Panorama

Kölner Dom kostet ab Juli zwölf Euro Eintritt

Alles wird teurer. Selbst der Kölner Dom kostet ab Juli nun zwölf Euro Eintritt. Warum das so ist - und welche Ausnahmen gelten.
02.06.2026 11:52
Aktualisiert: 02.06.2026 11:52
Lesezeit: 2 min

Besichtigung des Kölner Doms kostet bald zwölf Euro Eintritt

Rund sechs Millionen Menschen besuchen jedes Jahr die wohl bekannteste deutsche Kirche, den Kölner Dom. Bislang war der Eintritt kostenlos. Das ändert sich nun für Besucher – allerdings mit Ausnahmen.

Kölner Dom führt Eintritt ein

Der Kölner Dom wird für Besucher ab Juli zwölf Euro Eintritt verlangen. Damit sollen die gestiegenen Kosten für Pflege, Schutz und den laufenden Betrieb des Doms gedeckt werden, teilte das Domkapitel mit. Für Gottesdienstbesucher sowie Mitglieder des Zentral-Dombau-Vereins bleibt der Zugang weiterhin kostenfrei.

Auch der Zugang zu Opferlichtern und zum stillen Gebet in bestimmten Bereichen soll kostenlos bleiben. Zudem wird der Dom an einigen Tagen im Jahr für alle Besucher kostenfrei zugänglich sein: vom 6. Januar (Fest der Heiligen Drei Könige) bis zum darauffolgenden Sonntag im Januar, am 1. Mai (Tag der Arbeit), am 3. Oktober (Tag der Deutschen Einheit) sowie zur Dreikönigswallfahrt.

Über den Nordeingang am Hauptbahnhof können Menschen weiterhin einen kleinen Bereich des Doms kostenlos zum Beten betreten. Wer den westlichen Haupteingang nutzt, muss dagegen ein Ticket lösen. Ob Besucher am Nordeingang tatsächlich beten möchten, werde nicht kontrolliert, teilte das Domkapitel mit. Touristen machen nach Angaben von Dompropst Guido Assmann rund 99 Prozent der Dom-Besucher aus.

Finanzlage des Doms verschärft sich

Bislang war der große Innenraum des Doms stets kostenlos zugänglich. Eintritt wurde jedoch bereits für die Schatzkammer oder den Aufstieg zur Aussichtsplattform erhoben. Nun erklärte das Domkapitel, dass seit 2019 sechs Jahre in Folge Verluste entstanden seien. Über viele Jahre habe man diese noch durch Rücklagen ausgleichen können. "Wir sind in die Situation gekommen, dass die Reserven des Kölner Doms auf absehbare Zeit aufgebraucht sind", erklärte Domrendant Clemens van de Ven.

Debatte über Eintrittsgebühr

Die Ankündigung einer Eintrittsgebühr Anfang März hatte in Köln eine heftige Debatte ausgelöst. Befürworter verweisen darauf, dass andere Kathedralen wie der Mailänder Dom oder die Londoner St. Paul's-Kathedrale ebenfalls Eintritt verlangen. Das stimmt zumindest teilweise. So kostet ein Ticket für Erwachsene in der St. Paul's-Kathedrale in London 27 Pfund (31 Euro), für die Westminster Abbey sogar 31 Pfund (35 Euro). Für ein Standardticket der Sagrada Familia in der spanischen Metropole Barcelona werden 26 Euro fällig.

Notre-Dame und Petersdom bleiben kostenlos

Es gibt allerdings auch prominente Gegenbeispiele. Der Besuch von Notre-Dame in Paris ist kostenlos, obwohl die Kathedrale nach dem verheerenden Brand von 2019 für Hunderte Millionen Euro restauriert werden musste. Auch der Besuch des Petersdoms in Rom bleibt kostenfrei. Gegner der neuen Gebühr in Köln befürchten, dass der Dom seine Funktion als frei zugängliches Herz der Stadt verlieren könnte, wenn der Besuch nicht mehr kostenlos ist.

Die frühere Dombaumeisterin Barbara Schock-Werner, die heute den Zentral-Dombau-Verein leitet, hatte vor der Bekanntgabe des Eintrittspreises betont, wie wichtig es sei, dass der Eintritt unter zehn Euro bleibe. Nun werden zwölf Euro fällig. Der Zentral-Dombau-Verein sammelt seit 1842 Geld für den Dom – zunächst für dessen Fertigstellung und seit der Vollendung im Jahr 1880 für dessen Erhalt.

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