Politik

G7-Gipfelidee aus Paris: Macron regt G7-Treffen mit Russland und Dänemark an

Emmanuel Macron sucht den direkten Draht zu Donald Trump – und setzt dabei auf private Nachrichten. Ein vorgeschlagenes G7-Treffen in Paris könnte neue Gespräche mit Russland, Dänemark und weiteren Akteuren anstoßen.
20.01.2026 10:58
Aktualisiert: 20.01.2026 10:58
Lesezeit: 3 min

Macron regt G7-Treffen mit Russland und Dänemark an

Frankreichs Präsident Macron will US-Präsident Trump mit privaten Botschaften erreichen. Was steckt dahinter?

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat US-Präsident Donald Trump ein Treffen der G7-Staaten mit Russland und Dänemark für Donnerstag in Paris vorgeschlagen. Das geht aus privaten Textnachrichten zwischen Macron und Trump hervor, die der US-Präsident auf der Plattform Truth Social veröffentlichte. Der Élysée-Palast bestätigte der Deutschen Presse-Agentur die Echtheit der Nachrichten.

Am Dienstagvormittag hatte Trump auf seinem Online-Sprachrohr Bilder geteilt, die Textnachrichten von Macron zeigen sollen. Darin schlägt Macron vor, die großen westlichen Industrienationen nach dem Ende des Weltwirtschaftsforums in Davos in Paris zusammenzubringen. Hinzukommen sollen demnach nach seiner Vorstellung auch Vertreter der Ukraine, Dänemarks, Syriens und Russlands.

Trump wird am Mittwoch in dem Schweizer Alpenort erwartet, wo er am selben Tag eine Rede halten wird. Aus den Nachrichten geht außerdem hervor, dass Macron Trump zu einem Abendessen in Paris eingeladen hat, bevor dieser zurück nach Washington fliegt.

Russland war von 1998 Mitglied der Gruppe westlicher Industrienationen, die damals G8 hieß. Nach der Annexion der Krim im Jahr 2014 wurde Russland ausgeschlossen und die Gruppe trug wieder den Namen G7. Neben den USA gehören Frankreich, Großbritannien, Italien, Kanada sowie Japan und Deutschland dazu.

Macron betont gemeinsame Ziele bei Syrien und dem Iran

Wie es aus Macrons Umfeld hieß, sei Frankreich entschlossen, seinen diesjährigen G7-Vorsitz zu einem nützlichen Beitrag für Dialog und Zusammenarbeit zu machen. Hervorgehoben wurden Konflikte, bei denen Frankreich und die USA eng zusammenarbeiten. In Syrien arbeite Frankreich gemeinsam mit den Amerikanern für die Einheit und territoriale Integrität Syriens sowie für die Einhaltung des Waffenstillstands und bleibe seinen Verbündeten im Kampf gegen die Terrormiliz "Islamischer Staat" treu. Im Iran fordere Frankreich von den iranischen Behörden die Achtung der Grundfreiheiten und stelle sich an die Seite derjenigen, die diese verteidigten.

Macron merkte in den privaten Textnachrichten an Trump an, dass Frankreich und die Vereinigten Staaten "völlig im Einklang" mit Blick auf den weiteren Kurs in Syrien seien. Zudem könnten sie "großartige Dinge" im Iran erreichen.

Macron zu Trump: Verstehe nicht, was du in Grönland vorhast

Zugleich kritisiert Macron in den veröffentlichten Nachrichten, er verstehe nicht, was Trump mit Blick auf Grönland im Schilde führe. Der US-Präsident will Dänemark dazu bringen, den USA die Arktisinsel zu verkaufen. Deutschland, Frankreich und weitere Staaten hatten daraufhin als Zeichen der Solidarität mit Dänemark Soldaten zu einer Erkundungsmission nach Grönland geschickt. Der Republikaner kündigte dann am Samstag an, ab dem 1. Februar Strafzölle auf Waren aus Deutschland und anderen europäischen Nato-Ländern zu verhängen. Damit will er den Widerstand gegen einen Verkauf Grönlands an die USA brechen.

Zum Grönland-Konflikt hieß es aus Macrons Umfeld, dass die Achtung der Souveränität und territorialen Integrität der Staaten für Frankreich nicht verhandelbar sei und Frankreichs Engagement als Nato-Verbündeter für die Sicherheit in der Arktis unverändert bleibe.

Trump will in Grönland-Konflikt mit anderen Parteien reden

Kurz zuvor hatte Trump mit Blick auf den Grönland-Konflikt ein Treffen der beteiligten Parteien in Davos angekündigt. Den avisierten Gesprächen sei ein Telefonat mit Nato-Generalsekretär Mark Rutte vorangegangen, schrieb er auf Truth Social. Wer konkret an dem Treffen teilnehmen wird, ließ der Republikaner offen. Die Gespräche dürften am Rande des Weltwirtschaftsforums stattfinden.

Nicht nur private Nachrichten von Macron veröffentlicht

Trump veröffentlichte zudem auch eine private Nachricht, die ihm Nato-Generalsekretär Mark Rutte mit Blick auf die Gespräche in Davos geschrieben hatte. In dieser hieß es: "Herr Präsident, lieber Donald – was Du in Syrien erreicht hast, ist unglaublich. Ich werde meine Medienauftritte in Davos nutzen, um Deine Arbeit dort, in Gaza und in der Ukraine hervorzuheben. Ich bin entschlossen, in der Grönland-Frage einen Weg nach vorn zu finden. Ich kann es kaum erwarten, dich zu sehen. Dein Mark." Eine Bündnissprecherin bestätigte der Deutschen Presse-Agentur, dass die Nachricht authentisch ist.

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