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Galeria-Insolvenz: Warenhauskette stellt erneut Insolvenzantrag

Die Krise bei Galeria verschärft sich erneut: Nach mehreren Insolvenzen, Filialschließungen und finanziellen Engpässen folgt der nächste Galeria-Insolvenzantrag. Für Beschäftigte, Vermieter und Innenstädte wächst damit die Unsicherheit. Kann sich die traditionsreiche Warenhauskette diesmal aus eigener Kraft stabilisieren?
02.10.2026 10:35
Lesezeit: 6 min
Galeria-Insolvenz: Warenhauskette stellt erneut Insolvenzantrag
Galeria steckt erneut in der Insolvenz. Rund 12.000 Beschäftigte bangen. (Bild: dpa)

Galeria-Insolvenz: Warenhauskette stellt erneut Insolvenzantrag

Die angeschlagene Warenhauskette Galeria hat beim Amtsgericht Düsseldorf erneut die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens beantragt. Der Geschäftsbetrieb in den 83 Filialen soll weiterlaufen, teilte das Unternehmen mit. Der Galeria-Insolvenzantrag schaffe den rechtlichen Rahmen, um die Lage zu ordnen, das Unternehmen zu stabilisieren und Voraussetzungen für eine nachhaltige Zukunft zu schaffen, erklärte Galeria.

Zu den Hintergründen machte das Unternehmen keine weiteren Angaben. Die rund 12.000 Beschäftigten müssen nun um ihre Arbeitsplätze bangen. Ob sie Insolvenzgeld erhalten und welche Standorte schließen müssen, ist bislang unklar.

Galeria Kaufhof: Neue Eigentümer seit 2024

Die aktuelle Galeria-Insolvenz ist für das Unternehmen nach 2020, 2022 und 2024 der vierte Insolvenzantrag innerhalb von sechs Jahren. Zahlreiche Filialen wurden infolge der bisherigen Verfahren geschlossen. Die Gläubiger verzichteten auf Milliardenforderungen, um der Warenhauskette aus der Krise zu helfen.

Vor gut zweieinhalb Jahren hatte das Unternehmen, damals noch unter dem Namen Galeria Karstadt Kaufhof, den bislang letzten Antrag gestellt. Vorausgegangen war die Schieflage des Mutterkonzerns Signa. Im Zuge der Insolvenz mussten damals neun der 92 Warenhäuser schließen. Seit Sommer 2024 gehört Galeria der US-Investmentgesellschaft NRDC und einer Beteiligungsfirma des Unternehmers Bernd Beetz. Die Namen Kaufhof und Karstadt verschwanden aus dem Firmennamen. Galeria verlegte seinen Sitz von Essen nach Düsseldorf. Nun folgt eine weitere Galeria-Pleite.

Vermieter beklagten ausbleibende Mietzahlungen

Knapp zwei Jahre später geriet die Kette erneut in die Negativschlagzeilen. Im April 2026 beklagten mehrere Vermieter ausbleibende Mietzahlungen. Die Geschäftsführung verwies auf Liquiditätsschwankungen und räumte ein, Vermieter um eine Stundung gebeten zu haben.

Erst im Juni erhielt die Warenhauskette eine neue Kreditfinanzierung von bis zu 160 Millionen Euro. Das Geld dient dazu, einen Kredit abzulösen und offene Mietzahlungen zu begleichen. Die Kreditlinie stellt die US-Investmentgesellschaft Gordon Brothers bereit. Sie ist durch Galerias Ware abgesichert und an einen auf drei Jahre angelegten Sanierungsplan geknüpft, der weitere Schließungen vorsieht. Im Juli kündigte Galeria an, 33 Warenhäuser zu prüfen und mit Vermietern über Mietkonditionen zu verhandeln. Ohne tragfähige Lösungen sei die Fortführung der jeweiligen Filiale gefährdet, hieß es. Alle Warenhäuser müssten nachhaltig profitabel wirtschaften. Eine Entscheidung über die Zukunft der Filialen stand aus. Die Galeria-Insolvenz sorgt erneut für Unsicherheit über das Filialnetz.

Galeria Kaufhof und Einzelhandel in der Krise

Nach Angaben des Handelsforschungsinstituts EHI sind die Erlöse des Unternehmens in den vergangenen Jahren, auch infolge der Schließungen, deutlich gesunken. 2019 erzielte Galeria Karstadt Kaufhof mit 174 Filialen EHI zufolge einen Nettoumsatz von 4,5 Milliarden Euro. Sechs Jahre später setzte Galeria mit weniger als der Hälfte der Standorte nur noch 2 Milliarden Euro um.

Die Bedeutung von Kauf- und Warenhäusern im Einzelhandel ist stark gesunken. Ihre Marktanteile sanken laut EHI seit 2020 von 4,2 Prozent auf zuletzt 1,2 Prozent. Darin sind neben Galeria auch die Handelsketten Müller und Woolworth enthalten. Zwar gibt es kleinere Anbieter wie Breuninger, die KaDeWe-Gruppe und das Kaufhaus Stolz. Ein Aus für Galeria würde zugleich das Ende der Ära klassischer Warenhäuser markieren. Die Galeria-Insolvenz trifft damit auf einen schwierigen Markt.

Viele Insolvenzen in der Branche

Der Einzelhandel in Deutschland steht wegen der schwachen Konsumstimmung und des wachsenden Onlinehandels unter Druck. Nach Angaben des Kreditversicherers Allianz Trade hat die Zahl der Insolvenzen im Einzelhandel ein Zehnjahreshoch erreicht. Zwischen Juni 2025 und Mai 2026 meldeten demnach gut 2.600 Einzelhändler Insolvenz an. Zuletzt kamen prominente Fälle hinzu. So traf es die Non-Food-Discounter Kodi und Mäc Geiz, die zahlreiche Filialen schließen. Die Deko-Kette Depot stellt ihren Geschäftsbetrieb ein. Die Baumarktkette Hellweg wird ebenfalls abgewickelt, etliche Filialen werden von anderen Händlern weiterbetrieben.

In den vergangenen Jahren haben bundesweit zehntausende Geschäfte dauerhaft geschlossen, nicht nur infolge von Insolvenzen. Laut einer Prognose des Handelsverbands Deutschland dürfte die Zahl der Geschäfte in diesem Jahr auf unter 300.000 sinken. Ende 2015 waren es noch etwa 372.000. Vor diesem Hintergrund steht die Galeria-Pleite erneut im Fokus. Der zweite Galeria-Insolvenzantrag innerhalb weniger Jahre unterstreicht die angespannte Lage.

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