Weizenernte besonders bedroht
Die deutschen Landwirte befürchten aufgrund der zurückliegenden Hitzephase mit Extremtemperaturen Ernteeinbußen bei Weizen. Die Ernteprognose sei in diesem Jahr sehr schwierig, weil es in der zweiten Junihälfte eine enorme Hitzeperiode gegeben habe, sagte der Präsident des Deutschen Bauernverbandes, Joachim Rukwied, zum Ernteauftakt im brandenburgischen Rangsdorf südlich von Berlin. „Insofern befürchten wir, dass wir hier Ertragsrückgänge, insbesondere bei späteren Kulturarten wie Weizen, hinnehmen müssen“, so Rukwied. Momentan gehe er aber noch von einer Durchschnittsernte aus.
Wenn Hitze die Kornfüllung stoppt
Beim Getreide spricht man auch von Notreife. Der Bauernpräsident erklärte, Getreide schalte ab einer Temperatur über 27 Grad auf einen Selbsterhaltungsmodus. Dann finde die Kornfüllung und auch die Qualitätseinlagerung nicht mehr wirklich statt. „Es gibt dann Qualitätseinbußen und kleinere Körner. Das heißt am Ende weniger Ertrag (...)“, sagte Rukwied.
Bauernpräsident Rukwied fordert Verlängerung des Tankrabatts
Er beklagte wachsenden wirtschaftlichen Druck für die Agrarbetriebe in Deutschland. Rukwied nannte gesunkene Erzeugerpreise, gestiegene Kosten durch Düngemittel- und Dieselpreise sowie zu viel Bürokratie. Zudem forderte er, den Tankrabatt bis Ende November zu verlängern. „Jetzt ist die Zeit, wo bei uns die Hauptarbeiten anfallen.“ Die Energiekosten erdrückten die Landwirtschaft, weil gerade während der Erntezeit viel Treibstoff benötigt werde.
Iran-Konflikt hält Energiepreise weiter unter Druck
Auch im Sommer 2026 sorgt die angespannte Lage rund um den Iran und die Straße von Hormus weiterhin für Unsicherheit auf den Energiemärkten. Zwar haben sich die direkten militärischen Auseinandersetzungen zuletzt etwas beruhigt, doch die Region bleibt politisch fragil. Über die Meerenge wird nach wie vor ein großer Teil des weltweiten Öl- und Gastransports abgewickelt, weshalb schon kleinere Zwischenfälle die Preise spürbar beeinflussen können. Für die Landwirtschaft bedeutet das anhaltenden Kostendruck: Diesel bleibt teuer, Transporte sind weiterhin kostspielig, und auch Düngemittelpreise reagieren empfindlich auf Schwankungen bei Energie und Lieferketten. Für viele Betriebe bleibt damit unklar, wie viel von den Erträgen am Ende tatsächlich als Gewinn übrig bleibt.
Landwirte geraten von mehreren Seiten unter Druck
Für viele Betriebe kommt die unsichere Ernte zu einem schwierigen Zeitpunkt. Während Wetterextreme die Planung immer unberechenbarer machen, bleiben viele Kosten auf hohem Niveau. Diesel, Dünger, Maschinen, Personal und Finanzierung belasten die Betriebe, während die Erlöse auf den Märkten schwanken. Gerade beim Weizen entscheidet die Qualität darüber, ob die Ernte als Brotgetreide vermarktet werden kann oder nur niedrigere Preise erzielt. Fallen Ertrag und Qualität gleichzeitig schwächer aus, kann das die wirtschaftliche Lage vieler Höfe zusätzlich verschärfen.
