Wirtschaft

Halbleiterstandort Sachsen: Ansiedlung von TSMC - Silicon Saxony rechnet mit 100.000 neuen Jobs

Sachsen ist Europas größter Mikroelektronik-Standort mit rund 3.600 Unternehmen und rund 83.000 Mitarbeitern. Auf der Halbleitermesse Semicon in Taiwan hat Sachsens Wirtschaftsminister nun weiter die Werbetrommel für Silicon Saxony gerührt – und es gibt Erfolge zu vermelden.
17.09.2025 13:03
Lesezeit: 2 min

Sachsen setzt auf „Strahlkraft“ durch Ansiedlung von TSMC

Nach Gesprächen mit Unternehmen in Taiwan hofft Wirtschaftsminister Dirk Panter auf weitere Investitionen im Bereich der Halbleiterindustrie in Sachsen. Es sei eine gute und wichtige Reise gewesen, sagte der SPD-Politiker der DPA. „Wir können viel von Taiwan lernen, Taiwan ist die Weltzentrale der Halbleiterei.“ In der vergangenen Woche war der Minister nach Taiwan gereist, um die Halbleitermesse Semicon und Unternehmen wie Foxcon zu besuchen.

Ansiedlung von Scientific Co. – ein Zulieferer von TSMC

Eine Ansiedlung in Sachsen plant etwa die Firma Topco Scientific Co. – ein Zulieferer von TSMC. Das Unternehmen will Mitte 2026 seine erste europäische Niederlassung in Dresden eröffnen, um ESMC und andere Kunden zu unterstützen. Es habe auch Gespräche mit anderen Unternehmen gegeben, so Panter. Details könnten aber derzeit nicht genannt werden.

Von der Ansiedlung des taiwanesischen Chip-Giganten TSMC, der in Dresden eine Fabrik für die Produktion von Chips für die Autoindustrie baut, gehe laut Panter eine „besondere Strahlkraft“ aus, die das Cluster Silicon Saxony weiter voranbringe. „Wir erhoffen uns noch mehr Investitionen“. Die Basis sei gut, so der Minister. Auch Firmen wie Infineon und Globalfoundries würden aktuell kräftig investieren.

Bis Ende des Jahrzehnts 100.000 Beschäftigte im Silicon Saxony?

Das sogenannte Silikon Saxony ist den Angaben zufolge Europas größter Mikroelektronik-Standort und besteht aus rund 3.600 Unternehmen mit rund 83.000 Mitarbeitern. Das Cluster - laut Panter aktuell das fünftgrößte weltweit – konzentriert sich auf Dresden, aber auch auf Chemnitz und andere Regionen. Panter rechnet damit, dass es bis Ende des Jahrzehnts rund 100.000 Beschäftigte im Bereich Halbleiterei in Sachsen gibt.

Auch der Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Sachsen (WFS), Thomas Horn, war in Taiwan dabei. Im deutschen Pavillon auf der Semicon hatten 18 Unternehmen Produkte aus den Bereichen Fertigung, Verpackung, Nachhaltigkeit und Präzisionssensorik gezeigt – darunter viele aus Sachsen. Die Nachfrage am Messestand sei hoch gewesen. Durch die Bekanntheit von TSMC würden viele auf den Standort Sachsen aufmerksam. „Das spielt uns gut in die Karten, wenn wir den Standort präsentieren.“

Absatzmarkt in Taiwan hat an Bedeutung gewonnen

Horn sprach von einer „doppelten Win-Win-Situation“. Es gehe nicht nur darum, neue Firmen nach Sachsen zu holen, sondern auch darum, hiesigen Firmen Wachstum zu ermöglichen. Effekte seien bereits spürbar, so Horn. So wolle etwa der Industriegase-Hersteller Air Liquide eine neue Produktionsanlage zur Versorgung der Halbleiterindustrie errichten. Das Unternehmen betreibt bereits einen Standort in Ottendorf-Okrilla. Zudem soll auch sächsischen Firmen der Weg nach Taiwan geebnet werden.

Die WFS verwies darauf, dass der Absatzmarkt Taiwan für Sachsen in den vergangenen 20 Jahren an Bedeutung gewonnen hat. Der Freistaat exportierte den Angaben zufolge 2024 Waren im Wert von fast 1,6 Milliarden Euro nach Taiwan. 2005 waren es rund 202,8 Millionen Euro. Die Ein- und Ausfuhren konzentrieren sich vor allem auf Produkte der Elektrotechnik und aus dem Kraftfahrzeug- und Maschinenbau. Bei den Exportpartnern des Freistaates belegt Taiwan den neunten Platz.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Gold als strategischer Anker: Warum physische Substanz zählt

Wo sich die wirtschaftlichen Gewichte grundlegend verschieben, suchen Unternehmen sowie Privatanlegerinnen und Privatanleger nach...

DWN
Finanzen
Finanzen US-Börsenbericht: „Blaue Welle“ lässt Aktienmärkte steigen – Ölpreise auf Talfahrt
04.11.2026

Erfahren Sie, wie die neuesten politischen Entwicklungen in den USA die Finanzmärkte bewegen und welche Branchen jetzt im Fokus stehen.

DWN
Politik
Politik Stromumlage ab 2031 geplant: Stromverbraucher sollen neue Gaskraftwerke finanzieren
04.11.2026

Elf Kraftwerksprojekte erhalten Geld dafür, Strom für Dunkelflauten bereitzuhalten. Die Kosten sollen auf alle Stromverbraucher umgelegt...

DWN
Technologie
Technologie Digitale Souveränität: Wie Trump Europas Cloud-Abhängigkeit offenlegt
04.11.2026

Europäische Unternehmen speichern ihre Daten in heimischen Rechenzentren und verlassen sich auf deren Sicherheit. Doch der...

DWN
Technologie
Technologie Dacia Duster im Test: Wenn die Reichweite an der Grenze zur Unwahrscheinlichkeit liegt
04.11.2026

1.410 Kilometer Reichweite, Allradantrieb und drei Antriebstechnologien in einem Auto: Der Dacia Duster Hybrid 4x4 verspricht erstaunlich...

DWN
Politik
Politik Die Amerikaner haben uns bislang erfolgreich gespalten
04.11.2026

Russland gilt seit Jahren als Meister der Einflussnahme auf Europa. Doch inzwischen richtet sich der Blick zunehmend auf Washington. Auch...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Maschinenbau: 14 Prozent mehr Aufträge im September
04.11.2026

14 Prozent mehr Aufträge im September, vor allem aus dem Inland: Für den Maschinenbau ist das ein Hoffnungsschimmer. Doch der starke...

DWN
Politik
Politik Pleitewelle erwartet: Krankenhäuser fürchten neue Milliardenlöcher und Insolvenzen
04.11.2026

Die Finanzlöcher deutscher Krankenhäuser werden immer tiefer: Eine Welle von Klinik-Insolvenzen wird erwartet. Um gegenzusteuern, wollen...

DWN
Finanzen
Finanzen Wie reagiert die EZB? Inflationsrate in Eurozone steigt im Oktober auf 4,0 Prozent
04.11.2026

Die Inflation in der Eurozone ist im Oktober auf den höchsten Stand seit über drei Jahren gestiegen. Damit entfernt sich die Teuerung...