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Meta-Suchtprozess: US-Geschworene verurteilen Meta und YouTube

Eine junge Frau erzwingt Millionenentschädigungen von Meta und YouTube. Das Urteil signalisiert, dass Suchtmechanismen auf Online-Plattformen zunehmend juristisch relevant werden.
26.03.2026 09:59
Aktualisiert: 26.03.2026 09:59
Lesezeit: 2 min
Meta-Suchtprozess: US-Geschworene verurteilen Meta und YouTube
Los Angeles: Geschworene verurteilen YouTube und Meta wegen Suchtkrankheit. (Foto: dpa) Foto: Christophe Gateau

US-Geschworene: Meta und YouTube warnten nicht vor Risiken

Eine junge Frau warf Online-Plattformen in einer US-Klage vor, ihre Dienste machten süchtig. Geschworene in Los Angeles sprachen ihr einen Millionenbetrag zu.

Der Facebook-Konzern Meta und die Google-Videoplattform YouTube haben in einem US-Prozess um das Suchtpotenzial von Online-Diensten eine Niederlage erlitten. Geschworene in Los Angeles kamen zu dem Schluss, dass die Plattformen fahrlässig handelten und Nutzer unzureichend über Risiken informierten, wie US-Medien aus dem Gerichtssaal berichteten.

Die Geschworenen sprachen der 20-jährigen Klägerin demnach als Wiedergutmachung einen Betrag von drei Millionen Dollar zu, von dem 70 Prozent Meta zahlen soll. In einem zweiten Schritt ordneten sie zusätzlich eine Strafzahlung von weiteren drei Millionen Dollar an, die die Unternehmen im gleichen Verhältnis tragen sollen.

Google und Meta kündigten an, gegen das Urteil Berufung einzulegen. Google betonte dabei, YouTube gehöre gar nicht zur Kategorie sozialer Medien.

Prozess mit Signalwirkung: Klägerin wirft Plattformen Suchtmechanismen vor

In dem Prozess warf die 20-jährige Klägerin, die unter den Initialen KGM auftrat, den Online-Plattformen vor, sie hätten ihre Dienste bewusst so gestaltet, dass Nutzer davon abhängig werden. Dabei geht es etwa um Funktionen, bei denen Nutzer immer weiter zum nächsten Beitrag scrollen können. Die Frau begann ihren Angaben zufolge bereits als Kind mit der Nutzung der Plattformen – und führt ihre Depressionen und Angstzustände darauf zurück.

Die Klage richtete sich zuletzt gegen YouTube und den Foto- und Videodienst Instagram, der zum Meta-Konzern gehört. Die Unternehmen hinter den ursprünglich ebenfalls verklagten Konkurrenten Snapchat und Tiktok entgingen dem Prozess durch einen Vergleich.

Weitere Verfahren möglich: Urteil könnte zahlreiche Klagen beeinflussen

Der Ausgang des Verfahrens könnte Signalwirkung für hunderte weitere Klagen ähnlicher Art haben. Meta und Google wiesen die Vorwürfe in dem Prozess zurück. Vor den Geschworenen wurde auch Meta-Chef Mark Zuckerberg befragt.

Erst am Vortag hatten Geschworene im US-Bundesstaat New Mexico Meta zu einer Geldstrafe von 375 Millionen Dollar verurteilt, weil das Unternehmen nach Überzeugung der Jury wider besseres Wissen zu wenig für den Schutz junger Nutzer getan habe. Meta will auch gegen dieses Urteil in Berufung gehen.

Digitalrechte: Beckedahl fordert konsequente Anwendung europäischer Regeln

Markus Beckedahl vom Zentrum für Digitalrechte und Demokratie kommentiert: "Wir haben in der Europäischen Union ein anderes Rechtssystem. Und wir haben bessere Gesetze wie den Digital Services Act. Diese müssten endlich mal konsequent und engagiert durchgesetzt werden. Auch gegen US-Unternehmen und auch, wenn Trump wieder mit Irgendwas drohen sollte. Denn bisher geht man hier nur gegen das chinesische TikTok vor."

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