Migrationsanteil verdreifacht sich binnen zehn Jahren
Die neuesten Daten der Bundesagentur für Arbeit (BA) verdeutlichen den massiven Strukturwandel in der deutschen Pflegelandschaft. Von den rund zwei Millionen Pflegekräften stammen knapp 20 Prozent aus dem Ausland – vor einem Jahrzehnt lag dieser Anteil noch bei lediglich sieben Prozent. Besonders auffällig: Das Beschäftigungswachstum der Branche wird nahezu ausschließlich durch Zuwanderung getragen. Laut Vanessa Ahuja, Vorstandsmitglied der BA, bleibt die Gewinnung ausländischer Fachkräfte daher eine unverzichtbare Säule, um die Versorgungssicherheit in Deutschland langfristig zu gewährleisten. Unter den Herkunftsländern spielt beispielsweise Syrien eine bedeutende Rolle; von dort stammen aktuell rund 9.300 Beschäftigte im deutschen Pflegesystem.
Engpassberufe und strukturelle Herausforderungen
Trotz des Zuwachses an sozialversicherungspflichtig Beschäftigten auf insgesamt 1,76 Millionen bleibt die Lage angespannt. Sowohl examinierte Fachkräfte als auch Assistenzkräfte werden offiziell als Engpassberufe geführt. Die Branche kämpft zudem mit strukturellen Besonderheiten: Mit einem Frauenanteil von 81 Prozent und einer Teilzeitquote von rund 50 Prozent stößt die inländische Kapazität an ihre Grenzen. Um den steigenden Bedarf einer alternden Gesellschaft zu decken, müssen laut Experten nicht nur die inländischen Potenziale durch bessere Arbeitsbedingungen reaktiviert, sondern auch bürokratische Hürden bei der Anerkennung ausländischer Abschlüsse weiter abgebaut werden.
