Politik

Grüne und SPD wollen Öl- und Gasheizungen verbieten

Wirtschafts- und Bauministerium treiben ein schnelles Verbot neuer Gas- und Ölheizungen voran. Die Grünen wollen, dass die Deutschen mit Wärmepumpen heizen.
28.02.2023 10:10
Aktualisiert: 28.02.2023 10:10
Lesezeit: 1 min

Das Wirtschafts- sowie das Bauministerium arbeiten an einem Gesetzentwurf zum Verbot des Einbaus neuer Gas- und Ölheizungen von 2024 an. Es gebe aber aktuell noch keine finalen Entwürfe, sagte eine Sprecherin am Dienstag in Berlin zu einem Bericht der "Bild"-Zeitung. Das Bundesministerium für Wirtschafts und Klimaschutz und das Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen erarbeiteten gerade gemeinsam eine Novelle.

Die Koalition hat vor fast einem Jahr vereinbart, dass ab dem 1. Januar 2024 möglichst jede neu eingebaute Heizung zu 65 Prozent mit erneuerbaren Energien betrieben werden soll. Diese Vorgabe soll im Gebäudeenergiegesetz verankert werden. Im Koalitionsvertrag war das zuvor zum 1. Januar 2025 vorgesehen. Hintergrund sind stärkere Bemühungen auch im Gebäudesektor für mehr Klimaschutz.

Der Einbau von Heizungsanlagen auf Basis ausschließlich fossiler Energieträger - vor allem Gas- und Ölheizungen - sei ab dem Jahr 2024 nicht mehr gestattet, heißt es in dem Gesetzentwurf, der aber laut Ministerium noch nicht final ist. Dieser Entwurf lag der Deutschen Presse-Agentur vor.

Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) hatte am vergangenen Mittwoch deutlich gemacht, er sehe einen starken staatlichen Förderbedarf beim verstärkten Umstieg auf klimafreundliche Heizungen. Er sagte nach einem Firmenbesuch im sächsischen Elsterheide, die Förderung müsse so sein, dass Menschen auch mit kleinerem Geldbeutel nicht davon abgehalten würden, ein Haus zu sanieren, eine Wärmepumpe einzubauen oder den Gasbrenner rauszunehmen.

Die Bundesregierung müsse finanziell die Möglichkeiten schaffen, dass man die Differenz zu einer Gasheizung, die günstiger sei, tragen könne - bis der Hochlauf da sei und alternative Technik günstiger geworden sei, sagte Habeck.

Der Heizungsaustausch wird bereits gefördert. Für Wärmepumpen gibt es zum Teil lange Lieferzeiten. Deutschland hat sich gesetzlich verpflichtet, bis spätestens 2045 treibhausgasneutral zu werden. Dafür soll bis spätestens 2045 der Einsatz von fossilen Energieträgern im Gebäudewärmebereich vollständig beendet werden. (dpa)

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
DWN
Wirtschaft
Wirtschaft IEA-Bericht: Das Zeitalter der Elektrizität beginnt mit Rekordinvestitionen
06.06.2026

Die zweite Energiekrise in fünf Jahren verändert den globalen Energiemarkt. Strom, Netze, Batterien und Solarenergie rücken ins Zentrum...

DWN
Technologie
Technologie E-Auto: Gebrauchte Elektroautos könnten bald deutlich attraktiver werden
06.06.2026

Der Markt für gebrauchte Elektroautos wächst, bleibt aber deutlich hinter klassischen Verbrennern zurück. Gründe dafür sind hohe...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Deutsche Wirtschaftspolitik unter Beschuss: Mittelstand und Traditionsunternehmen in Existenznot
06.06.2026

Insolvenzrekorde, verzweifelte Unternehmer und eine stagnierende Wirtschaft. Die Existenznot in deutschen Firmen geht um, die Lage war noch...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Selbstzweifel im Job: Wie Schwächen zu Stärken werden
06.06.2026

Im Arbeitsalltag verläuft nicht immer alles reibungslos. Weshalb Selbstzweifel ganz normal sind und welche Fragen jetzt besonders wichtig...

DWN
Panorama
Panorama Mercedes CLA im Test: Ungewöhnlich, sparsam und besser denn je
06.06.2026

Der neue Mercedes CLA sieht nicht sofort nach Liebe auf den ersten Blick aus. Doch unter der auffälligen Hülle steckt ein überraschend...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft KI-Logistik fordert Frachtgiganten heraus
06.06.2026

Die Frachtbranche galt lange als Geschäft aus Stahl, Schiffen und Terminals. Nun dringt KI in die Buchungen ein, automatisiert Dokumente...

DWN
Politik
Politik EZB warnt vor Risiken für die Finanzstabilität bei längerem Iran-Krieg
06.06.2026

Die Banken wirken stabil, die Märkte aber nicht. Der Iran-Krieg trifft auf hohe Bewertungen, nervöse Anleger und Staaten mit knappen...

DWN
Politik
Politik Atomabkommen mit dem Iran: Warum Trump Obamas Iran-Deal zu Fall brachte
06.06.2026

Donald Trump macht keinen Hehl daraus, dass er Barack Obamas Iran-Politik für einen Fehler hält. Der Ausstieg der USA aus dem...