Wirtschaft

Kaum Frühjahrsschwung am Arbeitsmarkt

Seit April wartet der deutsche Arbeitsmarkt darauf, dass die Frühjahrsbelebung einsetzt. Doch auch am Ende des Frühlings bleibt sie fast vollständig aus.
30.06.2026 11:25
Lesezeit: 1 min
Kaum Frühjahrsschwung am Arbeitsmarkt
Finster sieht es aus auf dem deutschen Arbeitsmarkt: Der Frühjahrsaufschwung fällt aus. (Bild: ChatGPT)

Jobmarkt bleibt im Krisenmodus

Auch im Juni fällt die Frühjahrsbelebung am deutschen Arbeitsmarkt schwach aus: Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland sank im Juni gegenüber Mai um 15.000 auf 2,936 Millionen. Die Arbeitslosenquote ging im gleichen Zeitraum um 0,1 Punkte auf 6,2 Prozent zurück, teilte die Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg mit. Im Vergleich zum Juni 2025 stieg die Zahl der Arbeitslosen um 22.000.

"Am Arbeitsmarkt ist kaum Veränderung zu sehen. Die Arbeitslosigkeit sinkt nur wenig und die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung setzt ihre leichte Abwärtstendenz fort", sagte die Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur, Andrea Nahles.

Bürgergeld: Zahl der Empfänger sinkt

Arbeitslosengeld erhielten im Juni einer Hochrechnung zufolge 1,052 Millionen Menschen. Das sind 90.000 mehr als vor einem Jahr. Die Zahl der erwerbsfähigen Bürgergeldempfänger belief sich im Juni auf 3,804 Millionen. Das sind 104.000 weniger als vor einem Jahr. Bürgergeld erhalten unter anderem auch Beschäftigte, die nur einen geringen Arbeitslohn beziehen und ihren Lebensunterhalt mit aufstockenden Leistungen sichern müssen. Insgesamt waren 7,0 Prozent der in Deutschland lebenden Menschen im erwerbsfähigen Alter auf Hilfeleistungen angewiesen.

Die Nachfrage nach Arbeitskräften hat sich den Angaben der Bundesagentur zufolge auf niedrigem Niveau weiter stabilisiert. Im Juni waren bei den Arbeitsagenturen 648.000 offene Stellen gemeldet. Das sind 16.000 mehr als vor einem Jahr. Nach Angaben von Arbeitsmarktforschern wirkt sich die Demografie inzwischen deutlich auf die regionalen Arbeitsmärkte aus. Viele Beschäftigte der sogenannten Boomer-Jahrgänge gehen in Rente, während zu wenig passender Nachwuchs nachrückt.

Ausbildungsmarkt: Weiterhin große Lücken

Bei der Berufsausbildung bestehen weiterhin Lücken. Seit Oktober 2025 haben sich bei den Arbeitsagenturen 400.000 junge Menschen gemeldet, ein Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Gleichzeitig gingen 409.000 Meldungen über Lehrstellen ein. 181.000 hatten bis Juni noch keinen Ausbildungsplatz oder keine Alternative gefunden. Der Ausbildungsmarkt bleibt jedoch über die Sommermonate hinweg stark in Bewegung.

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