Finanzen

Ifo-Berechnungen: Tankrabatt wurde bei Diesel zu wenig weitergegeben

Die Diskrepanz, die die Wirtschaftsforscher errechnet haben, ist deutlich. Und wie geht es weiter, nachdem der Tankrabatt nun bald ausläuft?
30.06.2026 07:18
Lesezeit: 2 min
Ifo-Berechnungen: Tankrabatt wurde bei Diesel zu wenig weitergegeben
Ifo: "Die unvollständige Weitergabe des staatlichen Tankrabatts beim Diesel bedeutet, dass ein Teil davon bei den Mineralölkonzernen gelandet ist." (Foto: dpa Foto: Thomas Warnack

Ifo: Tankrabatt wurde bei Diesel zu wenig weitergegeben

Der Tankrabatt ist nach Schätzung des Münchner Ifo-Instituts nur teilweise bei den Verbrauchern angekommen. Für Diesel haben sie bis inklusive 25. Juni nur eine Weitergabe von durchschnittlich 12 Cent pro Liter errechnet. Das wäre deutlich weniger als die 16,7 Cent, um die die Steuer gesenkt wurde.

Super E5 und Super E10 liegen mit einer errechneten Weitergabe von 17 und 16 Cent pro Liter dagegen sehr nah am Wert der Steuersenkung. "Damit wurde der Tankrabatt beim Superbenzin nahezu vollständig an die Autofahrerinnen und Autofahrer weitergegeben", sagt Florian Neumeier, der stellvertretende Leiter des Ifo-Zentrums für Finanzwissenschaft.

Preise werden steigen

Anfang Juli sei durch das Auslaufen des Tankrabatts wieder mit steigenden Kraftstoffpreisen zu rechnen. "Wie hoch es geht, wird vor allem von der Entwicklung des Ölpreises abhängen. Da dieser zuletzt gesunken ist, haben auch die Kraftstoffpreise nachgegeben", sagt die wissenschaftliche Mitarbeiterin Ramona Schmid.

Dennoch ist es nach Ansicht der Forscher richtig, dass der Tankrabatt ausläuft. Mit Kosten von 1,6 Milliarden sei die Maßnahme teuer gewesen. "Die unvollständige Weitergabe beim Diesel bedeutet, dass ein Teil davon bei den Mineralölkonzernen gelandet ist", sagt Doktorand Christian Gréus. Sollte es zwischen den USA und dem Iran tatsächlich zu einer Einigung kommen, dürften sich die Kraftstoffpreise ohnehin wieder normalisieren.

Vergleich mit Frankreich lieferte die Basis

Basis der Abschätzung des Ifo-Instituts war ein Vergleich mit den Spritpreisen in Frankreich. Dadurch sollte bei der Preisentwicklung zwischen normalen Veränderungen - zum Beispiel durch sinkende Ölpreise - und dem Effekt des Tankrabatts differenziert werden.

Die Ergebnisse des Ifo stehen im Kontrast zu Aussagen des Mineralölwirtschaftsverbands en2x, der in der Vergangenheit stets betont hat, der Steuerrabatt werde vollständig weitergegeben. Auch aktuell sagt Hauptgeschäftsführer Christian Küchen: "Die Tankstellengesellschaften im en2x haben mit der Einführung des so genannten Tankrabatts die Preise um 17 Cent je Liter gesenkt. Der Tankrabatt wurde durchweg und in voller Höhe an die Tankkundschaft weitergegeben. Andere Berechnungen können wir daher nicht nachvollziehen."

Eine vor knapp zwei Wochen veröffentlichte Untersuchung der Monopolkommission war allerdings ebenfalls zum Ergebnis gekommen, dass der Rabatt nicht vollständig weitergegeben wurde. Auf Basis der Preise bis zum 11. Juni hatte sie allerdings bei Diesel eine etwas höhere, bei Benzin eine etwas niedrigere Weitergabe errechnet als das Ifo. Hintergrund könnten voneinander abweichende Methoden zur Abschätzung der Weitergabe sein.

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