Unternehmen

Biontech-Aktie: 1.860 Stellen in Gefahr

Biontech zieht die Notbremse und fährt Kapazitäten drastisch herunter. Der Sparkurs trifft Standorte weltweit – und bringt Tausende Jobs ins Wanken.
05.05.2026 13:55
Aktualisiert: 05.05.2026 13:55
Lesezeit: 2 min

Biontech-Aktie: Bis zu 1.860 Stellen bedroht

Der Impfstoffhersteller Biontech plant, mehrere Produktionsstandorte zu schließen. Das Mainzer Unternehmen begründet die Einschnitte mit zu geringer Auslastung, Überkapazitäten und dem Ziel, Kosten zu senken. Betroffen sind die Produktionsstandorte in Idar-Oberstein, Marburg und Singapur sowie Einrichtungen des übernommenen Konkurrenten Curevac . Insgesamt könnten bis zu 1.860 Stellen von den Maßnahmen betroffen sein, kündigte das Management des Biopharma-Unternehmens an.

Einsparprogramm greift: Bis zu 500 Millionen Euro weniger Kosten

Geplant ist, die Standorte in Idar-Oberstein, Marburg und Tübingen bis Ende 2027 zu schließen. Der Betrieb in Singapur soll voraussichtlich im ersten Quartal 2027 enden. Zudem ist ein teilweiser oder vollständiger Verkauf vorgesehen.

Das Biopharma-Unternehmen erwartet nach vollständiger Umsetzung der Maßnahmen im Jahr 2029 wiederkehrende jährliche Einsparungen von bis zu rund 500 Millionen Euro. Die frei werdenden Mittel sollen in Forschung, Entwicklung und Markteinführung von Krebsmedikamenten fließen.

Covid-19-Geschäft schwächelt: Umsatz geht zurück

Im ersten Quartal verbuchte Biontech einen rückläufigen Umsatz. Die Erlöse lagen bei 118,1 Millionen nach 182,8 Millionen Euro in den ersten drei Monaten des Vorjahres. Der Rückgang ist vor allem auf geringere Umsätze mit den Covid-19-Impfstoffen zurückzuführen.

Der Nettoverlust weitete sich aus und betrug den Angaben zufolge 531,9 Millionen Euro. Im ersten Quartal des Vorjahres hatte der Wert bei 415,8 Millionen Euro gelegen. Als Grund für die Entwicklung nannten die Mainzer höhere Kosten für Programme in der Immunonkologie.

Hoher Forschungsdruck: Kosten treiben Verluste

Angesichts der hohen Entwicklungskosten hatte Biontech bereits das Vorjahr mit einem Milliardenverlust abgeschlossen. Für dieses Jahr erwartet Biontech sowohl auf dem europäischen als auch auf dem US-amerikanischen Markt geringere Umsätze im Geschäft mit Covid-19-Impfstoffen. Für die Impfsaison 2026/27 bereitet das Unternehmen die Entwicklung eines an Varianten angepassten Covid-19-Impfstoffs vor.

Für 2026 erwartet das Unternehmen, dessen Gründer Ugur Sahin und Özlem Türeci spätestens Ende dieses Jahres ausscheiden werden, Erlöse zwischen 2,0 Milliarden und 2,3 Milliarden Euro.

Onkologie rückt in den Fokus: Neue Pipeline bis 2030

Biontech, das in der Corona-Pandemie Milliarden mit seinem Corona-Impfstoff verdient hatte, entwickelt Medikamente auf mRNA-Basis gegen Krebs und andere Krankheiten. Jüngst übernahm das Biotechnologieunternehmen Curevac mit Sitz in Tübingen. Bis 2030 wollen die Mainzer mehrere Zulassungsanträge für Onkologie-Kandidaten stellen.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen

 

X

DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Herbert Wertheim macht aus Geduld Milliarden und aus 35 Millionen Euro einen Ferrari
23.08.2026

35 Millionen Euro für einen elektrischen Ferrari wirken selbst unter Milliardären außergewöhnlich. Für Herbert Wertheim folgt der...

DWN
Technologie
Technologie Roboter rücken in den Supermarkt vor: Beginnt der Wandel am Arbeitsmarkt?
23.08.2026

In Dänemark sollen humanoide Roboter nachts Supermarktregale auffüllen. Gesteuert werden sie zunächst von Menschen mit VR-Headset, doch...

DWN
Technologie
Technologie KI-Sicherheitsrisiken außer Kontrolle? Wenn Maschinen selbstständig angreifen
23.08.2026

KI-Systeme finden selbstständig Sicherheitslücken, führen Cyberangriffe aus und können sogar neue Viren entwerfen. Die technologische...

DWN
Finanzen
Finanzen ETF-Risiken: Die gefährliche Macht der großen Indexfonds
23.08.2026

ETF gelten als günstig, bequem und vergleichsweise sicher. Doch je mehr Kapital automatisch in dieselben Aktien fließt, desto stärker...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft China-Handel: Deutschland wird zum größten Warnsignal für Europa
23.08.2026

Chinas Exportoffensive trifft Europas Industrie immer härter, besonders Deutschland gerät unter Druck. Brüssel sucht nach...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Echt oder Kopie? Billige Labordiamanten erobern den Markt
22.08.2026

Labordiamanten kosten nur einen Bruchteil natürlicher Steine und erobern den wichtigsten Diamantenmarkt der Welt. Für Juweliere,...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Deutsche Bahn: Vandalismusschäden in Höhe von 34 Millionen Euro
22.08.2026

Graffitis an Bahnhofswänden, Kabeldiebstahl, zerkratzte Scheiben in Zügen - die Deutsche Bahn ist ständig mit Vandalismus konfrontiert....

DWN
Unternehmen
Unternehmen Eishersteller Florida Eis investiert 25 Millionen Euro – in Sachsen-Anhalt
22.08.2026

Jahre nach der ersten Kontaktaufnahme mit Politikern aus Sachsen-Anhalt, legt der Berliner Eishersteller Florida Eis den Grundstein für...