Wirtschaft

DIW: Iran-Krieg trifft deutsche Wirtschaft wenig - aber treibt Preise

Mit dem Anstieg der Ölpreise wachsen die Sorgen um die Konjunktur in Deutschland. Das Institut der deutschen Wirtschaft ist eher zuversichtlich. Für Verbraucher gibt es aber eine schlechte Nachricht.
11.03.2026 13:23
Lesezeit: 1 min
DIW: Iran-Krieg trifft deutsche Wirtschaft wenig - aber treibt Preise
Der jüngste Anstieg der Öl- und Gaspreise falle deutlich geringer aus als während der Energiekrise 2022 und 2023 nach dem russischen Angriff auf die Ukraine, erklärt das DIW. (Foto: dpa) Foto: Jay Kogler

DIW: Iran-Krieg trifft Wirtschaft wenig - aber treibt Preise

Der Iran-Krieg dürfte nach Einschätzung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung die Konjunktur hierzulande nur leicht belasten. Die Verbraucherpreise könnten jedoch deutlich anziehen, prognostiziert das DIW in Berlin.

Unter der Annahme, dass der stärkste Preisschub vorbei ist und die Öl‑ und Gaspreise dieses Jahr nur moderat steigen, dürften sie die Inflation um 0,4 Prozentpunkte erhöhen und das Wachstum um 0,1 bis 0,2 Prozentpunkte dämpfen. «Insgesamt wird die Erholung der deutschen Wirtschaft damit zwar gebremst, aber nicht gestoppt», schreibt das DIW. Das wahrscheinliche Szenario sei, dass die Energiepreise nicht dauerhaft steigen, sagte Präsident Marcel Fratzscher.

Der jüngste Anstieg der Öl- und Gaspreise falle deutlich geringer aus als während der Energiekrise 2022 und 2023 nach dem russischen Angriff auf die Ukraine, erklärt das DIW weiter. «Deutschland ist heute weniger von fossiler Energie aus der Golfregion abhängig als damals von Gas und Öl aus Russland.»

Höhere Inflation erwartet

Die deutsche Wirtschaft, die 2025 nur minimal gewachsen war, soll nach DIW-Prognose dieses Jahr um 1,0 Prozent zulegen - getragen von den Staatsausgaben für Infrastruktur und Rüstung. Für 2027 erwarten die Ökonomen ein Plus von 1,4 Prozent.

Größere Spuren dürfte der Iran-Krieg laut DIW bei der Inflation hinterlassen. Sie soll auf 2,4 Prozent im laufenden Jahr anziehen und auf 2,3 Prozent 2027. Im vergangenen Jahr lag die Teuerung im Schnitt bei 2,2 Prozent.

Zu Wochenbeginn waren die Preise für Brent-Rohöl auf fast 120 Dollar je Fass gestiegen, bevor die Preise nachgaben. Der Gaspreis an den Börsen hat sich laut DIW zudem fast verdoppelt. Bisher hatten Ökonomen erwartet, dass die Inflation dieses Jahr bei etwas über zwei Prozent liegen wird.

Dem stellt das DIW ein Negativszenario entgegen, dass der Iran-Krieg weiter eskaliert und die Energiepreise um gut die Hälfte binnen zwei Quartalen anziehen. Hier müsse die Europäische Zentralbank die Zinsen erhöhen, was die Wirtschaft bremse. Unterm Strich würde die Inflationsrate 2026 dann auf 2,8 Prozent steigen und die Wirtschaftsleistung um 0,5 Prozentpunkte zum Basisszenario sinken.

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