Panorama

DWN-Podcast Folge 36: Die Woche im Rückblick – KW 31

Unser neuer Podcast ist da: Die ganze Woche in wenigen Minuten. Der DWN-Wochenrückblick bringt die Themen, die zählen – eingeordnet, nicht nur aufgezählt.
31.07.2026 10:10
Lesezeit: 6 min
DWN-Podcast Folge 36: Die Woche im Rückblick – KW 31
DWN-Wochenrückblick Podcast KW 31 Folge 36 2026. (Illustration: DWN)

Vielleicht fragen Sie sich längst, welche der vielen wirtschaftlichen Schlagzeilen Ihren Alltag tatsächlich verändern werden. Genau darum geht es in dieser siebenminütigen Podcastfolge: um Kreditkarten, die verschwinden könnten, um Strom, der zeitweise verschenkt wird und trotzdem teuer bleibt, um einen möglichen Engpass bei Diesel und um ein neues Heizungsgesetz, das mehr Freiheit verspricht, aber neue Kostenfallen schafft. Zugleich zeigt der Blick hinter die Kulissen, wie alte Russland-Netzwerke weiterwirken, warum eine einflussreiche Trump-Vertraute plötzlich ihre Haltung zur Ukraine ändert und wie eine kaum bekannte deutsche Unternehmerfamilie mit Europas Aufrüstung Milliarden verdient.

Die Themen im Überblick

1 Mastercard plant den radikalen Umbau

Kreditkarten vor dem Aus: Mastercard will bis 2030 in Europa alle digitalen Zahlungen durch sichere „Token“ ersetzen und manuelle Kartendaten abschaffen. Dieser Wandel erhöht zwar den Komfort, bringt aber auch neue Risiken durch die absolute Abhängigkeit von funktionierenden Stromnetzen und Smartphones mit sich.

2 Der Welt geht der Diesel aus

Globale Treibstoffkrise: Zerstörte Raffinerien in Russland und Drohungen der Huthi-Miliz im Roten Meer verschärfen weltweit den Mangel an Diesel und Benzin. Für die deutsche Industrie und Logistik drohen dadurch drastisch steigende Kosten, die schlimmstenfalls zu einer wirtschaftlichen Vollbremsung führen könnten.

3 Darum läuft Deutschlands Strommarkt aus dem Takt

Absurde Strompreise: An der Strombörse fallen die Preise immer häufiger unter null, weil massenhaft Solarstrom produziert wird, aber Speicher und Netze fehlen. Diese Überproduktion kostet den deutschen Steuerzahler Milliarden an fest zugesagten Subventionen, während private Haushalte wegen hoher Fixkosten kaum profitieren.

4 „Russland hat mich getäuscht“

Trumps Flüsterin lenkt ein: Die einflussreiche US-Rechtsaktivistin Laura Loomer hat sich öffentlich für ihre Verbreitung russischer Propaganda entschuldigt, nachdem sie in Kyjiw die Realität des Krieges erlebte. Diese politische Kehrtwende könnte innerhalb der MAGA-Bewegung zu einem Umdenken führen und die westliche Unterstützung für die Ukraine stark beeinflussen.

5 Spielt Deutschland ein doppeltes Spiel mit Moskau?

Brisante Baku-Connection: Ein geheimes Treffen deutscher Ex-Spitzenpolitiker mit Vertretern des Kremls in Aserbaidschan setzt die Bundesregierung massiv unter Druck. Die reaktivierten Alt-Netzwerke wecken bei Osteuropäern das gefährliche Misstrauen, Deutschland könne einen neuen Sonderweg mit Moskau vorbereiten.

6 Rückkehr von Gas- und Ölheizungen

Neues Heizungsgesetz: Das umstrittene Gesetz wurde gekippt; Eigentümer dürfen nun wieder Gas- und Ölheizungen einbauen, müssen aber eine neue „Bio-Treppe“ mit steigenden Öko-Quoten erfüllen. Um Mieter vor ausufernden Heizkosten zu schützen, werden künftige CO₂-Kosten und Gasnetzentgelte fair zur Hälfte zwischen Mietern und Vermietern geteilt.

7 Vom Waggonbauer zum Rüstungsgiganten

Milliardengeschäft Rüstung: Die verschwiegenen deutschen Eigentümerfamilien des Panzerherstellers KNDS wollen den aktuellen Verteidigungsboom nutzen, um ihre Anteile an den deutschen Staat und Investoren zu verkaufen. Ökonomen warnen jedoch davor, dass der Staat völlig überteuerte Preise für das Unternehmen zahlen könnte, dessen Wert er zuvor durch eigene Großaufträge selbst in die Höhe getrieben hat.

Warum diese Woche so entscheidend war

In der letzten Woche wurde sichtbar, wie schnell technische Pläne und politische Kurswechsel teuer werden können, obwohl sie zunächst nach Fortschritt oder Entlastung klingen. Deutschland kämpfte gleichzeitig mit Stromüberschüssen, möglichen Engpässen bei Kraftstoffen und neuen Unsicherheiten rund ums Heizen, während hinter den Kulissen alte Russland-Kontakte und neue Rüstungsmilliarden für zusätzlichen Druck sorgten. Besonders war deshalb nicht ein einzelnes Ereignis, sondern dass sich bei fast allen Themen dieselbe Frage stellte: Wer gewinnt an Einfluss und wer bezahlt am Ende dafür?



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Julia Jurrmann

Als Head of Operations verantwortet Julia Jurrmann die zentralen Abläufe hinter den Kulissen der Deutschen Wirtschafts Nachrichten. Ihre Tätigkeit hat sie bereits 2012 in der Redaktion von BF Blogform Social Media begonnen, wechselte 2019 aber zum Abonnenten-Management. Mittlerweile koordiniert sie redaktionelle, technische und organisatorische Prozesse im eigenen Haus sowie in anderen Unternehmen der Bonnier Verlagsgruppe. Ihr Master-Studium der Latinistik absolvierte sie an der Humboldt-Universität zu Berlin.
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