Politik

Drohnen-Vorfälle im Baltikum: Estland, Lettland und Litauen fordern Nato-Verstärkung

Nach wiederholten Drohnen-Vorfällen in ihrem Luftraum fordern die baltischen Staaten ein entschlosseneres Eingreifen der Nato. Angesichts einer hybriden Bedrohungslage drängen die drei Länder auf zusätzliche Unterstützung bei der Flug- und Drohnenabwehr, um die Sicherheit der verletzlichen Ostflanke des Bündnisses zu garantieren.
22.05.2026 06:00
Lesezeit: 2 min

Abwehr von Spionage und russischer Desinformation

Estland, Lettland und Litauen wollen nach den jüngsten Drohnenvorfällen im Baltikum bei den Nato-Verbündeten auf mehr Hilfe bei der Luftverteidigung dringen. Die drei EU- und Nato-Staaten wollen zudem in koordinierter Form auf unbelegte Behauptungen aus Moskau reagieren, wonach sie ihr Territorium und ihren Luftraum für ukrainische Angriffe gegen Russland zur Verfügung stellen. Dies teilte die litauische Präsidialkanzlei nach einem Telefonat der Präsidenten der drei Staaten mit.

"Wir beobachten einen klaren Versuch, die Spannungen in unserer Region zu verschärfen und gleichzeitig eine koordinierte Desinformationskampagne gegen die baltischen Staaten zu führen. Wir müssen geeint bleiben, unsere Luftverteidigung und unsere Fähigkeiten zur Drohnenabwehr stärken und gemeinsam die Nato-Verbündeten dazu bewegen, der Sicherheit der Ostflanke noch mehr Aufmerksamkeit zu schenken", sagte der litauische Präsident Gitanas Nauseda nach einem Gespräch mit seinen Amtskollegen Alar Karis (Estland) und Edgars Rinkevics (Lettland).

Ruf nach mehr Luftverteidigung und Präsenz

In einer gemeinsamen Erklärung betonten die Staatschefs die Notwendigkeit, die Luftverteidigungskapazitäten der Nato in der Region weiter zu stärken. Dazu gehörten die Stationierung zusätzlicher Drohnenabwehrsysteme und der Übergang von einer reinen Luftraumüberwachung zu einer umfassenden Luftverteidigung. Zuvor hatten die Streitkräfte in Lettland und Litauen erneut Drohnenalarm im Luftraum im Osten der beiden Länder nahe der Grenze zu Russland und Belarus gemeldet.

Im Zuge des Ukraine-Krieges hat es bereits mehrere Vorfälle mit Drohnen gegeben. Bei Angriffen sind mehrere fehlgeleitete ukrainische Drohnen in den Luftraum der baltischen Staaten eingedrungen und teils abgestürzt. Kiew hatte mit ihnen Ziele im Nordwesten Russlands angegriffen. Moskau hatte daraufhin seine unbelegten Behauptungen erhoben - und zuletzt auch Drohungen gegen Lettland ausgesprochen.

Präsidenten: Baltenstaaten nicht an Drohnenangriffen beteiligt

Mit den "erfundenen, haltlosen Anschuldigungen" versuche Russland, die Aufmerksamkeit der internationalen Gemeinschaft von seinem Angriffskrieg gegen die Ukraine und deren Recht auf Selbstverteidigung abzulenken, teilten die baltischen Staatschefs mit und wiesen die russische Desinformationskampagne entschieden zurück. Estland, Lettland und Litauen stünden weiter in voller Solidarität mit der Ukraine, aber hätten niemals zugelassen, dass ihr Staatsgebiet für Drohnenangriffe gegen Ziele in Russland genutzt werde.

Die baltischen Staaten sind enge Partner und Unterstützer der Ukraine, die sich seit mehr als vier Jahren gegen eine russische Invasion wehrt. Die Regierungen in Tallinn, Riga und Vilnius unterstützten die Ukraine militärisch, finanziell und humanitär.

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