PMI Deutschland steigt deutlich dank neuer Aufträge
Das deutsche Wirtschaftsgeschehen begann das Jahr 2026 mit positiven Signalen. Der Einkaufsmanagerindex PMI Deutschland stieg auf 52,5 Punkte und lag damit klar über der Wachstumsschwelle. Ausschlaggebend war vor allem die Zunahme neuer Aufträge.
Der von S and P Global erhobene und von der Hamburg Commercial Bank berechnete PMI zählt zu den wichtigsten Frühindikatoren der Konjunktur. Werte über 50 Punkten stehen für eine Ausweitung der wirtschaftlichen Aktivität, Werte darunter für eine Schrumpfung. Der aktuelle Anstieg deutet darauf hin, dass sich die Nachfrage in Deutschland spürbar belebt.
Dienstleistungssektor treibt Wachstum, Arbeitsmarkt schwächelt
Der Blick auf die einzelnen Branchen zeigt ein differenziertes Bild. Der Dienstleistungssektor war erneut der wichtigste Wachstumstreiber und erreichte einen PMI-Wert von 53,3 Punkten. Das verarbeitende Gewerbe verharrte dagegen weiterhin im Bereich der Schrumpfung bei 48,7 Punkten. Nach einem Rückgang im Dezember kehrte der Index für die Produktionsmengen jedoch wieder knapp in den Wachstumsbereich zurück und lag bei 50,5 Punkten.
Die neuen Aufträge nahmen im Januar erneut zu. Das bestätigen auch offizielle statistische Daten. Besonders deutlich fiel das Plus im Dienstleistungssektor aus, doch auch Industrieunternehmen meldeten eine leichte Belebung der Nachfrage.
Deutlich trüber ist die Lage am Arbeitsmarkt. Abgesehen von der Pandemie ging die Beschäftigung so stark zurück wie zuletzt im November 2009. Zwar bleibt das verarbeitende Gewerbe der Haupttreiber des Stellenabbaus. Ausschlaggebend für den beschleunigten Rückgang der Gesamtbeschäftigung war jedoch ein kräftiger Stellenabbau im Dienstleistungssektor, der so stark ausfiel wie seit fünfeinhalb Jahren nicht mehr.
Euroraum wächst weiter, Deutschland prägt die Stimmung
Trotz der rückläufigen Beschäftigung überwiegt unter deutschen Führungskräften der Optimismus. So zuversichtlich mit Blick auf die kommenden zwölf Monate waren sie zuletzt im Februar 2022. Der steigende PMI Deutschland spielt dabei eine zentrale Rolle für die Erwartungen an die wirtschaftliche Entwicklung.
Auch im Euroraum setzt sich der Wachstumstrend fort. Nachdem die Wirtschaft dort im vergangenen Jahr erstmals seit längerer Zeit durchgehend im Wachstumsbereich lag, hält diese Entwicklung auch 2026 an. Der PMI für den Euroraum blieb im Vergleich zum Vormonat unverändert bei 51,5 Punkten. Die Hamburg Commercial Bank warnt jedoch, dass das Wachstumstempo das schwächste seit September war.
Die Industrie im Euroraum bleibt mit 49,4 Punkten noch im Bereich der Schrumpfung, näherte sich jedoch erneut der Wachstumsschwelle. Der Dienstleistungssektor wuchs weiter und erreichte 51,9 Punkte, verzeichnete jedoch das geringste Wachstum der vergangenen vier Monate. Die Stimmung der Einkaufsmanager blieb dennoch positiv. Gestützt wurde sie vor allem durch bessere Erwartungen in Deutschland und Frankreich, während andere Länder zurückhaltender blieben.
Ein Blick nach Frankreich zeigt ein gemischtes Bild. Die zweitgrößte Volkswirtschaft der Eurozone rutschte im Januar mit einem PMI von 48,6 Punkten wieder in den Schrumpfungsbereich. Trotz der Abkühlung ist der Optimismus der Manager hoch. Der Index für die Erwartungen der kommenden zwölf Monate erreichte den höchsten Stand seit September 2024.
Kommt jetzt die Trendwende oder täuscht der Aufschwung?
Für Deutschland hat diese Entwicklung besondere Bedeutung. Als größte Volkswirtschaft der Eurozone prägt der PMI Deutschland nicht nur die nationale Konjunkturdebatte, sondern auch die wirtschaftspolitischen Erwartungen in Europa. Positive PMI-Signale könnten Investitionen stützen und den Druck auf die Geldpolitik beeinflussen. Gleichzeitig mahnt der starke Stellenabbau zur Vorsicht, da eine anhaltende Schwäche am Arbeitsmarkt das Wachstum rasch wieder ausbremsen könnte.
Der PMI Deutschland sendet zum Jahresbeginn 2026 klare Wachstumssignale und nährt den Optimismus in Wirtschaft und Euroraum. Ob daraus ein nachhaltiger Aufschwung entsteht, hängt jedoch maßgeblich davon ab, ob sich die Lage am Arbeitsmarkt stabilisiert und die Industrie den Sprung zurück in den Wachstumsbereich schafft.


