden. Unter bestimmten Ausnahmen gibt es Fördermittel bis 60.000 EUR pro Wohneinheit. Setzt man die Energiesanierung im Rahmen der Bundesförderung für Energieberatung im Wohngebäude um, werden weitere 5% Förderbonus genehmigt.

55,6% konnten auf diesem Weg einen Teil ihrer Kosten tilgen. Mehr als zwei Drittel der Eigentümer (68,2%) sagten aus, dass sie es einfach fanden, staatliche Unterstützung für die Sanierungsmaßnahmen zu beantragen.

So erfreulich es ist, dass mehr als die Hälfte Fördermittel in Anspruch nehmen konnten, so war es für immerhin 43,4% nicht möglich. Als Gründe für die Versagung von Fördermitteln wurde genannt:

• Keine Fördermittel verfügbar (30,3%)

• Projekt war nicht förderfähig (27,7%

• Hoher Aufwand bei geringer Ausschüttung (18,5%)

11,8% gaben an, nichts von möglichen Förderprogrammen gewusst zu haben, während weitere 10,9% schlichtweg aufgegeben haben, weil ihnen die Antragstellung zu kompliziert war. Unabhängig davon, ob eine Förderung in Anspruch genommen wurde oder nicht, man sieht: Das Interesse ist da.

Energiesanierung in der Zukunft

Das Thema Energiesanierung wird Immobilienbesitzer in den nächsten Jahren weiter umtreiben. Diese Maßnahmen sind nur eine von Vielen, um den CO2-Verbrauch im Bereich Wohngebäude deutschland- und europaweit zu reduzieren. Bis 2030 soll der Energieverbrauch um mindestens 11,7% sinken.

21% aller befragten Eigentümer sind bereits in Planung für künftige Energiesanierungen. Im Durchschnitt planen sie für diese Maßnahmen 33.500 EUR ein. Mehr als die Hälfte der Befragten (56,6%) hofft durch die Sanierung auf eine Senkung ihrer Betriebskosten. 45,5% sehen die Maßnahmen als eine Möglichkeit, um ihren Wohnkomfort zu verbessern, während weitere 35,3% sich dadurch einen höheren Immobilienwert schaffen wollen.

Für viele Immobilienbesitzer sind die Maßnahmen eine finanzielle Zerreißprobe, jedoch sieht man auch, dass dank Förderungen viel Schaden im Zaum gehalten werden kann. Und: Wenn die anfänglichen Investitionen überwunden sind, garantiert die Energiesanierung erhebliche Kostenersparnisse in der Zukunft.

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Nataly Sesic

Nataly Sesic ist seit 2023 als freie Autorin im Bereich Immobilien bei den Deutschen Wirtschaftsnachrichten. Zuvor war sie als Producerin bei Galileo beschäftigt und hat frei für internationale Marken wie Apple Music und The Walt Disney Company gearbeitet. Neben Immobilien ist ihr Steckenpferd Musik – der Spagat zwischen Kunst und Politik macht ihr dabei besonders Spaß. Sie ist studierte Literaturwissenschaftlerin und macht aktuell ihren Master in Buchwissenschaft.
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