Finanzen

Europas Fußball-Markt: Erneut Umsatzrekord, doch Stagnation droht

Europas Fußball-Markt hat laut einer Wirtschaftsprüfungsgesellschaft seinen Rekordkurs fortgesetzt. Auch die Bundesliga trägt dazu bei. Doch gibt es Zweifel, dass das Wachstum so weitergeht.
09.07.2026 07:18
Lesezeit: 2 min
Europas Fußball-Markt: Erneut Umsatzrekord, doch Stagnation droht
Der europäische Fußball-Markt hat erstmals beim Umsatz die 40-Milliarden-Euro-Marke gerissen. (Foto: dpa) Foto: Fabian Strauch

Deloitte-Studie: Erneut Umsatzrekord, doch Stagnation droht

Im Viertelfinale der Fußball-WM in den USA, Kanada und Mexiko dominiert Europa. Und auch der europäische Markt strotzt vor (Finanz-)Stärke - noch. Erstmals wurde beim Umsatz die 40-Milliarden-Euro-Marke gerissen. Doch in den kommenden Jahren könnte eine Stagnation drohen.

Das geht aus dem jährlichen Report der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Deloitte hervor. Für die Saison 2024/25 verzeichneten die Verbände und Ligen in Europa noch einmal einen Rekordumsatz von 40,2 Milliarden. Das sind sechs Prozent mehr als in der Saison zuvor (38 Milliarden Euro), wie es in der 35. Auflage des Annual Review of Football Finance heißt.

Maßgeblichen Anteil an der Höchstmarke hatten Europas größte fünf Ligen in England, Deutschland, Spanien, Italien und Frankreich. Sie trugen 21,6 Milliarden Euro zu den Gesamterlösen auf dem europäischen Markt bei. Transfereinnahmen werden bei den Berechnungen nicht berücksichtigt.

Studie: Umsatz verlangsamt sich in Zukunft

Laut der Studie könnte sich das Umsatzwachstum in den kommenden Jahren allerdings verlangsamen und sogar zur Stagnation führen. "Die Ausweitung der UEFA- und FIFA-Wettbewerbe hat den Clubs der europäischen Top-Ligen finanzielle Vorteile gebracht. Doch die Ausschüttungen kommen nur einer kleinen Anzahl der Clubs zugute", erklärt Stefan Ludwig, Leiter der deutschen Sport Business Gruppe bei Deloitte.

Der Fußball könne sich für nachhaltiges Wachstum nicht allein darauf verlassen, "immer mehr Inhalte zu produzieren. Ein zunehmend gesättigter Markt ist weder für Spieler noch für Fans positiv. Es besteht die Gefahr, kurzfristige Erträge über langfristigen Erfolg zu stellen."

Bundesliga erstmals über vier Milliarden Euro

Die Clubs der Premier League waren erneut am umsatzstärksten. Ihr Gesamtumsatz wuchs um zehn Prozent auf 8,1 Milliarden Euro. Wichtigste Einnahmequelle blieben die Medienerlöse mit 4,0 Milliarden Euro.

Auch die Bundesliga registrierte Saison 2024/25 mit 4,3 Milliarden Euro einen Bestwert. Nach einem Anstieg des Umsatzes von zwölf Prozent (+0,5 Mrd. Euro) wurden erstmals mehr als vier Milliarden Euro erzielt. Mit 400 Millionen Euro wurde auch das bislang beste operative Ergebnis geschafft.

Bundesliga "eine der finanziell stabilsten Ligen"

Die Bundesliga habe "ihre Position als eine der finanziell stabilsten Ligen Europas weiter gefestigt", sagte Ludwig. "Die hohen

Zuschauerzahlen sind Ausdruck einer starken Fanbasis, welche ein großer Wettbewerbsvorteil ist und eine wichtige Grundlage für die positive wirtschaftliche Entwicklung."

Auch die spanische LaLiga und die italienische Serie A kamen mit 4,1 Milliarden Euro (+ neun Prozent) und 3 Milliarden Euro (+ vier Prozent) auf Rekordwerte. Die Entwicklung wurde vor allem von den großen Clubs wie Real Madrid und FC Barcelona in Spanien sowie Juventus Turin, Inter und AC Mailand in Italien getragen. Einzig die Ligue 1 in Frankreich musste einen Rückgang der Erlöse hinnehmen. Der Umsatz sank von 2,6 Milliarden auf 2,2 Milliarden Euro.

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