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Steigende Energiepreise belasten Handel: Umfrage zeigt massive Kostenprobleme

Weiter steigende Energiepreise verschärfen die ohnehin schwierige wirtschaftliche Lage des Einzelhandels. Laut aktueller HDE-Umfrage ist für die Mehrheit der Unternehmen die finanzielle Belastbarkeit erreicht. Kommen keine wirklichen Reformen und Entlastungen, geht die Pleitewelle und der Jobabbau im Handel weiter.
27.04.2026 13:23
Lesezeit: 2 min
Steigende Energiepreise belasten Handel: Umfrage zeigt massive Kostenprobleme
Belastungsgrenze der Unternehmen erreicht: Für den Handel ist klar, dass kurzfristige Maßnahmen allein nicht ausreichen. (Foto: dpa) Foto: Bernd Weißbrod

Steigende Energiepreise belastet Handel: Umfrage zeigt massive Kostenprobleme

Weiter steigende Energiepreise und Inflation setzen Haushalte und Unternehmen zunehmend unter Druck. Die schwarz-rote Regierung reagierte bisher mit einem Entlastungspaket - an dessen Wirkung auch Experten zweifeln. Vor allem die Zielgenauigkeit der Maßnahmen wird in Frage gestellt: Eine steuerfreie Entlastungsprämie von bis zu 1.000 Euro, die von Arbeitgebern gestemmt wird, eine befristete Senkung der Kraftstoffpreise und eine reduzierte Energiesteuer für zwei Monate.

Das reicht nicht aus, um die Folgen der Verteuerung für Unternehmen in Deutschland abzufedern. Wie sehr der krisengebeutelte deutsche Einzelhandel unter Druck steht, zeigt jetzt eine aktuelle Prognose des Handelverbandes Deutschland (HDE): Im laufenden Jahr wird mit einem Verlust von 4.900 Geschäften im stationären Einzelhandel gerechnet.

HDE-Umfrage: Kostensteigerungen setzen Handel unter Druck

Die wirtschaftlichen Folgen der Teuerung treffen den deutschen Einzelhandel mit voller Wucht. Eine Umfrage des Handelsverbandes Deutschland (HDE) bestätigt, dass viele Unternehmen unter stark steigenden Kosten leiden und die bisherigen Maßnahmen der Politik als unzureichend bewerten.

Bereits vor der aktuellen geopolitischen Eskalation sah sich der Handel mit hohen Energie- und Personalkosten konfrontiert. Durch die jüngsten Entwicklungen hat sich die Lage weiter verschärft. Viele Unternehmen berichten von einer zunehmenden finanziellen Belastung, die ihre wirtschaftliche Stabilität gefährdet. „Die Kosten explodieren. Schon vor dem Iran-Krieg war die Lage bei Energie und Personal schwierig, nun verschärft sie sich weiter. Es braucht echte Reformen mit nachhaltiger Wirkung“, so HDE-Präsident Alexander von Preen.

Kritik an der Bundesregierung

Die Mehrheit der Händler zeigt sich unzufrieden mit den bisherigen Entlastungsmaßnahmen. Besonders die Senkung der Kraftstoffsteuer wird von vielen als nicht ausreichend angesehen. Auch geplante Entlastungsprämien stoßen auf Kritik, da Unternehmen diese aus eigenen Mitteln finanzieren sollen:

  • 85 Prozent der Händler halten die Kraftstoffsteuersenkung für unzureichend
  • 83 Prozent lehnen die geplante Entlastungsprämie von 1000 Euro ab. Von Preen kritisiert, dass Unternehmen die Entlastung zusätzlich zu den Löhnen tragen sollen
  • 89 Prozent erwarten weitere Kostensteigerungen und wissen nicht, wie sie diese auffangen sollen
  • 72 Prozent Händler sehen Arbeitsplätze kurz- und mittelfristig gefährdet

Belastungsgrenze der Unternehmen erreicht

Für den Handel ist klar, dass kurzfristige Maßnahmen allein nicht ausreichen. Gefordert werden langfristige Reformen, die Unternehmen entlasten und ihre Wettbewerbsfähigkeit sichern. Ohne entsprechende Schritte drohen weitere wirtschaftliche Einschnitte. Der HDE fordert daher unter anderem eine deutliche Senkung der Stromsteuer auf das Mindestmaß sowie eine Deckelung der Lohnnebenkosten bei 40 Prozent.

Ziel der Regierung sollte es sein, die strukturellen Kosten für Unternehmen nachhaltig zu reduzieren und Planungssicherheit zu schaffen. Denn die Unsicherheit bleibt hoch: Ein Großteil der befragten Unternehmen rechnet mit weiteren Kostensteigerungen infolge der geopolitischen Lage. Viele Händler sehen sich bereits jetzt an der Grenze ihrer finanziellen Belastbarkeit.

Pleitewelle deutscher Unternehmen erreicht 20-Jahres-Hoch

Der deutliche Anstieg der Firmenpleiten im März überrascht selbst die Experten. Die am 9. April vom Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) veröffentlichte Analyse weist für März 17 Prozent mehr Insolvenzen von Personen- und Kapitalgesellschaften in Deutschland aus als noch im Februar. Fazit: „Somit liegen die Insolvenzzahlen auch höher als im Zuge der großen Finanzkrise 2009.“ Für Arbeitnehmer bedeutet das bereits 54.000 Arbeitsplätze weniger.

Die HDE-Umfrage macht deutlich wie angespannt die wirtschaftliche Lage in der Branche wirklich ist und das dringender politischer Handelsbedarf besteht.

Die Ergebnisse basieren auf einer Befragung von mehreren hundert Handelsunternehmen in Deutschland. Die Befragung fand vom 16. bis 20. April 2026 unter 436 Handelsunternehmen in Deutschland statt.

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